Zwei Männer essen gemeinsam an einem Tisch auf einer Straße.
Zwei syrische Flüchtlinge ist Istanbul. Bildrechte: dpa

Bis Ende Oktober Istanbul: Abschiebefrist für unregistrierte Syrer verlängert

Eigentlich waren unregistrierte Syrer aufgefordert, Istanbul bis zum 20. August zu verlassen. Der türkische Innenminister hat die Frist nun bis zum 30. Oktober verlängert, hält daran aber fest. Die Kapazitätsgrenze der Stadt sei erreicht.

Zwei Männer essen gemeinsam an einem Tisch auf einer Straße.
Zwei syrische Flüchtlinge ist Istanbul. Bildrechte: dpa

Die Türkei hat die Abschiebefrist für unregistrierte Syrer in Istanbul bis zum 30. Oktober verlängert. Das bestätigte Innenminister Süleyman Soylu. Ursprünglich waren die gut 300.000 Menschen dazu aufgefordert worden, die Stadt bis zum 20. August zu verlassen. Grund dafür seien die überschrittenen Kapazitäten der Stadt, erklärte Soylu. In Istanbul leben bereits 547.000 registrierte Flüchtlinge aus Syrien. Viele Syrer kommen nach Istanbul und in andere türkische Großstädte, weil das wirtschaftliche Überleben für sie dort leichter ist als in vielen Provinzen.

Abschiebungen in Ankara bereits begonnen

Sollten die nicht registrierten Syrer die Stadt bis Ende Oktober nicht verlassen, werde man sie abschieben, hieß es vom Innenminister. Sie sollen in die türkischen Provinzen, in denen sie registriert sind, zurückgebracht werden. In Ankara habe man damit bereits begonnen. Auch in Bursa wolle man demnächst mit Abschiebungen beginnen.

Ausgenommen sein von Abschiebungen sollen Familien, deren Kinder in Istanbul zur Schule gehen, Studenten, die an einer Istanbuler Universität studieren und Kranke, die über längere Zeit in der Stadt medizinisch versorgt werden sowie Menschen, die ein Geschäft führen.

Menschenrechtsorganisationen besorgt

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch werfen der türkischen Regierung vor, die Flüchtlinge auch in Kriegsgebiete wie das nordsyrische Idlib abzuschieben. Die Regierung weist das von sich. Allerdings hatte es bereits vor Ablauf der ersten Frist Razzien gegeben, bei denen Migranten ohne Papiere aufgegriffen wurden. Sie sollen in Lager geschickt worden sein.

Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 nach offiziellen Angaben gut 3,6 Millionen Geflüchtete aus Syrien aufgenommen, mehr als jedes andere Land der Welt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. August 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019, 07:41 Uhr

6 Kommentare

CDU voters vor 3 Wochen

Die Kämpfe in Syrien haben der Landwirtschaft enormen Schaden (mehr als 16 Milliarden Dollar ) und Verluste zugefügt. Der Klimawandel spielt eine immer größere Rolle. Mangel an landwirtschaftlichen Maschinen und Mangel an Ersatzteilen; die Schwierigkeit des Vertriebs der Ernten, zwischen den Dörfern und Städten ist sehr unsicher und gefährlich; der Mangel und die Verteuerung von Düngemitteln und Pestiziden aber die größte Schwierigkeit für syrische Bauern bestand vor dem Krieg im Wassermangel, um Getreide, Baumwolle, Gemüse, verschiedene Arten von Zitruspflanzen, Olivenbäume und Pistazien zu ernten, denn aufgrund des Klimawandels sinkt die jährliche Niederschlagsmenge ständig.

Gerd Mueller vor 4 Wochen

wo genau gehen Flüchtlinge aufs Land? in welcher Region wohnen Flüchtlinge in Dörfern? wo arbeiten Flüchtlinge in der Landwirtschaft?
Erntehelfer kommen zu 80% aus Osteuropa und deren Vorarbeitern aus Mittel- bis Westafrika

Gerd Mueller vor 4 Wochen

Syrer sollten komplett an Baschar al-Assad ausgeliefert werden. Er ist der gewählte Staatschef und die überwiegend jungen kräftigen Kerle sollten zum Aufbau herangezogen werden. Geld und Verpflegung nur für den der Arbeitet. Das könnte auch aus Deutschland kommen und wäre so besser ausgegeben als wenn diese lebenslang hier bleiben und von Steuern zahlende versorgt werden

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