Asyl Lage in griechischen Flüchtlingslagern etwas verbessert

Die Lage in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln in der Ägäis hat sich nach Angaben des Migrationsministeriums verbessert. Wie die Behörde in Athen mitteilte, wurden seit Jahresbeginn 17.000 Asylsuchende auf das Festland gebracht. Auch Asylverfahren seien beschleunigt worden.

Griechenland, Lesbos: Geflüchtete spielen Volleyball in einem Übergangslager neben dem Flüchtlingslager Camp Moria.
Nahe dem Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos spielen Migranten Volleyball. Bildrechte: dpa

Die Lage der Migranten und Geflüchteten in den überfüllten Registrierlagern auf den griechischen Inseln hat sich etwas verbessert. Seit Jahresbeginn seien rund 17.000 Menschen aus den Lagern auf Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos zum Festland gebracht worden, teilte am Sonntag das Migrationsministerium in Athen mit. Zurzeit harren in den Lagern auf den Inseln der östlichen Ägäis noch etwa 33.000 Menschen aus. Noch im März lebten mehr als 42.000 Asylsuchende in den Camps und dem Umland.

Beschleunigte Verfahren

Anfang des Jahres wurde nach Angaben der Regierung außerdem ein beschleunigtes Asylverfahren eingeführt. In der Folge sei die Anzahl der unerledigten Asylanträge von 140.000 im Januar auf 100.000 Anfang Juli gefallen.

Migranten oder Geflüchtete? Migranten sind nach Definition der Internationalen Organisation für Migration (IOM) alle Menschen, die ihren Wohnort verlassen – egal aus welchen Gründen, wie lange oder ob freiwillig oder unfreiwillig. Geflüchtete dagegen suchen Schutz vor Krieg oder vor drohender Verfolgung, etwa wegen ihrer Religion, Nationalität oder ihrer politischen Überzeugung. Damit sind Geflüchtete auch Migranten, aber nicht alle Migranten Geflüchtete.

Die konservative Regierung stellte in den vergangenen Monaten auch Hunderte neue Grenzpolizisten ein. Zudem baut sie einen Zaun entlang der Grenze zur Türkei aus. In den Meerengen zwischen den griechischen Inseln und der türkischen Ägäisküste wird scharf kontrolliert.

Kritik an Zurückweisungen

Menschenrechtler kritisieren dies als sogenannte "Pushbacks", also unrechtmäßige Zurückweisungen. Athen reagiert darauf mit der Erklärung, die Regierung sei von der Verfassung verpflichtet, die Grenzen zu Land und im Meer, die auch EU-Grenzen sind, zu überwachen.

Vor der Corona-Krise stand die Lage in den griechischen Aufnahmelagern und an der türkischen Grenze wochenlang im Fokus der Öffentlichkeit. Besonders die Verhältnisse im Lager Moria auf der Insel Lesbos sorgten für Empörung. Dort waren bis zeitweise 30.000 Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht – obwohl der Platz nur für wenige tausend ausgelegt ist. Nach Angaben der Organisation Pro Asyl lebten dort Ende Juni noch immer rund 15.000 Menschen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Juli 2020 | 15:30 Uhr