Männer mit Helmen und Flaggen stehen vor dem Polizeipräsidium in Charlottesville, Virginia
Zur seit Jahren größten Kundgebung von Rechtsextremen in den USA hatte unter anderem die Alt-Right-Bewegung aufgerufen. Ihre Anhänger zeigten sich unter anderem mit der Südstaaten-Flagge in Charlottesville. Bildrechte: IMAGO

Hintergrund Weiß, nationalistisch, rassistisch - die Alt-Right-Bewegung

Zu dem seit Jahren größten Aufmarsch von Rechtsextremen in den USA hatte in Charlottesville im Bundesstaat Virginia auch die Alt-Right-Bewegung aufgerufen. Wer hinter der Gruppe steht, und wozu sich die Mitglieder bekennen.

Männer mit Helmen und Flaggen stehen vor dem Polizeipräsidium in Charlottesville, Virginia
Zur seit Jahren größten Kundgebung von Rechtsextremen in den USA hatte unter anderem die Alt-Right-Bewegung aufgerufen. Ihre Anhänger zeigten sich unter anderem mit der Südstaaten-Flagge in Charlottesville. Bildrechte: IMAGO

Das "alt" im Namen steht für Alternative und so präsentiert sich die umstrittene Bewegung als rechtes Gegenstück zum konservativen Establishment. Die Gruppe hat keine feste Struktur, ihre Mitglieder hängen der Theorie an, die weiße Rasse sei überlegen. Sie träumen von einem weißen, männlich geprägten Amerika ohne Einwanderung. Alt-Right lehnt Juden und Muslime ebenso ab wie den Freihandel.

Für Trennung von Völkern

Gewachsen ist die Bewegung über das Internet. Beobachter werfen vor allem dem rechtsgerichteten Internet-Portal "Breitbart News" vor, zum Erstarken der antisemitischen und rassistischen Bewegung beigetragen zu haben. Geführt wurde "Breitbart" lange Zeit von dem heutigen Chefstrategen im Weißen Haus, Steve Bannon.

In einem Manifest von Alt-Right, das im März 2016 bei "Breitbart News" veröffentlicht wurde, hieß es, die Bewegung sei der Überzeugung, dass eine gewisse "Trennung zwischen den Völkern nötig ist, um eine Kultur zu erhalten". Diese Trennung solle rassisch und religiös erfolgen.

Einer der bekannten Köpfe der Alt-Right-Bewegung ist der Enddreißiger Richard Spencer. Der stets korrekt gekleidete und markant frisierte Nationalist leitet das National Policy Institute, auf dessen Veranstaltung Anhänger von US-Präsident dessen Wahlsieg mit Nazi-Sprüchen kommentierten. Spencer hatte einmal in einer Rede das deutsche Wort "Lügenpresse" benutzt und gesagt, die Bewegung habe eine "seelische Verbindung" zu Trump.

Politische Korrektheit als Hauptübel ausgemacht

Der gemeinnützigen Organisation Southern Poverty Law Center zufolge haben die Alt-Right-Anhänger Sorge, ihre weiße Identität werde durch Multikulturalismus, politische Korrektheit und die Bürgerrechtsbewegung bedroht.

Nach Einschätzung von Experten sieht die Bewegung in der seit langem propagierten politischen Korrektheit ohnehin das Hauptübel in den USA. So würden rassistische, antisemitische und frauenfeindliche Äußerungen damit gerechtfertigt, sie würden "um der Freiheit willen" gemacht.

Hitler-Gruß und Südstaaten-Flagge

Bei ihrem Aufmarsch in Charlottesville erhoben einige Rechtsextremisten die rechte Hand zum Hitler-Gruß. Viele hatten Flaggen der früheren Südstaaten-Konföderation dabei, die liberale US-Bürger als Symbol des Rassismus betrachten. Manche führten Trumps Wahlkampf-Slogan "Make America Great Again" mit sich - oder gaben sich auf Mützen und T-Shirts als Trump-Anhänger zu erkennen.

Quelle: AFP

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Radio | 12.08.2017 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2017, 07:32 Uhr