Enthüllung eines Modells des zukünftigen europäischen Kampfjets im Rahmen der 53. Internationalen Pariser Luftfahrtausstellung auf dem Flughafen Le Bourget
Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Macron enthüllen die Verteidigungsminister von Deutschland, Frankreich und Spanien in Le Bourget das FCAS-Modell. Bildrechte: dpa

"Future Combat Air System" Gemeinsames europäisches Kampfjet-System besiegelt

Deutschland, Frankreich und Spanien haben ein neues milliardenschweres Kampfjet-Projekt besiegelt. Das "Future Combat Air System" soll bis 2040 die Tornados, Eurofighter und Rafales ablösen.

Enthüllung eines Modells des zukünftigen europäischen Kampfjets im Rahmen der 53. Internationalen Pariser Luftfahrtausstellung auf dem Flughafen Le Bourget
Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Macron enthüllen die Verteidigungsminister von Deutschland, Frankreich und Spanien in Le Bourget das FCAS-Modell. Bildrechte: dpa

Deutschland, Frankreich und Spanien haben den Bau eines neuen gemeinsamen europäischen Kampfflugzeugs auf den Weg gebracht. Die Verteidigungsminister der drei EU-Staaten unterzeichneten am Montag auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris einen entsprechenden Entwicklungsvertrag.

Ablösung für Tornado, Eurofighter und Rafale

Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado startet am 05.01.2016 vom Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) in der Eifel zum Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei.
Tornado-Aufklärunsflugzeug der Bundeswehr: Bis 2040 sollen alle Jets des Typs abgelöst sein. Bildrechte: dpa

Das Luftkampfsystem namens "Future Combat Air System" (FCAS) soll bis 2040 die alternden Tornado-Kampfjets und den Eurofighter der Bundeswehr sowie die Rafale-Maschinen der französischen Luftwaffe ersetzen.

Geplant ist ein bemanntes Mehrzweckkampfflugzeug der fünften Generation, das vernetzt mit anderen bemannten und unbemannten Waffensystemen wie Drohnen oder Satelliten zum Einsatz kommen soll. Ein erster Testflug ist für 2026 geplant.

Acht Milliarden Euro Entwicklungskosten

Vor Regierungsvertretern wird das Modell eines Kampfjet enthüllt.
Applaus von von der Leyen: "Großer Schritt für Modernisierung der Bundeswehr." Bildrechte: dpa

Für die Entwicklung des gesamten Systemverbundes werden nach Angaben von Experten schätzungsweise acht Milliarden Euro fällig. Für Beschaffung und Betrieb werden insgesamt Ausgaben von 100 Milliarden Euro genannt.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte in Le Bourget, das neue europäische Kampfflugzeug sei "ein ganz großer Schritt voran" für die Modernisierung der Bundeswehr. Die CDU-Politikerin sprach auch von einem großen Tag für die geplante europäische Verteidigungsunion. Die Tatsache, dass sich nun auch Spanien dem Projekt angeschlossen habe, unterstreiche das noch einmal.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 17. Juni 2019 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 22:26 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

19 Kommentare

19.06.2019 16:07 Fragender Rentner 19

Ist das nicht ein schnuckliger Preis für die Entwicklung?

Wenn man weiß wie es wird, da wird mir jetzt schon mehr als Übel !!!

.

18.06.2019 15:21 D.o.M. 18

Das ist jetzt aber echt der Tritt ans Schienbein unserer edlen amerikanischen Befreier !
Geht die dafür vorgesehene Kohle eigentlich mit in den Betrag ein, um den unsere Befreier unsere Rüstungsausgaben ( 'tschuldigung: das heißt natürlich Verteigungsausgaben) erhöht sehen wollen ?

18.06.2019 15:16 D.o.M. 17

Warum hat das Ding einen englischen Namen? Hätte es ein deutscher, französischer oder spanischer nicht auch getan ?

18.06.2019 15:00 Norbert NRW 16

@13 stimmt völlig, man hätte sich auch diese Flugente von Airbus sparen können und sich Antonovs aus der Ukraine besorgen sollen. Genügend Kohle zur Unterstützung ist da ja schon hingeflossen. Aber Marktwirtschaft konnten unsere Vortänzer bis auf Helmut Schmidt noch nie..

