Zerstörtes Haus nach Raketenangriff auf Ortschaft nahe Tel Aviv
Bei dem Raketenangriff wurde in der Ortschaft Mischmeret bei Tel Aviv ein Haus direkt getroffen. Bildrechte: dpa

Netanjahu verkürzt US-Reise Rakete trifft Haus nahe Tel Aviv

Sieben Israelis sind nahe Tel Aviv durch Raketenbeschuss verletzt worden. Israel macht die Palästinenser verantwortlich. Premier Netanjahu will seinen Besuch in den USA verkürzen. Er kündigte einen "kraftvollen" Gegenschlag an.

Zerstörtes Haus nach Raketenangriff auf Ortschaft nahe Tel Aviv
Bei dem Raketenangriff wurde in der Ortschaft Mischmeret bei Tel Aviv ein Haus direkt getroffen. Bildrechte: dpa

In Israel ist nördlich von Tel Aviv ein Haus von einer Rakete getroffen und zerstört worden. Dabei wurden in der Ortschaft Mischmeret nach Angaben von Sanitätern sieben Menschen verletzt, unter ihnen auch drei Kinder.

Eine Armeesprecherin bestätigte, man habe einen Raketenabschuss aus dem Gazastreifen festgestellt. Militante Palästinenser feuern häufig Geschosse auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Eher ungewöhnlich ist, dass die Rakete 100 Kilometer weit flog und nicht vom israelischen Abwehrsystem abgefangen wurde.

Netanjahu kündigt "kraftvolle Reaktion" an

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will angesichts des Vorfalls seine US-Reise verkürzen. Sein Büro teilte mit, er wolle direkt nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückreisen, um Gegenmaßnahmen aus der Nähe zu leiten.

Gegen den Staat Israel wurde ein krimineller Angriff verübt, und wir werden mit Kraft reagieren.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gibt in der Litauischen Nationalbibliothek eine Pressekonferenz.
Will Gegenmaßnahmen persönlich leiten: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Bildrechte: dpa

Der Angriff erfolgte zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Israel. Die Partei Die Neue Rechte teilte danach mit, Netanjahu sei mit seiner Politik gegenüber der Palästinenserorganisation Hamas gescheitert. Die Freilassung von Terroristen und Netanjahus Beschwichtigungspolitik hätten dazu geführt, "dass die Hamas keine Angst mehr vor Israel hat".

Konflikt mit Hamas droht zu eskalieren

Am 14. März hatte es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 gegeben. Daraufhin hatte Israels Luftwaffe rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet bombardiert.  

Der Konflikt mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte sich zuletzt wieder verschärft. An der Grenze zu Israel gab es verstärkt gewalttätige Proteste. In den vergangenen zwölf Monaten wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Gaza mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt. Streitpunkt ist die seit einem Jahrzehnt andauernde Blockade des Gaza-Streifens durch Israel.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. März 2019 | 07:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 08:39 Uhr

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21 Kommentare

26.03.2019 04:53 Gerd Müller 21

EU sollte Zahlungen an Palästinenser einstellen oder zumindest in Sachwerte wandeln, damit die sich keine Waffen kaufen können. Schlimm wäre wenn Deutschland neben Israelis auch noch Palästinenser bewaffnet.
@Lobbyregister als selbsternannter Besserwisser nervt Dauerbeschallung

25.03.2019 18:57 Hossa 20

@6
Diese schwarz-weiß Zeichnung muss Ihnen doch aus Deutschland bekannt vorkommen.
Selbst Günter Grass hatte jede Hoffnung aufgegeben das der Nahostkonflikt jemals gelöst wird.
Ich jedenfalls weiß auf welcher Seite ich stehe.

25.03.2019 18:13 steffen_jg63 19

zu @15 nina: Schön wär´s, wenn der gesamten Bevölkerung des Nahen Ostens das deutsche Geschwafel und Deutschland im Speziellen egal wäre. Dass das leider nicht so ist, wissen wir spätestens seit 2015. Also nehme ich mir das Recht heraus, mit meinem Halbwissen über den Nahen Osten zu schwafeln so viel ich will. Ich wünsche Israel weiterhin viel Erfolg beim Kampf um das eigene Existenzrecht.

25.03.2019 17:28 Wo ist das Lobbyregister? 18

[es wäre zu begrüßen, wenn Sie eine solch schwerwiegende Behauptung mit Belegen unterfüttern könnten. Andernfalls kann das, was Sie anführen als bloße Unterstellung ausgelegt werden.]

