Kapitänin Carola Rackete grüßt richtung Kamera kurz bevor sie in ein Auto steigt.
Rackete am 1. Juli in Porto Empedocle. Droht der Deutschen die erneute Festnahme? Bildrechte: dpa

Italien Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen Racketes Freilassung ein

In Italien wird noch immer gegen "Sea Watch"-Kapitänin Rackete ermittelt. Gegen die Freilassung der Deutschen legte die Staatsanwaltschaft jetzt Berufung ein. Zudem wird die Flüchtlingsretterin erneut vernommen.

Kapitänin Carola Rackete grüßt richtung Kamera kurz bevor sie in ein Auto steigt.
Rackete am 1. Juli in Porto Empedocle. Droht der Deutschen die erneute Festnahme? Bildrechte: dpa

Die italienische Staatsanwaltschaft hat Berufung gegen die Freilassung von "Sea Watch"-Kapitänin Carola Rackete eingelegt. Wie italienische Nachrichtenagenturen am Mittwoch übereinstimmend berichteten, reichte die Anklagebehörde im sizilianischen Agrigent beim Kassationsgericht in Rom, dem höchsten Gericht Italiens, die Berufung ein. Der Anwalt der Deutschen bestätigte den Vorgang.

Erneute Vernehmung in Agrigent

Unterdessen muss sich Rackete am Donnerstag in Agrigent erneut einer Vernehmung der italienischen Staatsanwaltschaft stellen. Diese ermittelt gegen die im niedersächsischen Hambühren aufgewachsene 31-Jährige unter anderem wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur illegalen Einwanderung und des Widerstandes gegen ein Kriegsschiff.

Sea Watch rechnet nicht mit Festnahme

Nach Angaben von Racketes Anwalt hat die Berufung der Staatsanwaltschaft nichts mit der erneuten Vernehmung seiner Mandatin durch die Anklagebehörde zu tun. "Sea Watch"-Sprecher Ruben Neugebauer hatte zuvor erklärt, es sei unwahrscheinlich, dass Rackete wieder festgenommen werde.

Die Deutsche war Ende Juni mit Dutzenden Migranten an Bord gegen ein ausdrückliches Verbot der Behörden in Italien in den Hafen von Lampedusa eingefahren. Dabei hatte sie unter anderem ein italienisches Schnellboot gerammt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Juli 2019 | 02:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 20:46 Uhr

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52 Kommentare

20.07.2019 13:18 jochen 52

Ein von Haus aus verwöhntes kommunistisches, kriminelles Fräulein. Das meint der italienische Innenminister zu dem Fall.
Er wird wohl recht haben.

19.07.2019 20:23 Querdenker 51

Zitat: „Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen Racketes Freilassung ein“

Sehr gut! Diese indirekte Schlepperei sollte nicht folgenlos sein. Ich fände es gut, wenn alle europäischen Staaten die Strafe für die unerlaubte Hafeneinfahrt auf eine Million Euro festlegen.

siehe „faz Kurz unterstützt Salvini im Streit um Hafenöffnung“

Zitat: „Seine Lega-Partei werde vorschlagen, die Strafen für Hilfsorganisationen, die trotz eines Verbots italienische Häfen ansteuern, auf eine Million Euro anzuheben. Zudem solle es leichter werden, die Schiffe zu beschlagnahmen.“

19.07.2019 17:14 Fakt 50

>>frank d, #49:
"Sie erinnern sich sicher auch noch, wie sicher sie sich da waren im Forum,"<<
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Ihre Erinnerung trügt Sie. In dem Thread hatte ich mich gar nicht geäußert.

19.07.2019 15:19 frank d 49

@48Fakt: Ist die Sea watch III nicht als Sport und Freizeitboot registriert ? sogar in den Niederlanden warum auch immer? Im übrigen ist mir die Bedeutung des Wortes Skipper bekannt. Also solchen bezeichnete ich Herrn Reisch den in Malta verurteilten. Sie erinnern sich sicher auch noch, wie sicher sie sich da waren im Forum, dass auch er alles richtig gemacht hätte, und Er sei natürlich auch Kapitano. Venzeremos.

19.07.2019 11:50 Fakt 48

@frank d, #40:

In einem vorangegangenen Thread hatte ich bereits erklärt, dass man mit dem abgeschlossenen Nautikstudium das Befähigungszeugnis „Nautischer Wachoffizier“ erlangt. Beträgt die daraufhin folgende Erfahrungsfahrzeit mindestens zwei Jahren netto, erhält man das Befähigungszeugnis zum nautischen Offizier/Kapitän. Und damit Sie nicht wieder mit Ihren Patenten kommen: Das Befähigungszeugnis ist das Patent!

