Macron und Trump sitzen gemeinsam an einem gedeckten
Vor dem eigentlichen Gripfel: Trump und Macron treffen sich zum Mittag. Bildrechte: dpa

G7-Treffen in Biarritz Macron ruft Trump zu Annäherung bei Handel und Iran auf

Im französischen Biarritz sind die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder zusammengekommen. Die Liste der Themen ist lang. Ganz oben stehen Handelsbeschränkungen, der Iran-Konflikt und die Brände in Brasilien.

Macron und Trump sitzen gemeinsam an einem gedeckten
Vor dem eigentlichen Gripfel: Trump und Macron treffen sich zum Mittag. Bildrechte: dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Samstagabend den G7-Gipfel eröffnet. Ziel des Gastgebers ist es, bei dem Treffen in Biarritz Spannungen zwischen den USA und den anderen führenden Industrieländern abzubauen. Macron erklärte: "Wir müssen es schaffen, zu einer Form der Deeskalation zu kommen und diesen Handelskrieg zu vermeiden, der sich überall abzeichnet." Zugleich appellierte er an US-Präsident Trump, eine Annäherung im Konflikt um den Iran zu ermöglichen. Es gehe allen um das gleiche Ziel, sicherzustellen, dass der Iran keinen Zugang zu Atomwaffen bekomme.

Trump: Erwarte viel vom Treffen

Trump erklärte, er erwarte, dass der G7-Gipfel am Wochenende "viel erreichen" werde. "Manchmal geraten wir ein wenig aneinander", sagte er vor einem Mittagessen mit dem G7-Gastgeber: "Aber das Wetter ist perfekt und alle verstehen sich." Außerdem hätten er und "Emmanuel" viele Gemeinsamkeiten. Trump hatte unmittelbar vor dem Gipfel weitere Zölle gegen China verhängt und Frankreich erneut mit Zöllen auf Wein gedroht, sollte das Land seine Digitalsteuer für große US-Internetkonzerne wie Google und Apple nicht zurücknehmen. Im Zusammenhang mit den Steuerplänen hatte er Macron kürzlich auch "Dummheit" vorgeworfen.

Merkel und Macron uneinig bei Brasilien

Ein weiteres Thema des Treffens sind neben Konflikten wie in Syrien und in der Ostukraine die aktuellen Brände in den Regenwaldgebieten des Amazonas. Macron hatte Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro mit dem Stopp des Mercosur-Handelsabkommens gedroht, sollte dessen Regierung nicht entschiedener gegen Brandrodungen vorgehen. Unterstützung erhielt er dabei von Ratspräsident Donald Tusk. Die Bundesregierung ist dagegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte zwar, dass die Brände ein Thema in Biarritz seien: "Unser Haus brennt - und da können wir nicht schweigen." Der Nichtabschluss des Mercosur-Abkommens würde aber keinen Beitrag dazu leisten, dass in Brasilien weniger Regenwald gerodet werde, erklärte ein Regierungssprecher.

Tausende demonstrieren - drei Deutsche festgenommen

Demonstranten marschieren mit Flaggen und Plakaten während eines Protests gegen den G7-Gipfel an der Grenze von Hendaye (Frankreich) nach Irun (Spanien).
Protestdemo gegen G7-Treffen Bildrechte: dpa

Vor dem G7-Gipfel demonstrierten 9.000 Gipfelgegner friedlich für Umweltschutz und eine andere Weltordnung. Die Teilnehmer der Kundgebung an der französisch-spanischen Grenze trugen Banner mit Aufschriften wie "Nein zu den G7" und "Zeit zum Handeln - der Amazonas brennt".

Bei einer unangemeldeten Demonstration in Bayonne ist es hingegen zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Demonstranten versuchten, Absperrungen zu überwinden, Steine wurden geworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Zuvor waren drei junge Deutsche in Bayonne zu Gefängnisstrafen von bis zu drei Monaten verurteilt worden. Ihnen wird vorgeworfen, in einer Gruppe Gewalttätigkeiten vorbereitet zu haben. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren in ihrem Auto Tränengas und Kapuzen gefunden worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 24. August 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 22:04 Uhr