Selbstfahrspritze auf einem Feld.
Die EU-Lebensmittelbehörde bestreitet, dass Glyphosat krebserregend ist. Bildrechte: imago/photothek

Gerichtsentscheidung EU muss Glyphosat-Studien zugänglich machen

Bisher hielt die EU-Lebensmittelbehörde Efsa Studien zu Glyphosat unter Verschluss - mit Verweis auf den Schutz von Geschäftsinteressen. Ein Gericht entschied nun, dass sie öffentlich zugänglich gemacht werden müssen.

Selbstfahrspritze auf einem Feld.
Die EU-Lebensmittelbehörde bestreitet, dass Glyphosat krebserregend ist. Bildrechte: imago/photothek

Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa muss Studien über den Unkrautvernichter Glyphosat öffentlich zugänglich machen. Das entschied das EU-Gericht am Donnerstag. Die Entscheidung von Efsa, entsprechende Untersuchungen unter Verschluss zu halten, sei nichtig, erklärten die Luxemburger Richter.

Öffentlichkeitsinteresse contra Geschäftsinteresse

Unter anderem mehrere Grünen-Abgeordnete hatten gegen die Entscheidung der Lebensmittelbehörde geklagt. Ihnen war zuvor der Zugang zu den Studien verwehrt worden. Die Lebensmittelbehörde begründete dies mit dem Schutz der finanziellen Interessen der Unternehmen, die die Studien vorgelegt hatten. Hergestellt wird Glyphosat unter anderem von Monsanto, das kürzlich für eine hohe Milliardensumme von dem deutschen Agrar- und Pharmariesen Bayer übernommen wurde.

Das EU-Gericht entschied nun, dass das Interesse der Öffentlichkeit an Informationen, die Emissionen in die Umwelt beträfen, höher sei als der Schutz von Geschäftsinteressen. Das Interesse bestehe nicht nur darin, zu wissen, was in die Umwelt freigesetzt worden sei, sondern auch, wie die Umwelt dadurch beeinträchtigt werde.

Glyphosat erneut zugelassen

Glyphosat war 2017 nach monatelangem Streit für weitere fünf Jahre in der EU zugelassen worden. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation stufte Glyphosat zuvor als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen ein. Umweltschützer hatten gegen eine erneute Zulassung protestiert. In den USA laufen zudem zahlreiche Verfahren wegen möglicher Krebserkrankungen durch Glyphosat.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. März 2019 | 04:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2019, 13:49 Uhr

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6 Kommentare

08.03.2019 07:00 Jimmy 6

@5 Atze - Sie haben recht! Ohne aber!
In einer auseinandergelebten Gesellschaft, die von unterschiedlichsten Ideologen unsäglichster Prägung beeinflusst ist, kaum umsetzbar.
Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben, fängt es doch schon beim Schulgartenunterricht an, der nur noch ausnahmsweise stattfindet und viele gar noch nichts davon gehört haben. Auch hier haben die Ideologen ganze Arbeit geleistet.

Also - wer was essen will im Winter muss im Sommer auf's Feld! Ich bin dabei.

07.03.2019 20:05 Atze 5

Ja, früher haben wir sogar als Stadtkinder Rüben in 3 Durchgängen gehackt und verzogen und gut gehackt.
Das hat uns nicht geschadet als Kinder, auch Vater und Mutter waren dabei. Und wenn du dann den halben Hektar fertig hattest warst du wesentlich klüger, wie schwer bei Hitze auf dem endlos erscheinenden Acker die Arbeit der Bauern ist. Heute...so gibt es sowas? Sollte wieder eingeführt werden, dann brauchen wir kein Glyphosat und unsere dicklichen Enkel und am Smartphone festgesetzten Kinder kriegen mal frische Luft und tun was nützliches. Ich mein es ernst. Unsere ganze Lebensweise ist skandalös. Kinder denken z.B. Heumilch wird aus Heu gemacht usw. Traurig.
MfG

07.03.2019 20:01 gerd 4

Ich bin kein Grünenfreund aber das haben die richtig gemacht ,wer nichts zu verbergen hatt kann auch veröffentlichen .

07.03.2019 19:39 Jimmy 3

"wahrscheinlich krebserregend" ist die Aussage der Verbotsbefürworter. "wahrscheinlich krebserregend" ist allerdings auch Mettwurst ...

Ein Lacher folgt dem nächsten in dieser Selbstabschaffer EU. Ein Ende kommt in Sicht und das Ende haben die Macher selbst eingeleitet.

07.03.2019 17:26 Niemals Grün 2

Eine Frage an die Grünen, was gibt es noch gegen Unkraut?
Eine Harke, ja die gibt es, nur was dann Lebensmittel kosten, steht auf einen anderen Blatt.
Die Verbotspartei schreitet voran, Lebensmittel werden dann zum Luxus, genau wie der Strom, Benzin, Diesel, Fliegen und der Genderwahn haben wir den Grünen zu verdanken.
Es die FDP nur im Grünengewand, eine Partei der Besserverdienten.

07.03.2019 15:23 Fragender Rentner 1

Na wenn die uns oder der Presse auch so zugänglich gemacht werden, wie man gestern Abend beim SWR ab 21:00 Uhr sehen konnte wo es um den Feinstaub usw. ging, welches zwischen der Landesregierung BW und den Autokonzernen stattfand, da konnte man vor Schwarzfärbung sehr, sehr viel auch nicht lesen !!! :-(((