Polizisten in Schutzausrüstung nehmen einen Demonstranten im Hongkonger Flughafen fest.
Immer wieder kommt es in Hongkong zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Bildrechte: dpa

Hongkong Aktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei

Am Samstag ist es in Hongkong erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Bekannte Aktivisten kritisieren die Regierung massiv: Hongkong habe sich "in einen Polizeistaat mit Polizeigewalt" verwandelt.

 Polizisten in Schutzausrüstung nehmen einen Demonstranten im Hongkonger Flughafen fest.
Immer wieder kommt es in Hongkong zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Bildrechte: dpa

Bekannte Hongkonger Demokratie-Aktivisten haben schwere Vorwürfe gegen die Polizei und die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone erhoben. Am Rande ihres Besuchs in Washington kritisierte Joshua Wong am Samstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, Hongkong habe sich "von einer modernen globalen Stadt in einen Polizeistaat mit Polizeigewalt" verwandelt.

Erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

Auch die Popsängerin Denise Ho sprach von einem "Polizeistaat". Die Regierung verstecke sich hinter der Polizei und lehne es ab, eine Lösung für die Krise zu finden, sagte Ho. Der Aktivist Brian Leung warf Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam vor, die Polizei für ihren persönlichen Machterhalt zu nutzen. Die Regierung missbrauche ihre "öffentliche Macht, um die Menschen zu quälen und sie zum Schweigen zu bringen", sagte Leung.

Am Samstag hatte es bei Protesten in Hongkong erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Demonstration in Tuen Mun nahe der Grenze zu China hatte zunächst friedlich begonnen. Vor einem Regierungsgebäude riss eine kleine Gruppe von Demonstranten dann eine chinesische Fahne herunter und verbrannte sie. Die Spannungen nahmen schnell zu, nachdem ein Einsatzkommando der Polizei einen Park stürmte, in dem sich viele Demonstranten versammelt hatten. Es gab eine Reihe von Festnahmen.

1.500 Festnahmen seit Beginn der Proteste

Wong ist nach eigenen Angaben einer von insgesamt rund 200 Aktivisten, denen im Zusammenhang mit den Protesten der Prozess gemacht werden soll. Seit Beginn der Proteste vor mehr als drei Monaten wurden rund 1.500 Menschen festgenommen, laut Wong befand sich darunter auch ein zwölfjähriges Kind.

Die seit mehr als drei Monaten andauernden Proteste in Hongkong hatten sich anfangs gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festlandchina vorsah. Unter dem Druck der Demonstranten zog die Hongkonger Regierung das Gesetz komplett zurück. Mittlerweile richten sich die Proteste aber generell gegen die pekingtreue Führung in Hongkong und die Beschneidung der Bürgerrechte. Die Demonstranten fordern unter anderem den Rücktritt von Regierungschefin Lam, eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. September 2019 | 05:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 11:00 Uhr

2 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 3 Wochen

Aktivisten vs Polizei?

diese Unschuldslämmer, diese Aktivisten.
dort sind der Polizei nicht so die Hände gebunden wie hier

kennemich vor 3 Wochen

Tolle Aktivisten die auch zündeln.