Die Flaggen einiger Mitgliedsländer wehen am 29.02.2016 in New York vor dem UN-Gebäude.
Im Jahr 2016 hatten sich die 193 UN-Mitgliedsstaaten geeinigt, den Migrationspakt zu schließen. Bildrechte: dpa

Hintergrund Das steht im UN-Migrationspakt

23 Ziele formulieren die Vereinten Nationen in ihrem Migrationspakt, der den Umgang mit Migranten und Flüchtlingen international regeln soll. Im Dezember wird über das Papier abgestimmt.

Die Flaggen einiger Mitgliedsländer wehen am 29.02.2016 in New York vor dem UN-Gebäude.
Im Jahr 2016 hatten sich die 193 UN-Mitgliedsstaaten geeinigt, den Migrationspakt zu schließen. Bildrechte: dpa

In insgesamt 54 Punkten halten die Vereinten Nationen in ihrem Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration fest, wie der Umgang mit Migranten künftig international geregelt werden soll. Neben 23 übergeordneten Zielen gehören dazu auch Vereinbarungen für deren Umsetzung und Überprüfung. Ein Überblick:

Politik auf Grundlage von Fakten

Um politische Entscheidungen auf Fakten stützen zu können, verpflichten sich die Staaten in dem Abkommen, korrekte Daten zur Migration zu erheben, zu analysieren und zu verbreiten.

Lebensbedingungen weltweit verbessern

Durch bessere politische, wirtschaftliche, soziale und Umweltbedingungen soll es für mehr Menschen möglich werden, in ihrer Heimat zu bleiben.

Rechte von Migranten schützen

Migranten sollen besser gegen Ausbeutung, Missbrauch und die Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten geschützt werden.

Integration in Zielgesellschaft stärken

Auf der Basis von gegenseitigem Respekt sollen Migranten vollständig in die Gesellschaft des Ziellandes eingegliedert und der soziale Zusammenhalt insgesamt gestärkt werden.

Menschenleben retten

Eine bessere internationale Koordination von Rettungseinsätzen soll den Tod und die Verletzung von Migranten verhindern.

Schleuser effektiv verfolgen

Prävention und strafrechtliche Verfolgung der Schleusung von Migranten sowie von Menschenhandel wollen die Staaten verstärken. Zugleich sollen die Menschenrechte der geschmuggelten Migranten besser geschützt werden.

Sichere und würdevolle Rückkehr

Rückführung und Wiederaufnahme von Migranten sollen sicher und würdevoll organisiert werden und individuelle Bedingungen der Betroffenen berücksichtigen.

Rassismus entgegenwirken

Gegen alle Formen von Diskriminierung soll ein öffentlicher Diskurs auf Grundlage von nachweisbaren Fakten gefördert werden. Den Schutz der freien Meinungsäußerung betonen die UN zugleich als wichtigen Faktor für ein umfassendes Verständnis aller Aspekte der Migration.

Die 23 Ziele der UN zur sicheren, geordneten und regulären Migration im Wortlaut: 1. Erhebung und Nutzung korrekter und aufgeschlüsselter Daten als Grundlage für eine Politikgestaltung, die auf nachweisbaren Fakten beruht.

2. Minimierung nachteiliger Triebkräfte und struktureller Faktoren, die Menschen dazu bewegen, ihre Herkunftsländer zu verlassen.

3. Bereitstellung korrekter und zeitnaher Informationen in allen Phasen der Migration.

4. Sicherstellung dessen, dass alle Migranten über den Nachweis einer rechtlichen Identität und ausreichende Dokumente verfügen.

5. Verbesserung der Verfügbarkeit und Flexibilität der Wege für eine reguläre Migration

6. Förderung einer fairen und ethisch vertretbaren Rekrutierung von Arbeitskräften und Gewährleistung der Bedingungen für eine menschenwürdige Arbeit.

7. Bewältigung und Minderung prekärer Situationen im Rahmen von Migration.

8. Rettung von Menschenleben und Festlegung koordinierter internationaler Maßnahmen betreffend vermisste Migranten.

9. Verstärkung der grenzübergreifenden Bekämpfung der Schleusung von Migranten.

10. Prävention, Bekämpfung und Beseitigung von Menschenhandel im Kontext der internationalen Migration.

11. Integriertes, sicheres und koordiniertes Grenzmanagement.

12. Stärkung der Rechtssicherheit und Planbarkeit bei Migrationsverfahren zur Gewährleistung einer angemessenen Prüfung, Bewertung und Weiterverweisung.

13. Freiheitsentziehung bei Migranten nur als letztes Mittel und Bemühung um Alternativen.

14. Verbesserung des konsularischen Schutzes und der konsularischen Hilfe und Zusammenarbeit im gesamten Migrationszyklus.

15. Gewährleistung des Zugangs von Migranten zu Grundleistungen.

16. Befähigung von Migranten und Gesellschaften zur Verwirklichung der vollständigen Inklusion und des sozialen Zusammenhalts.

17. Beseitigung aller Formen der Diskriminierung und Förderung eines auf nachweisbaren Fakten beruhenden öffentlichen Diskurses zur Gestaltung der Wahrnehmung von Migration.

18. Investition in Aus- und Weiterbildung und Erleichterung der gegenseitigen Anerkennung von Fertigkeiten, Qualifikationen und Kompetenzen.

19. Herstellung von Bedingungen, unter denen Migranten und Diasporas in vollem Umfang zur nachhaltigen Entwicklung in allen Ländern beitragen können.

20. Schaffung von Möglichkeiten für schnellere, sicherere und kostengünstigere Rücküberweisungen und Förderung der finanziellen Inklusion von Migranten.

21. Zusammenarbeit bei der Ermöglichung einer sicheren und würdevollen Rückkehr und Wiederaufnahme sowie einer nachhaltigen Reintegration.

22. Schaffung von Mechanismen zur Übertragbarkeit von Sozialversicherungs- und erworbenen Leistungsansprüchen.

23. Stärkung internationaler Zusammenarbeit und globaler Partnerschaften für eine sichere, geordnete und reguläre Migration.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. Oktober 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2018, 18:38 Uhr