Windenergieanlage neben Steinkohle-Kraftwerk und Hochspannungsleitungen
Der Ausstoß von Kohlendioxid ist weltweit wieder gestiegen. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Klimaschutz Kohlendioxid-Ausstoß erreicht neuen Höchststand

Vor drei Jahren hatte sich die Weltgemeinschaft in Paris geeinigt, die Erderwärmung bis zur Jahrhundertwende auf unter zwei Grad zu begrenzen. Kurz bevor sich die Länder im polnischen Katowice zur Nachfolgekonferenz treffen, schlägt das UN-Umweltprogramm Unep Alarm.

Windenergieanlage neben Steinkohle-Kraftwerk und Hochspannungsleitungen
Der Ausstoß von Kohlendioxid ist weltweit wieder gestiegen. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens noch zu erreichen, müssen die Länder ihre bisherigen Anstrengungen laut Experten mindestens verdreifachen.

Weltweit 53,5 Milliarden Tonnen CO2

Das UN-Umweltprogramm Unep erklärte in seinem Emissions Gap Report, dass die weltweiten Treibhausgas-Emissionen einen neuen Höchststand erreicht haben. So habe der Ausstoß von  Kohlendioxid nach drei Jahren Stagnation im Jahr 2017 wieder zugenommen und sei auf 53,5 Milliarden Tonnen gestiegen. Das Statistische Bundesamt hatte am Montag mitgeteilt, der CO2-Ausstoß von Autos in Deutschland sei seit 2010 um sechs Prozent auf 115 Millionen Tonnen gestiegen.

Unep: Bei Weiter-so steigt Temperatur um 3,2 Grad

Unep erklärte, wenn die Länder so weitermachten wie bisher, werde sich die Erdtemperatur um etwa 3,2 Grad im Vergleich zu der Zeit vor der Industrialisierung erhöhen. Bei der UN-Klimakonferenz Ende 2015 in Paris hatte die internationale Gemeinschaft sich darauf verständigt, die Erderwärmung bis zur Jahrhundertwende auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Klima-Anstrengungen müssten verdreifacht werden.

Um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, müssten die Länder laut Unep ihre bisherigen Bemühungen verdreifachen. Konkret wäre eine Verringerung des CO2-Ausstoßes bis 2030 um 19 Milliarden Tonnen nötig. Um das 1,5-Grad-Ziel zu schaffen, müsste die Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen sogar verfünffachen. Dabei warnen viele Wissenschaftler, schon ein Plus von 1,5 Grad hätte für die Menschheit kaum tragbaren Folgen: Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme.

Deutschland und Europa gefordert

Der Report schlägt als konkreten Weg zur Einhaltung der Klimaziele eine Steuerreform vor. Neben dem Abbau von Subventionen für fossile Energieträger müsse eine solche Reform einen wirksamen CO2-Preis beinhalten. Die Einnahmen daraus könnten dazu verwendet werden, andere Steuern zu senken. Deutschland und Europa könnten hier Führungsstärke zeigen, indem sie die vollständige Treibhausgasneutralität bis 2050 und eine deutliche Stärkung der Emissionsminderungsziele für 2030 festschreiben, fordert Gunnar Luderer, ein Autor des Berichts.

Der Unep-Report dient auch der Vorbereitung der UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice. Dort treffen sich vom 3. bis zum 14. Dezember die Mitgliederstaaten der Vereinten Nationen, um die Umsetzung des in Paris 2015 verabschiedeten Weltklimaabkommesn einzuleiten.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 27. November 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 17:31 Uhr