Atomabkommen Iran hebt Beschränkungen für Atomforschung auf

Der Iran hat einen weiteren Schritt gemacht, um sich aus dem internationalen Atomabkommen zurückzuziehen. Präsident Hassan Ruhani gab bekannt, dass das Land sämtliche Beschränkungen für die Uranforschung und Entwicklung aufheben werde.

Der Iran hält sich nicht mehr an Forschungsbeschränkungen aus dem internationalen Atomabkommen. Präsident Hassan Ruhani kündigte im Fernsehen an, die iranische Atomenergiebehörde werde sich nicht mehr an "alle Verpflichtungen in dem Bereich" halten.

In der dritten Stufe soll die iranische Atomorganisation ab Freitag ohne Einschränkung alles in Angriff nehmen, was für den Ausbau der nationalen Atomtechnologie und für die Forschung notwendig ist.

Hassan Ruhani Präsident Iran

Was genau die iranische Atomorganisation unternehmen soll, sagte der Präsident nicht. Im Vorfeld war die Rede von schnelleren Zentrifugen, mit denen der Anreicherungsgrad von Uran auf 20 Prozent erhöht werden kann.

Zwei Monate Zeit für Vertragspartner

Zur Begründung sagte Ruhani, die von Frankreich initiierten jüngsten diplomatischen Bemühungen hätten nicht die "von uns gewünschten Ergebnisse" gebracht. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Äußerungen des US-Sondergesandten für den Iran, Brian Hook. Dieser hatte "jegliche Ausnahmen" von den Sanktionen ausgeschlossen.

Ruhani versicherte aber, dass die Vertragspartner des Atomabkommens zwei Monate Zeit haben würden, den Atomdeal vertragsgerecht umzusetzen. In dem Fall werde auch der Iran das Atomabkommen wieder einhalten.

USA verschärfen Sanktionen weiter

Unterdessen verschärften die USA am Mittwoch die Sanktionen gegen den Iran nochmals. Das US-Finanzministerium verhängte Strafmaßnahmen gegen ein angebliches "Netzwerk" für Schiffslieferungen von iranischem Öl. Das Netzwerk habe Millionen Barrel Öl an die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad geliefert.

Teheran reagiert mit dem schrittweisen Rückzug aus dem Atomabkommen auf die einseitige Aufkündigung des Vertrags durch US-Präsident Donald Trump im Mai 2018. Im Juli hatte der Iran bereits die erlaubte Menge von niedrig angereichertem Uran überschritten. Kurz darauf erhöhte das Land den Anreicherungsgrad über die zulässige Schwelle von 3,67 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. September 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2019, 06:54 Uhr

2 Kommentare

kennemich vor 11 Wochen

Wenn es schon einen oderer andere Staaten im Nahen Osten mit Atomwaffen gibt (nur inoffiziell) ob sich da der Iran auch bedroht fühlen darf?

So mancher flieg einfach in ander Staaten und schießt Reketen und anderes ab ohne bestraft zu werden ???

Leachim-21 vor 11 Wochen

nach meiner Meinung nach ist dieses Abkommen total gescheitert und dadurch wird früher oder später der Iran die Bombe haben und das alles nur weil die Vertragspartner sich von den USA erpressen lassen und keine eigene Außenpolitik haben sondern den USA blind hinterherlaufen. was für ein Irrsinn kann man da nur sagen.