Der Supertanker Grace 1 liegt in den Gewässern von Gibraltar.
Der Supertanker "Grace 1" am Sonntag in den Gewässern vor Gibraltar. Bildrechte: dpa

Iranischer Öltanker Gibraltar lehnt Beschlagnahmung von Supertanker "Grace 1" ab

Gibraltar hat es abgelehnt, den iranischen Supertanker "Grace 1" dauerhaft zu beschlagnahmen. Die Behörden des britischen Überseegebiets wiesen entsprechende US-Forderungen mit Verweis auf das EU-Recht zurück.

Der Supertanker Grace 1 liegt in den Gewässern von Gibraltar.
Der Supertanker "Grace 1" am Sonntag in den Gewässern vor Gibraltar. Bildrechte: dpa

Gibraltar hat die Forderung der USA zurückgewiesen, den iranischen Öltanker "Grace 1" dauerhaft zu beschlagnahmen. Das europäische Recht verbiete die Anwendung bestimmter US-Gesetze in der EU, teilten die Behörden des britischen Überseegebiets am Sonntag mit. Darunter fielen auch die US-Sanktionen gegen den Iran.

Forderung der US-Regierung

Die US-Regierung hatte am Freitag von Gibraltar die dauerhafte Beschlagnahmung der "Grace 1" verlangt. Das US-Justizministerium begründete die Forderung damit, dass der Tanker an "illegalen" Öllieferungen an Syrien beteiligt sei.

Gericht gibt Supertanker frei

Das Oberste Gericht Gibraltars hatte die "Grace 1" ungeachtet des US-Drucks schon am Donnerstag wieder freigegeben. Der Iran hatte dem britischen Überseegebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht des Öltankers nicht nach Syrien gebracht wird.

Nach Angaben der Schiffsagentur Astralship laufen bereits die Vorbereitungen für die Weiterfahrt der "Grace 1". Sie soll unter dem Namen "Adrian Darya" und unter iranischer Flagge ihre Fahrt fortsetzen. Am Sonntagnachmittag ankerte der Supertanker aber immer noch vor Gibraltar. Der Zeitung "Gibraltar Chronicle" zufolge wartete das Schiff auf eine neue Besatzung.

Von Spezialkräften aufgebracht

Die Behörden Gibraltars hatten die "Grace 1" am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstoßen hätte.

Das britische Außenministerium betonte am Sonntag, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen. Dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2019, 17:00 Uhr

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4 Kommentare

18.08.2019 19:19 colditzer 4

Na, warten wir mal ab, wann und wo der Tanker ankommt.
Irgendwelche " Spezialkräfte" bezüglich US-Hilfeleistung werden sich schon finden.

18.08.2019 19:06 Gerd Müller 3

oO die traun sich ja selbst zu entscheiden ^^ wie war das mit Brexit? Nato? Sanktionen? oder werden wir nurunterhalten? was twittert das Trampeltier

18.08.2019 18:54 Walter 2

Die EU ist nicht besser als die USA.

Der Iran ist meines Wissens nicht Mitglied der EU und hat sich demzufolge um EU Sanktionen einen Sch... zu kümmern.

Dieses Schiff auf Grund Verstoß gegen EU Sanktionen festzuhalten ist genauso rechtswidrig wie der Beschluss des amerikanischen Justizministeriums.

Die EU, folglich auch Deutschland, provoziert damit krieg!

18.08.2019 18:44 D.o.M. 1

Oh! Dann wird wohl auch das widersetzliche Gibraltar befreit werden müssen.