Mohammed Dschawad Sarif, der iranische Außenminister, kommt durch eine Tür.
Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Freitag in New York. Bildrechte: dpa

Neuer Zwischenfall am Persischen Golf Iran: USA haben wohl eigene Drohne abgeschossen

Wie schon jüngst bei Angriffen auf zwei Tanker gibt es jetzt auch Verwirrung um einen neuen Zwischenfall in der Straße von Hormus: Das iranische Außenministerium wies US-Angaben zur Zerstörung einer iranischen Drohne zurück. Man vermisse keine Drohne, das US-Militär habe möglicherweise eine eigene Drohne zerstört.

Mohammed Dschawad Sarif, der iranische Außenminister, kommt durch eine Tür.
Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Freitag in New York. Bildrechte: dpa

Das iranische Außenministerium hat US-Berichte zurückgewiesen, wonach in der Straße von Hormus eine Drohne des Iran von einem amerikanischen Marineschiff abgeschossen worden sei.

Vizeaußenminister Abbas Araghchi schrieb am Freitag auf Twitter, sein Land vermisse keine Drohne. Wahrscheinlich hätten die  Amerikaner aus Versehen eine eigene Drohne abgeschossen. Zuvor hatte auch Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärt, der Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

Washington verbal ungewöhnlich zahm

Dagegen hatte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag gemeldet, das US-Kriegsschiff "USS Boxer" sei in der Straße von Hormus von einer iranischen Drohne bedroht worden und habe diese zerstört. Jedoch wirkte Trump in seiner Rhetorik ungewöhnlich zurückhaltend. Er sprach keine neuen scharfen Drohungen gegen Teheran aus, bat lediglich die Verbündeten um Hilfe beim Schutz der Wasserstraße.

Vom US-Verteidigungsministerium erläuterte lediglich, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr Ortszeit ereignet. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Die USS Boxer befinde sich nun im Persischen Golf.

Das Pentagon machte keine Angaben dazu, ob die Drohne abgeschossen oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde. Unklar blieb auch, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.
Die Straße von Hormus. Bildrechte: dpa

Neuer Vorfall schürt Kriegsangst

Der neue Zwischenfall schürt Ängste vor einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran. Ende Juni hatte der Abschuss einer US-Drohne durch den Iran im gleichen Seegebiet beide Länder an den Rand einer militärischen Konfrontation gebracht.

Die Straße von Hormus spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen beiden Ländern. Fast ein Drittel des weltweiten Ölexports wird durch die Meerenge vor der iranischen Küste verschifft. Im Streit um das internationale Atomabkommen mit dem Iran und US-Sanktionen hatte Präsident Hassan Ruhani mit einer Blockade gedroht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Juli 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 11:06 Uhr

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4 Kommentare

19.07.2019 17:01 colditzer 4

Interessant.
Die USA eröffnen fast einen Krieg, weil der Iran angeblich eine amerikanische Drohne über internationalen Gewässern abschießt.
Und nun schießen die Amerikaner mal so einfach eine angebliche iranische Drohne über internationalen Gewässern ab.
Aber der Iran vermisst keine.
"Mehrere Aufrufe, sich zurückzuziehen, seien ignoriert worden...
Mich würde mal interessieren, wen haben denn die Amerikaner da über Funk oder wie auch immer kontaktiert?
Oder haben sie Zwiegespräche mit der Drohne geführt?
Ich habe das dumme Gefühl, die haben mit ihrer eigenen Gegenstelle kommuniziert.
Macht nichts.
Wird halt eine neue Drohne gekauft.

19.07.2019 14:02 mattoaupa 3

okay, den iranern muß man nicht alles glauben aber die regierung der vereinigten alternativen fakten von übersee ist nunmal unten durch. keine seite wird zugeben, wem nun tatsächlich das spielzeug kaputtgemacht wurde und dritte aus der region, welche hier provozieren wollen, werden sich auch nicht aus der deckung hervorwagen. bleibt nur noch festzustellen, daß die amis in der region halt gern mal was vom himmel holen und dabei auch hoheitsgebiete ignorieren. kann man ja froh sein, daß es nicht wieder ne passagiermaschine war. die haben sich bis heute nicht dafür entschuldigt.

19.07.2019 13:00 Mika 2

Was für ein Märchen. Hahaha, köstlich.

19.07.2019 12:36 der Lange 1

Behüte uns vor solchen "Partnern". Wenn der Abschuss einer eigenen Drohne schon als Kriegsvorwand gilt.