Der Britischer Öltanker Stena Impero
Der britische Öltanker "Stena Impero" soll nach Angaben der Iraner mit einem iranischen Fischerboot zusammengestoßen sein. Bildrechte: dpa

Begründung für Beschlagnahme Iran: Britischer Tanker stieß mit Fischerboot zusammen

Der Iran hat die Festsetzung eines britischen Tankers in der Straße von Hormus mit einer Kollision mit einem Fischerboot begründet. Der Vorfall solle untersucht werden. Der Schiffseigner sprach hingegen von einem "Angriff". Großbritannien empfahl seinen Schiffen, die Meerenge vorerst zu meiden.

Der Britischer Öltanker Stena Impero
Der britische Öltanker "Stena Impero" soll nach Angaben der Iraner mit einem iranischen Fischerboot zusammengestoßen sein. Bildrechte: dpa

Der Iran hat die Festsetzung des britischen Öltankers "Stena Impero" damit begründet, dass das Schiff mit einem iranischen Fischerboot zusammengestoßen ist. Der Chef der Hafen- und Schifffahrtsbehörde der iranischen Provinz Hormosgan erklärte am Samstag, entsprechend der rechtlichen Vorschriften seien Ermittlungen zur Unfallursache eingeleitet worden.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Freitag mitgeteilt, der Tanker habe gegen "internationale maritime Regeln" verstoßen. Er sei deshalb auf Ersuchen der Hafen- und Schifffahrtsbehörde von Hormosgan beschlagnahmt worden.

Schiffseigner widerspricht Iran

Dieser Screenshot der Webseite Marine Traffic zeigt die Route des britischen ֖ltankers Stena Impero, welches auf dem Weg nach Saudi-Arabien von den Iranischen Revolutionsgarden gestoppt wurde, und nun nach Norden in Richtung Iran zu fahren scheint.
Dieser Screenshot der Webseite Marine Traffic zeigt die Route des britischen ֖ltankers "Stena Impero" auf dem Weg in den Iran. Bildrechte: dpa

Der schwedische Eigner des Öltankers widersprach der Darstellung der Iraner. Demnach sei die "Stena Impero" in internationalen Gewässern "von nicht identifizierten kleinen Schiffen und einem Hubschrauber angegriffen" worden. Ein zweites Schiff wurde bei dem Zwischenfall vorübergehend an der Weiterfahrt gehindert.

Am Samstag legte der britische Tanker unterdessen in der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas an. Die 23 Besatzungsmitglieder dürfen das Schiff vorerst nicht verlassen, teilte die iranischen Nachrichtenagentur Fars Afifipoor mit.

Britische Schiffe sollen Straße von Hormus meiden

Jeremy Hunt
Hunt: "Iran muss mit ernsthaften Konsequenzen rechnen." Bildrechte: dpa

Nach dem jüngsten Zwischenfall in der Straße von Hormus rät Großbritannien den Schiffen seines Landes, vorerst die Meerenge zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf zu meiden. Britische Schiffe sollten die Gewässer um die Straße von Hormus "vorläufig" nicht durchqueren, teilte die britische Regierung am Samstag mit. Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt hatte dem Iran zuvor ernsthafte Konsequenzen angedroht.

Bundesregierung fordert "unverzügliche" Freigabe

Rückendeckung erhält Großbritannien in der Sache unter anderem auch aus Deutschland. Das Auswärtige Amt in Berlin rief den Iran am Samstag auf, die "Stena Impero" und ihre Besatzung "unverzüglich freizugeben". Eine weitere regionale Eskalation wäre sehr gefährlich, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juli 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 20:30 Uhr

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15 Kommentare

22.07.2019 20:30 Carolus Nappus 15

Annerose, in welcher Traumwelt leben Sie denn? Seit wann dürfen denn Schiffe in internationalen oder gar Hoheitsgewässern Dritter einfach so auf Zuruf beschlagnahmt werden? Da ist vorerst schon mindestens zweimal etwas falsch gemacht worden vom Iran.