Soll ich ihre Arbeit erledigen? Ihre eigene übergeordnete Anstalt, die ARD, hat jede Menge Hamas-Reportagen gebracht im Laufe der Jahre. Abgesehen davon verfüge ich über Kontakte und die werde ich ihnen ganz gewiss nicht auf Nase binden.

Oder drehen wir die Sache doch mal um: Erklären sie vielleicht den geneigten Lesern bei dieser Gelegenheit, WIE sich die Hamas finanziert - in Palästina. Wie wär's. Das Material sollten sie im Haus haben.

25.03.2019 17:15 Wo ist das Lobbyregister? 17

@25.03.2019 16:42 nina

(Es gibt wohl nirgends eine so hohe Dichte an Nahostkonfliktexperten wie in Deutschland.

Zum Glück kann den Menschen in Nahost sowohl das Gechwafel der einen, wie der anderen Seite, egal sein.)

Das dürfte den bisherigen Kommentar-Tiefpunkt des Tages darstellen. Und zwar in jeder semantischen Hinsicht.

25.03.2019 17:13 Wo ist das Lobbyregister? 16

[Nur gibt es einen Unterschied, ob Gelder in humanitäre Projekte fließen, die Menschen in Palästina helfen, oder ob Gelder, so wie es in dem Kommentar formuliert war, an die Hamas fließen. Die EU leistet keine direkten Zahlungen an die Hamas. Die MDR.de-Redaktion]

Wollen sie Haare spalten oder die Kausalitäten berichten? Das Geld landet grossenteils direkt oder indirekt bei der Hamas. Die Hamas terrorisiert nämlich die eigen Bevölkerung gleich mit, um sich zu finanzieren und an der Macht zu bleiben. DAS weiss Brüssel GANZ GENAU. Brüssel "fördert" dennoch - wie soll ich das nennen? Naiv? Korrupt? Beides?

[Lieber Nutzer,

es wäre zu begrüßen, wenn Sie eine solch schwerwiegende Behauptung mit Belegen unterfüttern könnten. Andernfalls kann das, was Sie anführen als bloße Unterstellung ausgelegt werden.

Bitte sehen Sie von nicht belegten Tatsachenbehauptungen ab.

Die MDR.de-Redaktion]

25.03.2019 16:42 nina 15

Es gibt wohl nirgends eine so hohe Dichte an Nahostkonfliktexperten wie in Deutschland.

Zum Glück kann den Menschen in Nahost sowohl das Gechwafel der einen, wie der anderen Seite, egal sein.

25.03.2019 16:31 Wo ist das Lobbyregister? 14

@25.03.2019 15:43 Wossi

(In Gaza hat die Hamas das Sagen. Die Grenze wurde geschlossen, nachdem die Terroristen Raketen abschossen und Israel bedrohten. Gaza ist zwar von Wasser- und Stromlieferungen aus Israel abhängig, diese werden von der PA aber nicht immer bezahlt. Deshalb stellen die israelischen Firmen manchmal die Versorgung ein.
Unmittelbar nach dem Abzug der Israelis 2005 gab es in Gaza gleich Machtkämpfe unter den Clans, heute herrscht die Hamas mit Terror gegen die Zivilbevölkerung und Israel. Gaza ist ein schönes Beispiel, wie es aussähe, wenn die Palästinenser ihren Staat bekämen.)

Exakt!

25.03.2019 16:30 Wo ist das Lobbyregister? 13

@[Lieber Nutzer,

(Ihre Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Im Gegenteil: Die EU stuft die Hamas als Terrororganisation ein. Nicht nur fließt kein Geld, es wurden durch die EU auch Sanktionen gegen die Hamas verhängt.

Die MDR.de-Redaktion])

Das ist leider falsch: Es fliesst EU-Geld in palästinenische "Entwicklungsprojekte" und raten sie mal, wo das Geld am Ende der Kette landet und wie sich die Hamas finanziert... Jedenfalls nicht über Zeilenhonorare und das Ergebnis handwerklicher Tätigkeiten.

[Nur gibt es einen Unterschied, ob Gelder in humanitäre Projekte fließen, die Menschen in Palästina helfen, oder ob Gelder, so wie es in dem Kommentar formuliert war, an die Hamas fließen. Die EU leistet keine direkten Zahlungen an die Hamas.

Die MDR.de-Redaktion]

25.03.2019 15:50 steffen_jg63 12

zu @6 Username vergeben: Ich denke eher, dass Ihre Welt sehr einfach ist. Was sind bei der Hamas "stramm rechte Ideologen"? Und wieso wählen die Israelis immer wieder "nachweislich korrupte Eliten gegen das Interesse der Bevölkerung"? Sie schreiben, nach meiner Ansicht, ideologisch beeinflusstes wirres Zeug.