Rauch steigt nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe in Gaza auf.
Rauch steigt nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe in Gaza auf. Bildrechte: dpa

Nach Raketenangriff Israel fliegt Vergeltungsangriffe im Gazastreifen

Israel hat Vergeltungsangriffe auf Hamas-Stellungen im Gazastreifen geflogen. Die Armee reagierte damit auf einen palästinensischen Raketenangriff mit sieben Verletzten. Am Abend verkündete die Hamas eine Waffenruhe.

Rauch steigt nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe in Gaza auf.
Rauch steigt nach einem Angriff der israelischen Luftwaffe in Gaza auf. Bildrechte: dpa

Israel hat nach einem schweren Raketenangriff aus dem Gazastreifen Vergeltungsangriffe auf das Palästinenser-Gebiet am Mittelmeer geflogen. Wie die Armee am Montag mitteilte, wurden "Terror-Ziele" der im Gazastreifen herrschenden Hamas angegriffen. Dabei wurde nach Angaben aus Sicherheitskreisen unter anderem das Büro von Hamas-Chef Ismail Hanija zerstört.

Hubschrauber-Angriffe auf Hamas-Einrichtung

Apache Kampfhubschrauber AH-64A , 2006
Apache-Kampfhubschrauber AH-64A der Israelischen Armee (Archivbild). Bildrechte: imago/StockTrek Images

Augenzeugen berichteten, dass israelische Hubschrauber eine Einrichtung des militärischen Arms der radikalislamischen Palästinenserorganisation im Westen des Gazastreifens mindestens drei Mal angriffen.

Wie die Hamas selbst mitteilte, wurden zunächst zwei militärische Trainingslager im Norden des Gazastreifens getroffen. Die Hamas hatte in Erwartung israelischer Angriffe zahlreiche Posten und Gebäude geräumt.

Neue Gewalt trotz Waffenruhe

Am Montagabend verkündete die Hamas eine Waffenruhe mit Israel. Ägypten sei mit seinen Bemühungen um eine Feuerpause erfolgreich gewesen, sagte ein Hamas-Sprecher. In der Nacht zu Dienstag sollen jedoch erneut Raketen auf Israel abgefeuert worden sein.

Ein Armeesprecher in Tel Aviv sprach am Dienstagmorgen von rund 30 Geschossen. Die israelischen Streitkräfte hätten rund 15 Ziele im Gazastreifen angegriffen.

Reaktion auf Hamas-Raketenangriff

Mit den Vergeltungsangriffen reagierte Israel auf den neusten Raketenschlag aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet. Am frühen Morgen hatte eine Hamas-Rakete ein Haus in Mischmeret nordöstlich von Tel Aviv zerstört. Sieben Menschen wurden verletzt, darunter auch mehrere Kinder.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte daraufhin eine entschlossene Reaktion angekündigt. Bei einer Pressekonferenz in Washington bekräftigte er später: "Wir werden tun, was nötig ist, unser Volk und unseren Staat zu verteidigen."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. März 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 21:45 Uhr

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9 Kommentare

27.03.2019 05:29 H.E. 9

@7 Gerd Müller
Die anderen greifen immer an und nicht Israel und zwar schon immer. Bitte bei der Wahrheit bleiben. Nur wenn sie angegriffen werden, schlagen die Israelis zurecht zurück.
Wer hat denn auf Israel gerade am See Genezareth auf die Kibuzze immer heruntergeballert und provoziert, SYRIEN. Zurecht hat Israel diesen Landstrich bei dem letzten Krieg einkassiert und zurecht geben sie den GOLAN nicht mehr zurück.
Was kann denn die HAMAS außer provozieren, die Hand überall aufhalten und auf Israel ballern, anstatt dafür zu sorgen, daß ihre Bevölkerung eine ordentliche Ausbildung und mehr vom Gesundheitswesen erhält. Von mir würden die jedenfalls keinen CENT bekommen.

26.03.2019 15:39 Fragender Rentner 8

Hatte gemeint dass sie immer friedlich zusammen leben.

