Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, winkt nach der Wahl seinen Anhängern.
Hat auch auch bei der Neuwahl offenbar keine Mehrheit erreicht: Likud-Chef Benjamin Netanjahu Bildrechte: dpa

Prognosen Patt bei Parlamentswahlen in Israel

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab. In TV-Prognosen liegt der konservative Regierungschef Netanjahu und sein Likud etwa gleichauf mit dem Mitte-Bündnis der Opposition. Ausweg könnte eine große Koalition sein.

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, winkt nach der Wahl seinen Anhängern.
Hat auch auch bei der Neuwahl offenbar keine Mehrheit erreicht: Likud-Chef Benjamin Netanjahu Bildrechte: dpa

Nach der Parlamentswahl steuert Israel auf eine schwierige Regierungsbildung zu. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein Herausforderer Benny Gantz liegen laut Prognosen mehrerer Fernsehsender fast gleichauf.

Demnach käme der rechtsgerichtete Likud von Netanjahu auf 31 bis 33 Parlamentssitze, die Mitte-Rechts-Liste Blau-Weiß von Ex-Generalstabschef Gantz auf 32 bis 34 der 120 Sitze in der Knesset. Für die konservative Koalition von Netanjahu sowie das Mitte-Links-Lager um Gantz ergeben sich damit jeweils 54 bis 58 Mandate. Für eine Regierungsmehrheit sind mindestens 61 Mandate im Parlament notwendig.

Gantz und Lieberman für große Koalition

Benny Gantz, Kandidat des Oppositionsbündnis Blau-Weiß, spricht nach der Wahl zu seinen Anhängern.
Will eine große Koalition ohne Netanjahu: Benny Gantz Bildrechte: dpa

Netanjahu sprach sich nach der Wahl für die Bildung einer "starken zionistischen Regierung" aus. In den kommenden Tagen werde seine Partei dazu Verhandlungen aufnehmen, sagte er vor Anhängern in Tel Aviv unter Anspielung auf die arabischen Parteien, die laut den Prognosen mit elf bis 13 Sitzen rechnen können.

Herausforderer Gantz sprach sich offen für die Bildung einer Einheitsregierung aus. Er sagte vor Anhängern in Tel Aviv: "Ich werde mit allen sprechen." Allerdings hatte er einen Anit-Netanjahu-Wahlkampf geführt und eine Zusammenarbeit mit diesem ausgeschlossen.

Wahlbeteiligung höher als im April

Bei der Wahl zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung als im April ab. Die Zentrale Wahlkommission sprach am frühen Abend von 53,5 Prozent. Das wären 1,5 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Abstimmung vor fünf Monaten.

Die erneute Wahl wurde nötig, nachdem der amtierende Ministerpräsident Netanjahu mit der Bildung einer Regierung gescheitert war. Hauptkonkurrent von Netanjahus Likud-Partei ist erneut die Liste Blau-Weiß von Ex-Generalstabschef Gantz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 07:14 Uhr

3 Kommentare

Gerd Mueller vor 3 Wochen

wann liefern wir Waffen (wie z.B. U-Boote) obwohl Israel völkerrechtswidrig Ländereien der Nachbarländer annektierte? Russland wird wegen Krim-Annektion seit Jahren sanktioniert

kennemich vor 3 Wochen

Diese Politiker wollen natürlich nur das Beste für sich und die Welt.

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 3 Wochen

"Noch kein klarer Sieger bei Israels Parlamentswahlen"

GROKO? ;-)