22.07.2019 12:08 Annerose will 14

Sollte es tatsächlich einen Zusammenstoß gegeben haben , muß Fall erstmal geklärt werden. Vorerst hätte dann der Iran alles richtig gemacht. Die Briten sollten bei ihrer schlimmen Vergangenheit bzgl. Iran lieber vorsichtig sein. Sie sind dort nicht gern gesehen. Das wird schnell vergessen.

21.07.2019 21:12 Peter 13

Weder die USA noch die Briten suchen eine militärische Auseinandersetzung mit dem Iran. Wenn dem so wäre, hätten sie schon genug Gründe dafür gehabt. Dem Regime in Teheran sollte dies über Sanktionen mit Handelsstop, Einfrieren der Konten und Einreiseverboten deutlich gemacht werden. Es wird sich dann zeigen, wie lange es dauert, bis das Mullahregime im Iran merkt, dass man Öl nicht essen kann.

21.07.2019 18:28 maheba 12

Wem das alles nicht passt soll doch bitte in den Iran überwechseln.
Ich bin hier in der "freien Welt" und fühle mich wohl. Ja, jetzt kommt natürlich wieder das "aber", ist mir egal - ich lebe hier und nehme keine Partei für ein Regime.

21.07.2019 14:03 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 11

Operation Ajax oder auch Irans gestohlene Demokratie. Ein Lehrstück wertegemeinschaftlicher Segnungen. Darf als Hintergrund der derzeitigen Situation nicht verschwiegen werden.

Der besorgte Wutbürger fragt sich auch, warum die pösen Pupen immer auf Öl oder anderen wertvollen Ressourcen sitzen müssen.

21.07.2019 10:39 Fragender Rentner 10

Zitat von Oben: Der Schiffseigner sprach hingegen von einem "Angriff".

Warum schreibt man "Angriff" so?

Und nicht nur Angriff ohne Sonderzeichen?

21.07.2019 10:35 Frederic 9

Wenn auf See zwei Schiffe kollidieren gilt das See = Wege- recht. Das besagt der Tanker hat Wegerecht, das Fischer- boot war somit, wartepflichtig ! Das Ding kann auch anderes gesehen werden, wenn der Tanker im iranischen Gewässer war. Man kann hier Fachsimpelei machen.
Nur der Grund warum der Iran so reangiert, ist das Gefasel von dem Trump, denn der möchte gegen den Iran KRIEG machen - er sucht nach einem Grund. Nur hat der Iran aber gezeigt, was die von dem Trump halten und haben gezeigt, wozu der Iran, bei einem USA Angriff tun kann ! Die USA spielt sich gerne als "Weltpolizei auf,
aber die USA sollte erst mal, bervor die ANDEREN bevor- munden wollen, den Müll vor der EIGENEN TÜR räumen!

21.07.2019 08:46 Theo Clüver 8

Briten und Amis holten sich Öl aus Irak, nach dem UNO belogen und Krieg provoziert wurde. Ähnlich schaut es mit Öl aus Iran aus weil die Mullas sich nicht wie Nordkorea, Pakistan, Indien, China oder Russland schützen können

21.07.2019 08:37 Carolus Nappus 7

Nee, die Iraner haben den Tanker doch nur festgesetzt, weil er ein Fischerboot gerammt hat. Ansonsten hätten die doch gesagt, dass der wegen irgendeines Verstoßes gegen irgedwelche vom Iran verhängten Sanktionen festgesetzt worden ist.

21.07.2019 02:30 H.E. 6

@ Michael Möller
Obwohl China mit der Politik von Nordkorea auch nicht einverstanden ist, unterstützen sie Nordkorea, denn sie wollen nicht Südkorea und damit die US-Amerikaner direkt vor ihrer Haustüre haben.
Ähnliches könnte ich mir auch bei dem Vorfall in der Straße von Hormus vorstellen. Das iranische Volk leidet kolossal, aber das ist doch den Mullahs völlig gleichgültig wie es ihrer Bevölkerung geht, so wie in Nordkorea auch. Wenn jemand aufmuckt oder z.B. vom angeblich so tollen Islam zum Christentum konvertiert, wird er zum Tode verurteilt. Jeder sollte sich einmal die Statistiken der vollstreckten Todesurteile der ganzen letzten Jahre ansehen. Vielleicht denken sie dann über den Iran mit ihren Mullahs etwas anders.