26.03.2019 06:19 Gerd Müller 7

@Wolfgang Friedrich 2 würden sich Israels Nachbarn jedesmal wehren wenn sie von Israel angegriffen und bombardiert werden, gäbe dort ständig Krieg. Manche israelischer Bombardierung scheint mit atomarer Macht provozieren zu wollen. Durch die geraubten Golan und damit Wasserressourcen reich geworden und Palästinenser arm gemacht verklären viele Tatsachen und unsere schreckliche Geschichte verhindert härteres vorgehen gegen Unrecht und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

25.03.2019 21:25 Wessi 6

@ 4 Danke.Sage ich als väterlicherseits aus jüdischer Familie kommend.Seit Israel von Nethanjahu und Komplizen regiert wird, ist die friedliche Verteidigungphilosophie dahin.Mit Hilfe des "Narr von Washington" wird sich gegen die Weltgemeinschaft gewandt und letztendlich der imperialistischen Haltung von Putin+Trump Recht gegegben.

25.03.2019 21:11 H.E. 5

Wer greift denn an und hat immer angegriffen, die Palästinenser und ihre muslimischen Freunde im Nahen Osten.
Das darf und kann sich Israel einfach nicht mehr bieten lassen, es muß seine Bürger schützen.
Ich habe bereits in D von den arabischen Großfamilien so die Nase voll mit deren Lebensweise, deshalb gehen diese beiden Kulturen im Nahen Osten absolut nicht zusammen. Israel ist ein hocheffizientes modernes Land mit einer gebildeten Bevölkerung nach westlichem Vorbild und weltbekannten Universitäten und Forschungseinrichtungen. Und was haben die arabischen Staaten zu bieten?

25.03.2019 19:28 mattotaupa 4

mdr markiert die golanhöhen auch blau und somit als staatsgebiet israels? seit wann erkannt deutschlands öffentlich-rechtlicher rundfunk eroberungen aus (angriffs)kriegen an? seit wann beteiligt sich deutschlands öffentlich-rechtlicher rundfunk aktiv an der mißachtung diverser un-resolutionen bezüglich des rückzuges aus besetzten gebieten und dem völkerrechtlichen verbot von annexionen? seit wann agiert deutschlands öffentlich-rechtlicher rundfunk aktiv gegen die außenpolitische positionierung der bundesregierung?

[Vielen Dank für den Hinweis. Die zuständigen Kollegen sind informiert. Herzliche Grüße aus der MDR.de Redaktion]

25.03.2019 18:20 steffen_jg63 3

Ich vermisse vor dem anscheinend bewusst in Anführungszeichen gesetzen "Terror-Ziele" noch den Begriff "mutmaßlich". Schade, dass deutsche Qualitätsmedien ausgerechnet bei Israel so furchtbar unparteiisch sind.

25.03.2019 18:16 Wolfgang Friedrich 2

Israel wehrt sich - muss sich wehren, muss die Bevölkerung schützen. Es muss zugleich die Verhältnismäßigkeit wahren, obwohl kaum jemand definieren kann, was verhältnismäßig und was unverhältnismäßig ist. Während sich daran die Debatte in Europa und D. auch ohne konkrete Einblicke erhitzt, herrscht fatale Gleichgültigkeit zum Ausmaß der Kriminalität von Großfamilienbanden aus Nahost. Befindet sich unser Rechtsstaat in einer Wahrnehmungskrise oder bereits nahe von Schizophrenie? Letztlich geht es hier und dort um vergleichbare Werte: zählt das Recht oder der Straßenterror! Leider wird diese wichtige Frage immer wieder von jenen ideologischen Eiferern verdrängt, die seit den Anschlägen in Olympia-München offenkundig wenig hilfreich agieren und damit das Vertrauen in den Rechtsstaat unterminieren.

25.03.2019 17:51 Jakob 1

Die "harte Gegenreaktion" wird wohl wieder eine harte Gegenreaktion hervorrufen. Problem vergrößert.