Ein Demonstrant wirft bei einer Anti-Regierungs-Demontration in der Nähe des Regierungsgebäudes einen Molotow-Cocktail.
Auf das Werfen von Molotow-Cocktails und Steinen reagiert die Polizei in Hongkong mit Wasserwerfern und Tränengas. Bildrechte: dpa

Neue Zusammenstösse Hongkong: Aktivisten verbrennen chinesische Flagge

Am Sonntag sind trotz eines Demonstrationsverbots wieder zehntausende Menschen in Hongkong auf die Straße gegangen. Seit nunmehr 15 Wochen liefern sich Aktivisten und Polizisten auch tätliche Auseinandersetzungen.

Ein Demonstrant wirft bei einer Anti-Regierungs-Demontration in der Nähe des Regierungsgebäudes einen Molotow-Cocktail.
Auf das Werfen von Molotow-Cocktails und Steinen reagiert die Polizei in Hongkong mit Wasserwerfern und Tränengas. Bildrechte: dpa

In Hongkong demonstrieren seit fast vier Monaten Bürger auf der Straße - so auch an diesem Wochenende. Wie Agenturen berichten, haben Zehntausende trotz eines polizeilichen Demonstrationsverbotes friedlich demonstriert. Sie waren dem Aufruf der Organisation "Civil Human Rights Front" gefolgt, die bereits Märsche mit bis zu mehr als einer Million Teilnehmer organisiert hatte.

Anhaltende Proteste in Hongkong

In Hongkong haben sich erneut Demonstranten und Polizei Auseinandersetzungen geliefert.

Demonstranten, die Regenschirme tragen, ziehen bei einer Anti-Regierungs-Demonstration durch sie Straße.
Demonstranten mit Regenschirmen ziehen bei einer Anti-Regierungs-Demonstration durch ein Einkaufsviertel in der Innenstadt von Hongkong. Die Geschäfte sind aus Angst vor Schäden geschlossen. Bildrechte: dpa
Demonstranten, die Regenschirme tragen, ziehen bei einer Anti-Regierungs-Demonstration durch sie Straße.
Demonstranten mit Regenschirmen ziehen bei einer Anti-Regierungs-Demonstration durch ein Einkaufsviertel in der Innenstadt von Hongkong. Die Geschäfte sind aus Angst vor Schäden geschlossen. Bildrechte: dpa
Eine Demonstrantin wirft bei einer Anti-Regierungs-Demonstration in der Nähe des Regierungsgebäudes einen Stein.
Nahe des Regierungsgebäudes werfen Demonstranten mit Steinen. Bildrechte: dpa
 Hongkong: Ein Polizist fällt zu Boden, während ein weiterer einen Demonstrant auf dem Boden festhält. Nachdem Kämpfe zwischen Pro-China-Anhängern und Anti-Regierungs-Protestierenden im Amoy Plaza Einkaufszentrum in Kowloon Bay ausgebrochen sind werden dort Demonstranten verhaftet.
Bei dem Versuch Demonstranten festzunehmen, kommt es immer wieder zu Gerangel zwischen Polizisten und Aktivisten. Bildrechte: dpa
Demonstranten mit US-amerikanischen Flaggen versammeln sich in einem Einkaufsviertel während einer Anti-Regierungs-Demonstration.
Die Demonstraten schwenken US-Flaggen: Sie haben US-Präsident Donald Trump um Hilfe gebeten und fordern, dass der US-Kongress ihre Protestbewegung unterstützt. Bildrechte: dpa
Hongkong: Ortsansässige singen in einem Einkaufszentrum ein von Demonstranten geschriebenes Lied mit dem Titel Glory be to thee.
In einem Einkaufszentrum singen Demonstranten das von einem anonymen Künstler extra für die Protestbewegung komponierte Lied "Glory to Hongkong". Bildrechte: dpa
Demonstranten, die Regenschirme tragen, ziehen durch die Straßen, während die Polizei Wasserwerfer einsetzt.
Gegen die Demonstranten setzte die Polizei in Hongkong Tränengas und Wasserwerfer ein. Bildrechte: dpa
Die Skyline von Hongkong ist von Rauch eingehüllt.
Seit Wochen kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen, bei denen Demonstranten Brandsätze werfen und öffenliche Einrichtungen beschädigen. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute stehen in der Nähe einer verbrannten chinesischen Nationalflagge.
Symbolhaft wurde hier eine chinesische Flagge verbrannt. Viele Bürger fürchten einen wachsenden Einfluss Chinas auf Hongkong. Bildrechte: dpa
Hongkong: Demonstranten halten britische Flaggen und Plakate mit dem Bild von britischen Queen Elizabeth II. während einer friedlichen Demonstration vor dem britischen Konsulat. Hunderte von Aktivisten aus Hongkong versammelten sich in diesem Monat zum zweiten Mal vor dem britischen Konsulat, um nach internationaler Unterstützung in ihren Proteste gegen demokratische Reformen im teilautonomen chinesischen Gebiet anzufordern.
Vor dem britischen Konsulat demonstrieren Menschen mit dem Bild von Queen Elizabeth II. Als ehemals britische Kolonie wurde Hongkong 1997 von Großbritannien an China zurückgegeben. Bildrechte: dpa
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Danach kam es vor dem Regierungssitz erneut zu Ausschreitungen. Gewaltbereite Demonstranten warfen Brandsätze und Steine auf Polizisten hinter den Absperrungen. Die meist schwarz gekleideten, mit Gasmasken und Helmen ausgerüsteten oder vermummten Aktivisten hatten zuvor Straßenblockaden errichtet und U-Bahn-Einrichtungen beschädigt. Die Polizei reagierte darauf mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern mit teils blau gefärbtem Wasser - vermutlich, um die Aktivisten zu markieren.

 Hongkong: Demonstranten halten Plakate und singen Slogans während einer Anti-Regierungs-Demonstration auf einer Straße. Tausende von Hongkongern sangen Slogans und marschierten in einem Einkaufsviertel in der Innenstadt trotz eines polizeilichen Verbots, wobei die Geschäfte aus
Das Hakenkreuz auf der abgewandelten chinesischen Flagge soll auf Menschenrechtsverletzungen in China hinweisen. Bildrechte: dpa

In Berichten lokaler Fernsehsender waren Demonstranten zu sehen, die ein Plakat zum 70. Gründungstag der Volksrepublik China und eine chinesische Flagge verbrannten. Ein neuer Begriff geht in Hongkong um: "Chinazi" - eine Mischung aus "China" und "Nazi". Demonstranten wollen damit auf die Menschenrechtsverletzungen der Kommunistischen Partei Chinas hinweisen. Sie fürchten außerdem, dass die chinesische Regierung zunehmenden Einfluss auf die Regierung in Hongkong ausübt.

Am Wochenende ist es aber auch zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Demonstrantengruppen gekommen - auf der einen Seite Peking-treue Gruppen mit roten chinesischen Nationalflaggen und auf der anderen Seite die Regierungskritiker. Diese fordern unter anderem den Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam und eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt. Weiterhin setzen sie sich für eine Amnestie der bereits Festgenommenen und Neuwahlen ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. September 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2019, 18:30 Uhr