Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 in Taormina (Sizilien)
Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 2017 in Taormina (Sizilien) Bildrechte: IMAGO

Hintergrund Von G6 bis G20

Seit mehr als 40 Jahren gibt es G-Spitzentreffen. Gegründet wurde das selbsternannte Bündnis der wichtigsten westlichen Industriestaaten 1975. Erst waren es sechs Nationen, später sieben und acht, jetzt sind es wieder nur die G7. Als Reaktion auf weltweite Wirtschafts- und Finanzkrisen entstand das Format G20. Es wurden aufstrebende Länder an Bord geholt, wobei der Newcomer China inzwischen selbst eine Wirtschaftsmacht ist.

Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 in Taormina (Sizilien)
Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 2017 in Taormina (Sizilien) Bildrechte: IMAGO

G6-Gründung 1975

Erfunden wurde das Format der sechs größten westlichen Wirtschaftsmächte 1975 vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise, ausgelöst durch den starken Anstieg des Ölpreises. Gründungsmitglieder waren neben Deutschland und Frankreich die USA, Großbritannien, Japan und Italien.  

Schon 1976 kam Kanada auf Wunsch der USA beim "Weltwirtschaftsgipfel" in Halifax als Nummer sieben hinzu. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990/1991 wurde Russland schrittweise in die Staatengruppe integriert und 2002 dann als achtes Vollmitglied aufgenommen.

2005 luden die G8-Staaten erstmals die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika zum Gipfeltreffen nach Schottland ein, um bei Themen wie dem Klimaschutz besser voranzukommen.

2008 fand dann ein erstes Gipfeltreffen im G20-Format statt. 2014 schrumpfte die Kerngruppe G8 wieder auf G7-Größe. Russland wurde wegen der international verurteilten Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim aus dem Bündnis ausgeschlossen.

G20 als Reaktion auf Globalisierungsprobleme 

1999 kämpfte die Welt mit den Folgen der asiatischen Finanzkrise. Die Finanzminister der USA, Kanadas und Deutschlands erkannten, dass die Probleme global wirken und in größerer Runde bearbeitet werden müssen. Auf deutsche Initiative weiteten die G7 ihre Treffen auf Russland sowie die aufstrebenden Nationen China, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Mexiko, Südafrika und Türkei aus - zunächst auf der Ebene der Finanzminister und Zentralbankgouverneure.

Seit der globalen Finanzkrise 2008 finden die erweiterten Treffen auch auf Ebene der Staatsoberhäupter statt. Neue Teilnehmer wurden Saudi-Arabien, Australien und Indonesien.

Wie arbeitet die G20-Gruppe?

Die G20-Präsidentschaft wird von den Mitgliedsstaaten im jährlichen Wechsel wahrgenommen. Die Präsidentschaft beginnt jeweils im Dezember. Seit Ende 2016 hat Deutschland die Gastgeberschaft und den Vorsitz der sogenannten G20-Troika übernommen. Sie besteht neben dem Gipfelgastgeber aus dem jeweils vorangehenden (China/2016) und dem künftigen Gastgeber (Argentinien/2018).

Das Arbeitsprogramm wird von der jeweiligen Präsidentschaft gemeinsam mit den anderen Troika-Mitgliedern festgelegt. Die Staatsoberhäupter der G20-Staaten treffen sich in der Regel einmal jährlich zu einem Gipfel. Auf Ministerebene und für die thematischen Arbeitsgruppen gibt es mehrere Treffen im Jahr, um sich abzustimmen und auf Krisen zu reagieren.

Merkels rechte Hand Professor Röller

Dabei gibt es zwei große thematische Arbeitsfelder. Im Finanzbereich stimmen sich die Finanzminister der G20-Staaten und Zentralbankgouverneure ab. Parallel dazu gibt es Treffen der Außen-, Landwirtschafts-, Arbeits-, Wirtschafts-, Energie- und Tourismusminister/innen und zentrale Beauftragte der Länderregierungen. Diese sogenannten Sherpas arbeiten im Auftrag der Staatsoberhäupter.

In Deutschland ist das Lars-Hendrik Röller, finanz- und wirtschaftspolitischer Berater von Angela Merkel, dem ein eigener Stab im Kanzleramt zur Verfügung steht.

Die G20-Mitglieder

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 05.07.2017 | 23:30 Uhr
Fernsehen | 06.07.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 20:33 Uhr

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4 Kommentare

06.07.2017 15:46 Anton 4

@ 3 - bei uns in der Kirche wird für Konvente und Dienstgespräche 10% von Stellenumfang abgerechnet. Warum dürfen die Staatsleute nicht, was uns Kirchenleuten als Pflicht gegeben wird?

06.07.2017 15:16 B 3

@ 2 ja richtig aber dann sollten das diese Leute auch selber bezahlen und nicht der Steuerzahler mit
Millionen. Es kommt so und so nichts raus außer
das der eine den anderen kein Auge auskratzt.

06.07.2017 10:19 Anton 2

@1 Gerald - solcher Art Veranstaltungen gibt es überall, das ist normal. Bei uns in der Kirche gibt es auch oft Konvente: bla-bla und nix. Nur Zeitverschwendung. Aber die Leute kennen einander besser - das ist auch Ziel.

06.07.2017 09:02 Gerald 1

Außer Spesen nix gewesen! Kommt soundso nichts raus! Reine Show- Veranstaltung von der politischen Klasse! Mehr nicht und nicht weniger!
Solche Veranstaltungen kann man echt sparen! Kann man auch über Skype abwickeln! Dies kostet wenigstens nichts!