Der irakische Kardinal Emmanuel III. Delly feiert Weihnachtsmesse in Kirche in Bagdad 2007.
Weihnachtsmesse in einer Kirche in Bagdad 2007 (Archivbild). Bildrechte: dpa

Christliches Fest Irak macht Weihnachten zum nationalen Feiertag

Weihnachten wird im Irak ein nationaler Feiertag. Das hat die Regierung des überwiegend muslimischen Landes beschlossen. Bis zum Irakkrieg 2003 lebten 1,4 Millionen Christen in dem Land. Heute sind es noch 300.000.

Der irakische Kardinal Emmanuel III. Delly feiert Weihnachtsmesse in Kirche in Bagdad 2007.
Weihnachtsmesse in einer Kirche in Bagdad 2007 (Archivbild). Bildrechte: dpa

Weihnachten wird im Irak nationaler Feiertag. Internationalen Medienberichten zufolge beschloss die Regierung in Bagdad, dass der 25. Dezember künftig nicht mehr nur für Christen, sondern für alle Bürger des Landes Feiertag sein soll. "Frohe Weihnachten unseren christlichen Mitbürgern, allen Irakern sowie jenen, die weltweit feiern", hieß es in einer Twitter-Mitteilung der Regierung.

Bitte des chaldäischen Patriarchen

Den Medienberichten zufolge griff die irakische Regierung eine entsprechende Bitte des Patriarchen der Chaldäisch-katholischen Kirche im Irak, Raphael Louis Sako I., auf. Dem US-Sender CNN zufolge lebten vor der US-Invasion 2003 im Irak rund 1,4 Millionen Christen. Seither sei die Zahl auf mittlerweile 300.000 gesunken. Hunderttausende Christen verließen ihre irakische Heimat aufgrund von Krieg, wirtschaftlicher Not oder wegen religiöser Verfolgung. Vor allem die Terrorherrschaft des sogenannten Islamischen Staates zwang zahlreiche Christen in die Flucht.

Zweiter Mann des Vatikan im Irak

Derzeit hält sich der zweite Mann des Vatikan, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, im Irak auf. An Heiligabend feierte er die Christmette in Bagdad gemeinsam mit Patriarch Sako. Zuvor war der Kardinalstaatssekretär von Ministerpräsident Adil Abd al-Mahdi empfangen worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Dezember 2018, 21:01 Uhr

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3 Kommentare

28.12.2018 20:31 Jürgen Förster 3

Es verließen also seit 2003 ca. 1,1 Mio irakische Christen ihre Heimat, wegen Krieg und Verfolgung. Schön allgemein gehalten.

Und nun die Preisfrage: Wer hat nochmal 2003 Irak angegriffen und dem Kriegs- und sanktionsgeschwächten Land den Ko-Schlag versetzt?
Und welche deutsche Oppositionsführerin und spätere Kanzlerin ist extra zu Bush geeilt, um ihm ihrer totale Kriegskoalitionswilligkeit zu versichern?
Die Christen werden es ihnen danken.

27.12.2018 15:57 Fragender Rentner 2

Wie bitte, er heißt dann "nationaler Feiertag"?

26.12.2018 22:55 lummox 1

"Frohe Weihnachten unseren christlichen Mitbürgern, allen Irakern sowie jenen, die weltweit feiern" an dieser formulierung kann sich die deutsche Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz ein beispiel nehmen. das erfordert aufrichtigkeit und mut angesichts einer weltweiten islamistischen bedrohung. persönlich interessiert mich mich zwar dieser religiöse mummenschanz nicht, aber für irak könnte das ein weg zum pluralismus sein.