Donald Trump
Nach Vergeltungszöllen Pekings holt US-Präsident Trump zum Gegenschlag aus. Bildrechte: dpa

Handelsstreit Trump erhöht Strafzölle auf Importe aus China

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem Peking neue Strafzölle auf US-Produkte ankündigte, will US-Präsident Trump ebenfalls bereits verhängte Zölle erhöhen. Sie sollen um jeweils fünf Prozentpunkte angehoben werden. Das teilte Trump auf Twitter mit.

Donald Trump
Nach Vergeltungszöllen Pekings holt US-Präsident Trump zum Gegenschlag aus. Bildrechte: dpa

Die US-Regierung wird die Zölle auf Importe aus China weiter erhöhen. Das teilte Präsident Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Satz steige ab 1. Oktober auf 30 Prozent. Betroffen seien Waren im Wert von 250 Milliarden Dollar. Zugleich sollen die übrigen Importe von 300 Milliarden Dollar ab 1. September mit 15 Prozent Zoll statt wie bislang angekündigt mit zehn Prozent belegt werden.

"Ich kann dies nicht länger erlauben."

Die chinesische Handelspolitik sei eine große Belastung für den amerikanischen Steuerzahler geworden, erklärte Trump. "Als Präsident kann ich dies nicht länger erlauben", begründete er den Schritt. Zuvor hatte der Republikaner mit wütenden Tweets auf die Ankündigung aus China reagiert, ab September US-Produkte mit noch höheren Zöllen zu belegen. Er erklärte, dass er die US-Unternehmen angewiesen habe, unverzüglich nach Alternativen zum Handel mit China zu suchen. Dazu gehöre, die Produktion in die USA zurückzuverlagern.

Neue chinesische Zölle in zwei Stufen

Ein Containerschiff verlässt die Werft in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong.
Trump ist es ein Dorn im Auge, dass China mehr Waren in die USA exportiert als umgekehrt. Bildrechte: dpa

China wird zusätzliche Zölle in Höhe von fünf bis zehn Prozent auf US-Waren mit einem Volumen von 75 Milliarden US-Dollar erheben. Das hatte das Handelsministerium in Peking mitgeteilt. Die Zölle sollen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember angehoben werden. China wird zunächst auf Sojabohnen und Erdölimporte einen Zusatzzoll von fünf Prozent erheben. Im Dezember sollen Autozölle in Höhe von 25 Prozent folgen.

Konjunktureinbruch befürchtet

Die chinesischen Strafzölle waren wiederum eine Reaktion auf die Anfang des Monats von Trump angekündigten zusätzlichen Importgebühren auf chinesische Produkte im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar. Trump hatte bereits zuvor die Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus China verhängt. Damit werden von Mitte Dezember an fast alle chinesischen Importe in die USA mit Strafzöllen belegt sein.

Der Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften der Welt schürt weltweit die Ängste vor einem Konjunktureinbruch. Am Wochenende dürfte der Konflikt auch Thema beim G7-Treffen in Biarritz sein. China ist bei dem Gipfel führender westlicher Industriestaaten nicht eingeladen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. August 2019 | 23:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 23:38 Uhr