Griechenland Athen will 1.000 Flüchtlinge von Lesbos aufs Festland bringen

Seit 2016 kamen kaum noch Flüchtlinge von der Türkei aus auf den griechischen Inseln an. Doch in diesem Jahr steigen die Zahlen wieder. Am Donnerstag gab es die größte Massenankunft auf der Insel Lesbos seit Langem. Das Flüchtlingslager dort ist heillos überfüllt, 1.000 Migranten müssen aufs Festland verlegt werden. Neben der ungelösten Frage zum Umgang mit Flüchtlingen im Mittelmeer vor der libyschen Küste droht der EU ein neues Problem.

Flüchtlingslager Moria auf griechischer Insel Lesbos
Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist mehrfach überbelegt. Bildrechte: dpa

Nach der Ankunft Hunderter Bootsflüchtlinge auf der Insel Lesbos hat die griechische Regierung die Verlegung von etwa 1.000 Menschen aufs Festland angekündigt.

Kriegsschiffe sollen Anfang September die Flüchtlinge aus den völlig überfüllten Notbehausungen auf Lesbos ins zentrale griechische Registrierungslager Nea Kavala nahe Thessaloniki bringen.

Flüchtlingslager Moria mehrfach überbelegt

Am Donnerstag waren 16 Flüchtlingsboote mit rund 600 Menschen auf Lesbos angelandet. Nach Angaben der örtlichen Polizei und des UN-Hilfswerk UNHCR war es die größte Massenankunft seit drei Jahren.

Die Flüchtlinge, unter ihnen viele Kinder, wurden in das bereits überfüllte Flüchtlingscamp Moria gebracht. Laut der Organisation Ärzte ohne Grenzen halten sich dort mehr als 11.000 Menschen auf, obwohl das Lager nur für 3.000 Menschen ausgelegt ist.

Der Internationalen Organisation für Migration (OIM) zufolge wurden in der ersten Augusthälfte bereits 3.250 Bootsflüchtlinge auf den fünf griechischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos registriert, nach etwa 5.500 im gesamten Vormonat. Die Regierung in Athen bestätigte einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Funtioniert der EU-Türkei-Deal noch?

Das Außenministerium kontaktierte wegen der immer schwierigeren Unterbringung die Europäische Union und bestellte den türkischen Botschafter ein. Griechischen Medienberichten zufolge wurde die Türkei an ihre Verpflichtungen aus dem EU-Türkei-Abkommen erinnert.

Ankara und Brüssel hatten sich im März 2016 auf ein Abkommen geeinigt, das die illegale Einwanderung von zumeist syrischen Flüchtlingen über die Türkei nach Europa einschränken sollte. Dafür sagte die EU Ankara Milliardenhilfen zur Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei zu.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. August 2019 | 19:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2019, 21:55 Uhr

7 Kommentare

kennemich vor 25 Wochen

Ja wenn Gestern in kurzer Zeit gleich mal 540 mit Booten gekommen sind da muß man schon mal ein wenig Platz auf der Insel schaffen.

Gab es da nicht mal glaube in 2016 ein Abkommen mit der EU, wegen der Rückführung in die Türkei?

Besteht das noch?

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 25 Wochen

"Am Donnerstag waren 16 Flüchtlingsboote mit rund 600 Menschen auf Lesbos angelandet"

ich hoffe Herr Maas meldet sich zu Wort das wir diese in Deutschland aufnehmen. Sonst geht das Gezerre wieder los wer die Schutzsuchenden aufnehmen darf.

kennemich vor 25 Wochen

Er wird dann bestimmt sagen, wir brauchen Arbeitskräfte.