Ihr Begriff "Skipper" bezeichnet - zumindest hier bei uns an der Küste - nichts weiter als den Führer eines Sport- oder Freizeitbootes.

19.07.2019 11:29 Fakt 47

>>Buergerx, #44:
"Wenn Sie das nicht konnte, hat sie den "Prozess" verloren"<<
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Offenbar sind Sie nicht willens oder in der Lage, den gravierenden Unterschied zwischen einem Prozess und einem Eilverfahren zu unterscheiden. Es gab noch keinen Prozess!

19.07.2019 08:13 Frank 46

@ 32: Rackete fordert, dass Europa alle Flüchtlinge aus Libyen aufnimmt. Aktuell mindestens 600000 und kurzfristig wahrscheinlich viel mehr. Dies mit der Begründung, dass " wir", wegen Kolonialismus, am Elend in Afrika schuld seien. Die Katze ist aus dem Sack, es geht nur vordergründig um die " Seenotrettung ". Tatsächlich geht es um die "Ideologie der historischen Schuld" und der daraus resultierenden Verpflichtung, auch Millionen Afrikaner in Europa aufzunehmen.

Die Mannschaft der „Alan Kurdi“ begründete ihren Entschluss, sofort wieder die Rettungszone vor Libyen anzusteuern, unter anderem damit, dass das anhaltend ruhige Wetter den Schlauchbooten gute Bedingungen für eine Abfahrt biete (Quelle: FAZ vom 9. Juli 2019). Man muss sich die verquere Logik dieser Argumentation einmal vor Augen führen: Normalerweise ist ein Sturm die Ursache dafür, dass Menschen in Seenot geraten.

19.07.2019 07:56 Pittiplatsch, der Liebe 45

@ 28 Fakt: "Strittig ist offensichtlich die Frage der Anlandung der Schiffbrüchigen" [Quelle: Verband Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere]. Kern des Problems mit der vermeintlichen Seenotrettung: Schon das Ablegen dieser Seelenverkäufer der Schlepper muss unterbunden werden. Es kann nicht unseren Maßstäben von Humanität genügen, dass in die EU kommt, wer sich in Lebensgefahr begibt und wer dies nicht tut, draußen bleibt. Der systematische Einsatz von Leib und Leben zur Einreiseerzwingung kann auch das Gewissen der selbsternannten Retter nicht beruhigen: Sie tragen dazu bei, dass die Methode (in einigen Fällen) funktioniert, in vielen zum Tode führt und in jedem Falle beibehalten wird. Die weitreichenden gesellschaftlichen Folgen dürfte die Retter kaum interessieren. Für deren Bewältigung sind andere zuständig, die Ausführung und Umsetzung seiner Anliegen delegiert der Protest stets an andere. Die Moral geht nach Hause und kostet dort ihren situativen Triumph aus.

19.07.2019 01:17 Buergerx 44

@30Fakt: "Dieses Eilverfahren wurde abgelehnt, das die Kapitänin das Rechtsschutzbedürfnis zur Vorwegnahme eines Hauptverfahrens nicht hinreichend begründen konnte."
Wenn Sie das nicht konnte, hat sie den "Prozess" verloren und diese Zurückweisung hat dann auch seinen Grund. Und diesen Zurückweisungsgrund muss die italienische Justiz mit in die Entscheidungsfindung einfließen lassen. Sie zitieren hier Tatsachenfeststellungen seitens der italienischen Justiz. Welche
Tatsachenfeststellungen führten denn zur Zurückweisung des Eilantrages beim EuGH?
Wenn die italienische Justiz dieses EuGH-Urteil in keiner Weise interessieren muss, braucht mir keiner was von internationales Recht steht über nationalem Recht erzählen. Das EuGH Urteil muss ja irgendeinen Sinn erfüllen.

19.07.2019 01:03 Buergerx 43

@28 29 Fakt: jetzt fangen Sie nicht wieder mit Ihrem "Verband Deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere" an. Was diese Leute sagen ist nur deren Meinung nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie diesen Äußerungen zustimmen ist das Ihre Sache. Waren das nicht die Leute die Sie dahingehend zitiert haben, dass Rackete laut GG so handeln musste und Sie das bejaht haben? Wir konnten das zu einem anderen Artikel nicht zu Ende diskutieren, erinnern Sie sich? Aber das ist Blödsinn. In Italien gilt nicht das deutsche GG. Oder meinen Sie wenn Rackete mal Nordkorea besucht, MUSS sie dort das deutsche GG durchsetzen? Dann viel Spaß dabei. Sie kann sich dann ja beim dortigen Gerichtsverfahren auf das GG berufen.