Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen
Die Landwirtschaft litt besonders unter der Dürre der vergangenen Jahre. Bildrechte: dpa

Klima-Risiko-Index Deutschland unter Top 3 bei Extremwetterfolgen

Seit 2006 stellt der Verein Germanwatch einen globalen Klima-Risiko-Index zusammen. Im neuesten kamen die Autoren zu dem Schluss, dass Deutschland 2018 mit am meisten unter dem Klimawandel zu leiden hatte.

Ein Landwirt steht auf einem vertrockneten Feld, auf dem nur wenige Maispflanzen wachsen
Die Landwirtschaft litt besonders unter der Dürre der vergangenen Jahre. Bildrechte: dpa

Deutschland ist einem Klima-Bericht zufolge im vergangenen Jahr erstmals unter den drei am stärksten von Wetterextremen betroffenen Ländern der Welt gewesen.

1.200 Tote durch Hitzewelle 2018

Der am Mittwoch auf der UN-Klimakonferenz in Madrid vorgestellte Klima-Risiko-Index der Organisation Germanwatch berichtet von mehr als 1.200 Menschen, die 2018 in Deutschland durch die Hitzewelle mit extremer Hitze ums Leben gekommen seien. Insgesamt sei ein Schaden von 4,5 Milliarden Euro entstanden. Nach Angaben der Organisation waren nur Japan und die Philippinen im vergangenen Jahr noch stärker von extremen Wetterlagen betroffen. Im vorhergehenden Index lag Deutschland weltweit noch auf Rang 40 des globalen Risiko-Rankings.

Klimawandel trifft zunehmend auch Industrieländer

Germanwatch wies darauf hin, dass aufgrund fehlender Daten die Hitzefolgen etwa in afrikanischen Ländern für 2018 unterrepräsentiert sein können. Dennoch, sagte Referent Maik Winges, zeige der Index, dass massive Klimawandelfolgen immer öfter auch Industrienationen treffen. In weiten Teilen Europas sei die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Hitzewellen heute bis zu 100 mal größer als noch Anfang des 20. Jahrhunderts, teilte die Organisation mit.

Ärmere Länder brauchen mehr Hilfe

Längerfristig sind dem Klima-Risiko-Index zufolge aber noch immer vor allem ärmere Länder von Wetterextremen wie Dürre, Stürmen oder Überschwemmungen betroffen. Im Zeitraum 1999 bis 2018 waren es Puerto Rico, Myanmar und Haiti. Da ärmere Länder angesichts von oft wiederkehrenden Extremwetterlagen wie Stürmen kaum eine Chance hätten, sich von Katastrophen zu erholen, forderte Germanwatch mehr "Unterstützung von den Hauptverursachern des Klimawandels".

Der Klimagipfel in Madrid müsse sich mit der fehlenden zusätzlichen Finanzierung befassen, um den ärmsten Ländern zu helfen, Schäden und Verluste zu bewältigen, hieß es.

 Germanwatch Germanwatch ist ein gemeinnütziger Verein in Bonn und Berlin. Seit 2006 erstellt er den Globalen Klima-Risiko-Index. Nach eigenen Angaben nutzt Germanwatch dazu die NatCatService-Datenbank des Rückversicherers Munich Re sowie sozioökonomische Daten des Internationalen Währungsfonds ( IWF ).

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Dezember 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2019, 19:47 Uhr