Naher Osten Iranischer Raketenangriff auf US-Truppen im Irak

Der Iran hat zwei von den USA genutzte Militärbasen im Irak mit Raketen beschossen. Das Pentagon in Washington bestätigte, mehr als ein Dutzend Geschosse seien auf den Stützpunkten eingeschlagen. Opfer gab es offenbar keine.

Die von einem Hubschrauber aus aufgenommene Luftaufnahme zeigt den vom US-Militär genutzten Stützpunkt Ain al-Assad.
Der von der US-Army genutzte irakische Stützpunkt Ain al Asad. Bildrechte: dpa

Der Iran hat nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums zwei Militärbasen im Irak angegriffen. Betroffen von dem Beschuss mit mehr als zwei Dutzend Raketen seien der Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil. Die USA würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihre Soldaten, Partner und Verbündeten in der Region zu schützen, hieß es weiter.

Iran spricht von Vergeltung

Das iranische Staatsfernsehen rechtfertigte den Raketenangriff als Vergeltungsmaßnahme für die Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einer US-Drohnenattacke.

Nach bisherigen US-Angaben gab es keine Opfer. Auch das irakische Militär meldete am Morgen, es habe keine einheimischen Opfer gegeben. Es seien 22 Raketen auf irakisches Gebiet abgeschossen worden, 17 auf den Luftwaffenstützpunkt Asad und fünf auf den Stützpunkt Erbil.

Trump berät sich mit Sicherheitsteam

Der Iran drohte im Staatsfernsehen mit weiteren "noch verheerenderen" Angriffen gegen die USA. Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Donald Trump sei über die Angriffe in Kenntnis gesetzt worden. Er verfolge die Lage genau und berate sich mit seinem Sicherheitsteam. Inzwischen sind laut Nachrichtenagentur Reuters Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper im Weißen Haus eingetroffen, um mit Trump über die Lage zu beraten.

In einem ersten Statement von Trump auf Twitter hieß es: "Alles ist gut! (...) Wir haben die stärkste Armee der Welt." Er kündigte für Mittwoch eine Erklärung an.

Deutsche Soldaten wohlauf

Im angegriffenen Standort Erbil sind auch deutsche Soldaten stationiert. Nach Bundeswehrangaben sind alle wohlauf. Ein Sprecher des Einsatzkommandos in Potsdam sagte nach den Angriffen, er stehe in Kontakt mit den Soldaten. Es gehe ihnen gut. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte im ARD-Morgenmagazin, die erhöhten Schutzmaßnahmen hätten gegriffen. Jetzt müsse alles getan werden, um die Lage zu beruhigen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Januar 2020 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2020, 06:54 Uhr

33 Kommentare

Klaus vor 2 Wochen

Zitat: "Es macht schon irgendwie traurig, dass man solche Personen mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht habhaft werden kann."
Das gilt für die Kriegsverbrecher auf der anderen Seite allerdings ebenso.

Und wer rechtsstaatliche Mittel meidet, der darf sich erst recht nicht beschweren wenn andere das auch tun.

CrizzleMyNizzle vor 2 Wochen

"Auch einen heimtückischen Terrorristen darf man nicht ermorden! Er müsste vor Gericht gestellt werden."
Total richtig, die Frage ist halt vor welches Gericht man solch eine Person stellen sollte... im Iran gehts ja wohl nicht ;)
Doof und Clever zugleich dass die USA den intern. Gerichtshof für Menschenrechte nicht akzeptieren, wäre ggf. eine Anlaufstelle. Nur dann müsste der dennoch irgendwie eingesammelt werden.
Es macht schon irgendwie traurig, dass man solche Personen mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht habhaft werden kann.

CrizzleMyNizzle vor 2 Wochen

Ach Gandalf, versuchen Sie doch hier nichts zu verdrehen.
Sie haben doch damit angefangen zu behaupten der Iran würde "verantwortungsvoll" handeln, ich habe das bestritten und auch dargelegt warum, bzw. was besser käme. Dazu passen iranische Atomphysiker nicht.
Ein Raketenangriff auf mehrere (US/NATO) Stützpunkte hat nichts, aber gar nichts mit verantwortungsvoll zu tun.
Eher der Fakt der sich im Laufe des gestrigen Abends herausstellte (vorher noch fix alle möglichen Beteiligten informiert so das man evakuieren konnte).
Alles in Allem, mit Raketen um sich werfen passt schlicht nicht zum Wort "verantwortungsvoll". (klar dass ich damit auch DT/USA meine)