Ehrung Greta Thunberg bekommt Alternativen Nobelpreis

Die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg sorgt derzeit in den USA für Furore. Nun soll sie in ihrer Heimat geehrt werden. Die Right Livelihood Award Stiftung gibt ihr den Alternativen Nobelpreis.

Klima-Aktivistin Greta Thunberg
Mit ihrem Schulstreik für das Klima hat Greta Thunberg eine weltweite Jugendbewegung ausgelöst. Bildrechte: dpa

Die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg bekommt in diesem Jahr den Right Livelihood Award. Das teilte die gleichnamige Stiftung in Stockholm mit.

Uexküll: Thunberg hat Druck aufgebaut

Greta Thunberg, Umweltaktivistin aus Schweden, nimmt mit einem Plakat mit der «Schulstreik für das Klima» an einem Klimastreik teil.
Greta Thunberg bei einem Klimastreik in den USA. Bildrechte: dpa

Stiftungsdirektor Ole von Uexküll sagte, Thunberg habe der Klimakrise endlich "eine große Aufmerksamkeit verschafft" und "großen Druck auf politische Entscheidungsträger" aufgebaut. "Ich bin da guter Dinge, dass die immer noch zaghaft handelnden Politiker schon bald von der klimapolitischen Wirklichkeit überholt werden." Thunberg hatte mit ihrem Schulstreik für das Klima die weltweite Jugendbewegung Fridays for Future ausgelöst. Zuletzt las sie auf dem UN-Gipfel in New York den Staats- und Regierungschefs die Leviten.

Kritik an deutscher Klimapolitk

Uexküll kritisierte in diesem Zusammenhang die Klimapolitik der Bundesregierung als völlig ungenügend. Deutschlands Rolle im globalen Kampf gegen die Erderwärmung sei "wahnsinnig enttäuschend". Die fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Gefahren durch den Klimawandel würden nur "in winzigen Schritten" umgesetzt. Deutschlands Politiker müssten erkennen, dass der Klimaschutz "auf jeden Fall eine der dringlichsten Herausforderungen unserer Zeit" sei.

Weitere Preise nach Brasilien, China und die Westsahara

Neben Thunberg werden auch der der Schamane Davi Kopenawa vom Volk der Yanomami im Amazonasgebiet Brasiliens, die chinesische Frauenrechts-Anwältin Guo und die Menschenrechtlerin Aminatou Haidar aus der Westsahara ausgezeichnet. Alle vier erhalten ein Preisgeld von je einer Million schwedischen Kronen (93.500 Euro). Dieses ist für die Arbeit der Geehrten und nicht zur persönlichen Verwendung bestimmt.

Alternativer Nobelpreis seit 1980

Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird in diesem Jahr zum 40. Mal verliehen. Er würdigt den Einsatz für Menschenrechte, Pressefreiheit, bürgerliche Freiheiten und Umweltschutz. Er wurde 1980 vom schwedisch-deutschen Philanthropen Jakob von Uexküll ins Leben gerufen und steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Die Preisverleihung ist am 4. Dezember in Stockholm.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2019, 09:49 Uhr