Ein Arbeiter mit einem Fahrrad vor der iranischen Atomanlage in Buschehr
Atomanlage im iranischen Buschehr: Teheran zufolge ist das iranische Atomprogramm ziviler Natur. Bildrechte: IMAGO

Treffen in Helsinki EU-Länder wollen Atomabkommen mit dem Iran retten

Kurzfristig angesetzt, beraten die Außenminister von Großbritannien, Frankreich und Deutschland in Helsinki auch über das Atomabkommen mit dem Iran. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie die USA und der Iran wieder an einen Tisch gebracht werden können.

Ein Arbeiter mit einem Fahrrad vor der iranischen Atomanlage in Buschehr
Atomanlage im iranischen Buschehr: Teheran zufolge ist das iranische Atomprogramm ziviler Natur. Bildrechte: IMAGO

Die europäischen Garantie-Mächte des Atomabkommens mit dem Iran beraten bei einem kurzfristig angesetzten Treffen am Freitag, wie das Abkommen erhalten werden könnte. Das teilte die britische Regierung in der Nacht zum Freitag mit.

Der britische Außenminister Dominic Raab sagte, er treffe in Finnlands Hauptstadt Helsinki seine Kollegen aus Deutschland und Frankreich und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. In Helsinki tagen die EU-Außenminister derzeit ohnehin.

Suche nach Bedingungen

Wie es aus London hieß, sollten die Gespräche auf dem aufbauen, was beim G7-Gipfel Anfang der Woche in Biarritz besprochen worden sei. Da hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt, die Bedingungen für ein Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Staatschef Hassan Ruhani seien gegeben. Welche das gewesen seien, blieb dabei weitgehend offen.

Der Iran macht eine Aufhebung von Sanktionen zur Bedingung. Diese hatte Washington nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen wieder eingeführt. Das Abkommen zwischen den USA, China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland mit dem Iran war Mitte 2015 ausgehandelt und Anfang 2016 in Kraft gesetzt worden. Mitte 2018 kündigte US-Präsident Trump es jedoch einseitig auf.

Maas für Beitrag zur Deeskalation

"Das Atomabkommen ist das einzige auf dem Tisch, das den Iran daran hindert, Atomwaffen zu bekommen", sagte der britische Außenminister Raab. Man wolle "den Iran ermutigen, das Abkommen in vollem Umfang einzuhalten." Zugleich müsse man "Gefahren für die internationale Schifffahrt in der Straße von Hormus begegnen."

Der Iran hatte dort erst im Juli einige Öl-Tanker festgesetzt. Zudem wurden Handelsschiffe angegriffen, wofür die USA ebenfalls Teheran verantwortlich machte. Großbritannien beteiligt sich inzwischen an einer US-geführten Marinemission, die Begleitschutz geben soll. Deutschland und andere EU-Mitglieder machen nicht mit, weil ein solcher Einsatz aus ihrer Sicht die Spannungen in der Region erhöhen könnte. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte am Donnerstag dazu, "auch der Iran" müsse "einen Beitrag zur Deeskalation in der Region leisten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. August 2019 | 16:06 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2019, 13:10 Uhr

2 Kommentare

Leachim-21 vor 10 Wochen

irgend wie lustig diese Überschrift , denn wie will man das Atomabkommen retten , wenn die EU-Staaten sich von den USA erpressen lasen. und auch die Konzerne nicht mit machen , denen geht es doch nur um die Profite die Sie in den USA machen also werden diese sich hüten gegen den Willen der USA zu handeln. somit ist doch jeder versuch zum scheitern verurteilt.

kennemich vor 10 Wochen

Sind doch super unsere Politiker in der EU.