18.06.2019 11:31 Jens 15

Auch wenn es politisch nicht korrekt ist, aber Gemeinschaftsprojekte im wirtschaftlichen Bereich mit Frankreich sind langfristig nie zum Nutzen Deutschlands, sondern nur zum Nutzen Frankreichs. Daran wird sich auch nie etwas ändern.

18.06.2019 11:11 Frank 14

Für die Entwicklung des gesamten Systemverbundes werden nach Angaben von Experten schätzungsweise acht Milliarden Euro fällig. Für Beschaffung und Betrieb nochmal 100 Milliarden Euro. Stimmt, ein ganz großer Schritt voran. Noch mehr Gewinne für die Rüstungsindustrie, noch mehr Dividende für die notleidenden Aktionäre. Was sagen eigentlich die Grünen dazu ? Sicher genauso wichtig wie Klimaschutz ? Und alles natürlich nur zum Zwecke der Verteidigung. Schon vergessen ? Bis zum Jugoslawiekrieg war auch die BW eine reine Verteidigungsarmee. Auch Dank der Grünen hatte sich das dann schnell geändert. Seit Anfang Januar hat D Waffen im Gesamtwert von 1,1 Milliarden Euro an acht Kriegsparteien im Jemenkonflikt geliefert. Im Jemen kommt es gerade zur größten Hungerkatastrophe. Bis 2022 werden eine halbe Mill. Menschen gestorben sein (Quelle: UN-Welternährungsprogramm)

18.06.2019 10:16 Sr.Raul 13

MIG 35 oder SU 35 kaufen! Aktuell wohl das Beste am Markt, spart unnütze Entwicklungskosten und kommen sogar eigenständig vom Boden weg!

18.06.2019 10:12 aus Dresden 12

Zum Scheitern verurteilt: Großrojektie können die Europäer nicht mehr. Die europäische Zivilisation hat sich überlebt.
Die Römer konnten es zum Ende hin auch nicht mehr (man vergl. nur mal klassische Statuen mit den spätantiken Statuen oder den Eurofighter mit amerikanischen oder chinesischen Konkurrenzmodellen). Das ist wohl Begleiterscheinung des Endes von Zivilisationen.
Die Römer wollten es verhindern und konnten es nicht verhindern. Die Europäer (= Regierungen) wollen es nicht verhindern, aber könnten es verhindern.

18.06.2019 09:55 colditzer 11

"Für die Entwicklung des gesamten Systemverbundes werden nach Angaben von Experten schätzungsweise acht Milliarden Euro fällig. Für Beschaffung und Betrieb werden insgesamt Ausgaben von 100 Milliarden Euro genannt."

Das ist echt Schotter!
Entwicklungskosten des gesamten Systemverbundes-
8 Milliarden, hallo Witz!

Spanien mischt auch mit, ein Land mit Tradition im Flugzeugbau.

Nur gut, man wird das Endergebnis nicht mehr erleben.
Ich weiß nur, die Toiletten der Schulen in Deutschland werden dadurch weder sicherer noch besser.

Eine Frage stellt sich mir doch,
Im Jahre 2040, gegen welche Macht will man sich schützen?
Oder gegen welche Macht will man Krieg führen?

18.06.2019 09:25 Michael Möller 10

also wurde beschlossen fast 110 Milliarden Euro für neue Waffensysteme auszugeben : Frage sind diese Waffen nur für Mato-Mitglieder oder auch für andere Staaten bestimmt und wenn ja werden diese dann auch in Kriegsgebiete geliefert wie es gerade einmal mehr unsere Regierung tut und damit gegen das GG. und den GroKo-Vertrag verstößt ( keine Waffen in Krisengebiete bzw. Kriegsteilnehmer zu liefern). warum bringen Sie als Presse nur immer einen Teil der Seite. oder haben unsere Politiker einmal mehr sich geweigert darüber Auskunft zu geben.