Libysche Soldaten
Libysche Sicherheitskräfte südlich von Tripolis (Archivbild von Januar 2019). Bildrechte: imago/Xinhua

Libyen Kampf um Tripolis

In Libyen wird erbittert um die Hauptstadt Tripolis gekämpft. Kräfte des Generals Haftar aus dem Osten des Landes griffen die Metropole auch aus der Luft an. Die Regierungstruppen antworteten mit einer Gegenoffensive.

Libysche Soldaten
Libysche Sicherheitskräfte südlich von Tripolis (Archivbild von Januar 2019). Bildrechte: imago/Xinhua

In Libyen sind die Kämpfe um die Hauptstadt Tripolis eskaliert. Kräfte des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar griffen nach eigenen Angaben erstmals aus der Luft Vororte der libyschen Metropole an, in der die Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch ihren Sitz hat.

Tote und Verletzte

Die Regierung sprach von mehreren Toten und Verletzten. Ein Aufruf der Vereinten Nationen zu einer zweistündigen Waffenruhe scheiterte. Die Kämpfe zwischen Haftars Libyscher Nationalarmee (LNA) und regierungstreuen Einheiten südlich von Tripolis dauerten auch am Sonntagabend an. Die Regierungstruppen und mit ihr verbündete Milizen hatten zuvor eine Gegenoffensive gestartet, um alle Städte von "unrechtmäßigen Kämpfern" zu befreien, wie sie mitteilten.

Haftars Truppen hatten am Freitag eigenen Angaben zufolge die südlichen Außenbezirke von Tripolis erreicht und die Kontrolle über den früheren internationalen Flughafen übernommen. Letzteres wurde von den Kämpfern der international anerkannten Regierung al-Sarradsch bestritten.

Erfolgreicher Kämpfer gegen Islamisten

Haftar unterstützt mit seinen Truppen eine Gegenregierung, die im Osten Libyens herrscht. Ihm war es in der Vergangenheit gelungen, mit einer Reihe erfolgreicher Offensiven den Osten und große Teile des Südens von Libyen unter seine Kontrolle zu bringen. Dabei waren seine Truppen auch erfolgreich gegen die Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" und andere islamistische Rebellengruppen vorgegangen. Unterstützt wird Haftar von Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland.

Der frühere Gaddafi-General, der sich Ende der 1980er-Jahre in die USA abgesetzt hatte und 2011 am Sturz des libyschen Diktators beteiligt war, gilt als Bollwerk gegen die teilweise von der Türkei und Katar unterstützten Islamistengruppen in dem Bürgerkriegsland.

Bessere Verhandlungsposition

Beobachter gehen davon aus, dass sich Haftar mit seinem Vormarsch auf Tripolis eine bessere Verhandlungsposition für die seit Langem von den UN geplante Libyen-Konferenz Mitte April verschaffen will. Dort soll ein Plan vereinbart werden, der Wahlen in dem seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi 2011 zerrissenen nordafrikanischen Land vorbereiten soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 07. April 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. April 2019, 21:05 Uhr

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5 Kommentare

08.04.2019 17:16 Fragender Rentner 5

Haben wir diesen Staaten in 2011 nicht die Demokratie gebracht?

Nun wollen siei sie nicht mal haben?

Man bekommt einfach keinen Dank für diese Leistungen.

08.04.2019 13:54 Klaus 4

@ { 08.04.2019 08:08 D.o.M. }
Das hat er nicht verbrochen, aber die Waffenpolitik forciert er weiterhin. Von daher werden die Kriege auch unter Trump weiterhin gefüttert.

08.04.2019 08:08 D.o.M. 3

Übrigens: D. Trump hat kein bisschen Schuld daran, dass in Libyen ein stabiles Staatswesen zerstört wurde. Auch nicht daran, dass im Irak ein stabiler Staat zerstört wurde. Andere waren das. Edeldemokraten, Friedensnobelpreisträger, Befreier ....

07.04.2019 22:42 Blumenfreund 2

Viel Erfolg, Herr Generals Chalifa Haftar !!

07.04.2019 21:33 REXt 1

Kommt jetzt die nächste Flüchtlingswelle? Dann Gute Nacht, ihr Altparteien!
D braucht einen deutschen Trump, keine Schwätzer!