Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew äußert sich ei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Astana (Kasachstan).
Nasarbajew hat sein Amt überraschend niedergelegt. (Archivbild vom Juli 2017) Bildrechte: dpa

Nach fast 30 Jahren Kasachstans Präsident Nasarbajew zurückgetreten

Der langjährige Präsident von Kasachstan, Nasarbajew, hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Einen Grund nannte er nicht. Der 78-Jährige hatte insgesamt 30 Jahre lang an der Spitze des Landes gestanden.

Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew äußert sich ei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Astana (Kasachstan).
Nasarbajew hat sein Amt überraschend niedergelegt. (Archivbild vom Juli 2017) Bildrechte: dpa

Der Präsident von Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, hat überraschend seinen Rücktritt verkündet. Der 78-Jährige sagte in einer Fernsehansprache an das Volk, er habe diese Entscheidung getroffen und danke für die jahrelange Treue. Einen Grund nannte er nicht.

Ein Teil der Macht bleibt erhalten

Nasarbajew war bereits seit der Unabhängigkeit der früheren Sowjetrepublik 1991 Präsident. Aber auch davor war er schon an der Macht: seit 1989 nämlich als Chef der regierenden kommunistischen Partei.

Auch nach seinem Rücktritt behält Nasarbajew einen Teil seiner bisherigen Macht: Im Jahr 2010 hatte er sich vom Parlament den Titel "Führer der Nation" verleihen lassen - offiziell gegen eigenen Wunsch. Damit erhielt er weitgehende Machtbefugnisse und Immunität auf Lebenszeit. Seit dem vergangenen Jahr ist Nasarbajew zudem Vorsitzender des staatlichen Sicherheitsrates auf Lebenszeit.

Gefolgsmann wird Nachfolger

Das Präsidentenamt will Nasarbajew an einen langjährigen Gefolgsmann abgeben: den Vorsitzenden des Senats, Jomart Tokajew. Dieser soll das Amt demnach bis zum Ablauf des Mandats im März 2020 innehaben. Der 65-Jährige war früher einmal Kasachstans Ministerpräsident.

Reiches Land, armes Volk

Der ölreiche Steppenstaat ist als wohlhabende Rohstoffnation und Uranlieferant bekannt. Das Land verfügt zudem über Seltene Erden, die in der High-Tech-Industrie gebraucht werden.

Trotz der Reichtümer gibt es massive wirtschaftliche und soziale Probleme in Kasachstan - der Wohlstand kommt beim Volk nicht an.

Nasarbajew hatte dem Kabinett im Februar Versagen und Unfähigkeit in der Wirtschaftspolitik vorgeworfen: Trotz vieler Gesetze habe sich die Konjunktur nicht positiv entwickelt, kritisierte er damals und wechselte die komplette Regierung aus. Gleichzeitig kündigte er "eine Reihe von Maßnahmen" an, um das Sozialwesen zu stärken und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Vor allem arme Menschen in dem zentralasiatischen Land sollten besser unterstützt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. März 2019 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 16:04 Uhr

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2 Kommentare

20.03.2019 07:29 pkeszler 2

@Gerd Müller: "Da kann sich die Nato doch noch weiter ausdehnen, um gegen den bösen Russen Stellung zu beziehen."
Gleich müssen Sie wieder gegen die NATO giften, dabei garantiert die NATO zur Zeit das Sicherheitsbedürfnis aller EU-Staaten. Wenn Sie nichts mit der NATO zu tun haben wollen, dann wandern Sie doch in ein Land aus, wo die NATO keinen Einfluß hat. Aber Sie wollen ja hier bleiben, weil es nur bei uns auch für Sie ausreichend Rente gibt. Nicht umsonst gibt es bei uns auch Migranten aus Kasachstan, die ich persönlich kenne.

19.03.2019 18:42 Gerd Müller 1

Ist der Ami schon Vorort, um einen Interimspräsidenten zu bestimmen, der natürlich eine Marionette der USA sein muss.
Da kann sich die Nato doch noch weiter ausdehnen, um gegen den bösen Russen Stellung zu beziehen.
Das ist keine Vermutung, sondern Realität.