Prozess in Neuseeland Attentäter von Christchurch bekennt sich schuldig

Im vergangenen Juni hatte der mutmaßliche Attentäter von Christchurch noch auf nicht schuldig plädiert. Jetzt gestand er überraschend, vor gut einem Jahr in zwei Moscheen 51 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt zu haben.

Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch und Anwälte
Per Videoschalte gestand der Anklage den Terroranschlag von Christchurch vor gut einem Jahr. Bildrechte: dpa

Ein gutes Jahr nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen im Christchurch hat sich der mutmaßliche Attentäter für schuldig bekannt.

51 Morde und 40 versuchte Morde zugegeben

Bewaffnete Polizisten in Christchurch 4 min
Bewaffnet Polizisten nach dem Anschlag in Christchurch. Bildrechte: dpa

Vor gut einem Jahr hatte er in zwei Moscheen um sich geschossen

MDR AKTUELL Do 26.03.2020 13:23Uhr 03:42 min

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Wie die neuseeländische Polizei mitteilte, hat der 29-Jährige vor dem Gericht in Christchurch die 51 Morde und 40 versuchten Morde zugegeben. Im Juni vergangenen Jahres hatte der australische Rassist noch erklärt, in allen Anklagepunkten unschuldig zu sein.

Der Angeklagte war am 15. März 2019 in zwei Moscheen eingdrungen und hastte um sich geschossen. 51 Menschen starben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Angriffe übertrug er per Helmkamera live im Internet. Vor dem Blutbad hatte der Angeklagte eine Kampfschrift mit rassistischen Parolen ins Netz gestellt.

Urteil erst nach Corona-Krise

Ein Polizist kniet nieder, um einige der Botschaften zu lesen, die auf einem behelfsmäßigen Denkmal für die Opfer der Anschläge von Christchurch an der University of Canterbury hinterlassen wurden
An der University of Canterbury wurden nach dem Anschlag Botschaften für die Opfer hinterlassen. Bildrechte: dpa

Derzeit sitzt der Mann in einem Gefängnis in Auckland, mehr als 1.000 Kilometer nördlich von Christchurch. Bei seinem Geständnis war er per Video im Gericht zugeschaltet.

Der Polizei zufolge soll das Urteil erst gesprochen werden, wenn alle Überlebenden des Anschlags, die wollten, bei der Verhandlung dabei sein könnten. Das werde wegen der Coronavirus-Pandemie längere Zeit nicht möglich sein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. März 2020 | 03:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2020, 14:36 Uhr