Brexit London will zusätzliche Polizisten an Irland-Grenze schicken

Die Gefahr eines harten Brexit ohne Abkommen mit der EU ist noch nicht gebannt. Die britische Regierung will deshalb einem Medienbericht zufolge die Grenze zwischen Nordirland und Irland verstärken. 1.000 Polizisten sollen dafür extra ausgebildet werden.

Der Slogan 'Hard Border - Soft Border - No Border - #irishunitynow' steht auf einem Schild mit dem gegen eine Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland protestiert wird.
Anwohner protestieren gegen eine Grenze zwischen Nordirland und Irland. Bildrechte: dpa

Großbritannien treibt seine Vorbereitungen für einen harten Brexit ohne Abkommen mit der EU voran. Wie die Zeitung "Guardian" schreibt, sollen rund 1.000 Polizisten aus England und Schottland für einen Einsatz an der Grenze zwischen Nordirland und Irland trainiert werden.

Im Falle eines harten Brexits sollen sie dann die nordirische Polizei verstärken. Diese habe selbst um die Hilfe gebeten, um mögliche Probleme zu bewältigen, die durch eine harte Grenze entstehen könnten. Bei einem harten Brexit würde es an der Grenze von Irland und Nordirland wieder Kontrollen geben, da Irland in der EU bleibt.

Andere Ausrüstung in Nordirland

Die Ausbildung der 1.000 Polizisten soll dem Zeitungsbericht zufolge noch im Januar beginnen. Die dafür vorgesehenen Engländer und Schotten sollen dafür von ihren eigentlichen Aufgaben abgezogen werden. Die Ausbildung sei notwendig, weil sich Ausrüstung und Taktiken in Nordirland deutlich von denen im übrigen Königreich unterschieden.

Ende Dezember war bereits bekannt geworden, dass die britische Regierung Fähren für einen möglichen harten Brexit gebucht hat. So soll die Versorgung der Insel gewährleistet werden.

Britisches Parlament muss noch abstimmen

Großbritannien scheidet am 29. März aus der EU aus. Das britische Parlament soll in zwei Wochen über einen Brexit-Vertrag abstimmen, den Premierministerin Theresa May mit Brüssel ausgehandelt hat. Allerdings ist zum aktuellen Zeitpunkt eine Zustimmung der Abgeordneten unwahrscheinlich.

Lehnt das Parlament den Deal ab, droht ein ungeregeltes Ausscheiden. Tausende Regeln für den grenzüberschreitenden Handel und Verkehr zwischen Großbritannien und der EU würden mit einem Schlag ungültig werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Januar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2020, 09:24 Uhr