Das von Stena Bulk zu Verfügung gestellte undatierte Foto zeigt den britischen Öltanker ''Stena Impero''.
Der Iran hat den britischen Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus gestoppt und Richtung eigenes Festland fahren lassen. Bildrechte: Stena Bulk/Stena Bulk/AP/dpa

Neuer Vorfall Iran setzt britischen Tanker fest

Ein neuer Zwischenfall heizt die Spannungen im Persischen Golf an. Der Iran brachte einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker auf. Die Reederei erklärte, dass Schiff sei in internationalen Gewässern gefahren.

Das von Stena Bulk zu Verfügung gestellte undatierte Foto zeigt den britischen Öltanker ''Stena Impero''.
Der Iran hat den britischen Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus gestoppt und Richtung eigenes Festland fahren lassen. Bildrechte: Stena Bulk/Stena Bulk/AP/dpa

Die Iranischen Revolutionsgarden haben einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker gestoppt. Auf ihrem Internetportal erklärten sie, der Tanker "Stena Impero" habe internationale maritime Vorschriften nicht beachtet. Der Tanker sei deshalb in der Straße von Hormus gestoppt und zur Küste gebracht worden. Dort sei er an die zuständige Behörde übergeben worden.

USA sprechen von böswilligem Verhalten

Jeremy Hunt
Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt Bildrechte: dpa

Die britische Regierung hat dem Iran mit "ernsten Konsequenzen" gedroht, sollte der festgesetzte Öltanker nicht bald freigegeben werden. Außenminister Hunt sagte, es gehe aber nicht um militärische Optionen. Die US-Regierung erklärte, es sei das zweite Mal in etwas mehr als einer Woche, dass das Vereinigte Königreich Ziel eskalierender Gewalt durch das iranische Regime sei. Die USA würden weiterhin mit ihren Verbündeten zusammenarbeiten, um die Sicherheit und Interessen gegen das bösartige Verhalten des Iran zu verteidigen. Das US-Militär teilte mit, Aufklärungsflugzeuge überwachten die Lage über der Straße von Hormus. Zudem würden Soldaten nach Saudi-Arabien entsandt. Dies diene als zusätzliche Abschreckungsmaßnahme.

Unternehmen: Schiff fuhr in internationalen Gewässern

Das Schiff gehört der schwedischen Firma "Stena Bulk". Sie bestätigte den Zwischenfall. Ihren Angaben zufolge hatte sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden, als sich mehrere unbekannte kleinere Boote und ein Hubschrauber der "Stena Impero" genähert hatten. Inzwischen fahre der Tanker nach Norden in Richtung Iran. Das Unternehmen teilte weiter mit, es habe derzeit keinen Kontakt zur 23-köpfigen Schiffsbesatzung. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden.

Wie Daten der Internetseite Marine Traffic zeigen, war die "Stena Impero" vom Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Al-Dschubail in Saudi-Arabien unterwegs. Als es die Straße von Hormus passiert hatte, verließ es seinen Kurs.

Dieser Screenshot der Webseite Marine Traffic zeigt die Route des britischen ֖ltankers Stena Impero, welches auf dem Weg nach Saudi-Arabien von den Iranischen Revolutionsgarden gestoppt wurde, und nun nach Norden in Richtung Iran zu fahren scheint.
Der Screenshot der Webseite "Marine Traffic" zeigt die Route des britischen ֖ltankers "Stena Impero", welcher auf dem Weg nach Saudi-Arabien von den Iranischen Revolutionsgarden gestoppt wurde, und nun nach Norden in Richtung Iran zu fahren scheint. Bildrechte: dpa

Zweiter aufgebrachter Tanker wieder freigegeben

Auch ein zweiter Öltanker wurde vorübergehend von den iranischen Revolutionsgarden gestoppt. Die "Mesdar" fährt unter liberianischer Flagge und gehört einer britischen Reederei. Nach Angaben der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars wurde der Tanker kurz angehalten und ermahnt, Umweltschutzbestimmungen einzuhalten. Dann habe die "Mesdar" die Fahrt fortsetzen dürfen und iranische Gewässer verlassen. Die Reederei bestätigte in der Nacht auf Sonnabend, dass der Öltanker wieder freigegeben wurde. Bewaffnete hätten die "Mesdar" geentert, das Schiff später jedoch wieder verlassen. Der Besatzung gehe es gut.

Nicht die ersten Zwischenfälle

Seit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 haben die internationalen Spannungen in der Region zugenommen.

Ein von der Iranian Students' News Agency (ISNA) zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen brennenden Öltanker.
Der Öltanker "Front Altair" geriet nach einem Angriff in Brand. Bildrechte: dpa

Erst gab es mehrere Sabotageakte an Öltankern im Persischen Golf. Die USA machen dafür den Iran verantwortlich. Der wies die Anschuldigungen zurück.

Anfang Juli war in Gibraltar der iranische Öltanker "Grace 1" aufgebracht worden. Die Behörden des britischen Überseegebiets verdächtigen den Iran, Syrien unter Verstoß gegen internationale Sanktionen mit Öl beliefern zu wollen. Auch hier wies Teheran die Vorwürfe zurück und drohte mit Konsequenzen.

Am Donnerstag gaben die iranischen Revolutionsgarden bekannt, dass sie im Persischen Golf den Tanker "Riah" festgesetzt haben, der unter der Flagge Panamas fährt.

Streit um Drohnen-Abschuss

Außerdem streiten derzeit die USA und der Iran über den Abschuss einer Drohne. US-Präsident Trump behauptet, es gebe keine Zweifel daran, dass ein US-Kriegsschiff eine iranische Drohne abgeschossen habe.

Regierung und Armee in Teheran erklärten dagegen, sie vermissten keine Drohne. Vize-Außenminister Abbas Araktschi mutmaßte, die USA könnten irrtümlich ihr eigenes Fluggerät abgeschossen haben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juli 2019 | 20:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2019, 05:10 Uhr