Nach Angriff auf US-Botschaft USA verlegen 750 zusätzliche Soldaten an den Golf

Die USA entsenden zusätzlich 750 Soldaten in den Nahen Osten. Hintergrund sind die Attacken tausender Demonstranten auf die US-Botschaft in Bagdad. US-Präsident Trump macht den Iran dafür verantwortlich.

US Marines vor einem CH-53E Super Stallion Helicopter an Bord der USS Makin Island.
US Marines auf einem US-Kriegsschiff im Persischen Golf (Archivbild). Bildrechte: imago/ZUMA Press

Nach dem Angriff auf die US-Botschaft in Bagdad schicken die Vereinigten Staaten 750 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Verteidigungsminister Mark Esper nannte die "unverzüglichen" Entsendungen eine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz von US-Personal und US-Einrichtungen in der Region. Nach Angaben eines hochrangigen US-Regierungsmitarbeiters wurden bereits 500 US-Soldaten nach Kuwait entsandt, die jetzt wahrscheinlich in den Irak verlegt würden.

Proteste nach Luftangriffen

In Bagdad hatten am Dienstag tausende aufgebrachte Demonstranten die Botschaft der USA gestürmt und ein Wachhäuschen angezündet. Auch am Mittwoch kam es vor dem Komplex erneut zu gewaltsamen Protesten. Demonstranten schleuderten Steine auf das Anwesen. Wie die irakische Nachrichtenagentur INA meldete, setzten Sicherheitskräfte Tränengas ein. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Anlass für die gewaltsamen Proteste waren US-Luftangriffe gegen pro-iranische Schiiten-Milizen im Irak und in Syrien.

Trump mach Iran verantwortlich

US-Präsident Donald Trump machte den Iran für die Attacke auf die Botschaft verantwortlich. Er drohte mit Vergeltungsmaßnahmen. Zugleich erklärte Trump jedoch, er gehe nicht davon aus, dass die verschärften Spannungen mit dem Iran zu einem Krieg führen würden.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump gedroht, dass Teheran für mögliche Verluste von Menschenleben oder entstandene Schäden in den US-Einrichtungen "vollständig zur Verantwortung gezogen" werde. "Sie werden einen sehr hohen Preis zahlen! Dies ist keine Warnung, es ist eine Drohung", schrieb der US-Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter an die Adresse Teherans. "Frohes Neues Jahr!" fügte er hinzu.

Iran weist Schuld zurück

Die iranische Regierung wies eine Verantwortung für den Angriff auf die US-Botschaft zurück. Durch seine jüngsten Luftangriffe im Irak trügen die USA selbst die Schuld an der Attacke auf ihre Botschaft, sagte der iranische Außenamtssprecher Abbas Musawi.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Januar 2020 | 08:30 Uhr

10 Kommentare

meckersack vor 48 Wochen

Es hat noch niemals jemand einen Krieg einfach so vom Zaun gebrochen, man ist dort immer so „hineingezwungen“
wurden. Gezwungen durch finstere Mächte im Hintergrund, die den Strick um den Hals des Volkes gelegt haben. Die USA ist groß geworden, weil sie sich solche Konflikte zunächst aus einer gewissen Distanz betrachtet und dann auf das richtige Pferd gesetzt hat. Ob sie die richtigen Pferde in den Konflikten des Nahen Ostens gefunden haben, kann man geteilter Meinung sein. Aber grundsätzlich unterscheidet sich die US- Außenpolitik zwischen demokr., oder rep. Präsidenten, an dieser Ausrichtung nicht. Es sind bis jetzt ganz klar die Rep. Präsidenten gewesen, die die antiamerikanischen Ressentiments durch Überheblichkeit und Demonstration von Stärke am deutlichsten bedient haben, siehe die Bushs und Reagan? Sie schätzen den Trump falsch ein, wenn sie glauben er wäre anders, er ist ein republikanischer Parteisoldat und kommt nicht von außerhalb sagenumwobener Establishments!

Wessi vor 48 Wochen

@ Klartext ...ich stimme Ihnen nur tw. zu, Trump in eine Reihe mit mordenden Diktatoren, die samt+sonders schlecht waren, zu stellen.Immerhin wird er durch Parlament+Gesetz kontrolliert. Trump ist übel, aber er gehört m.E. nicht zu den von Ihnen zitierten Mordgesellen. Inwiefern sich die Welt über den Twitter-King wundert erschließt sich mir nicht.

Gerd Mueller vor 48 Wochen

Das iranische Trauma der Amerikaner begann vor mehr als 40 Jahren, als iranische Studenten am 4. November 1979 in die amerikanische Botschaft in Teheran eindrangen, wollten sie eigentlich nur ein paar Tage bleiben, um gegen die USA zu protestieren.
Die belogen die UNO, um sich am irakischen öl zu bereichern, mordeten und folterten sie Millionen Iraker und stürzten den ganzen Nahen Osten ins bis heutige Chaos.