Madrid Klimagipfel geht in Verlängerung

Die UN-Klimakonferenz in Madrid wird über das für Freitagabend vorgesehene reguläre Ende hinaus fortgesetzt. Zuletzt waren noch zentrale Streitpunkte der Verhandlungen der 196 Staaten ungelöst.

Frauen sitzen bei der UN-Klimakonferenz mit ihren Laptops auf den Knien auf dem Boden.
Die UN-Klimakonferenz war eigentlich in Santiago de Chile geplant, wurde aber wegen der Unruhen dort nach Madrid verlegt. Bildrechte: dpa

Auf der Weltklimakonferenz sind am Freitagabend die Verhandlungen über die strittigen Punkte in die Endphase getreten. Die Präsidentin der Versammlung, die Chilenin Carolina Schmidt, rief die Delegationen aus 196 Ländern in Madrid zu einer großen Aussprache zusammen.

Die Gespräche gehen nun weiter, voraussichtlich bis Samstag. Gerungen wurde noch über alle wichtigen Punkte: Die Abschlusserklärung, Geld für Klimaschäden in ärmeren Ländern und Regeln für den Handel mit Klimaschutz-Gutschriften.  

Europa geht mit gutem Beispiel voran

Unterdessen nahmen Umweltverbände die weitgehende Einigung der EU auf das Ziel Klimaneutralität mit Erleichterung auf. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten in der Nacht auf Freitag in Brüssel vereinbart, dass die EU bis 2050 klimaneutral werden soll.

Nur Polen, das stark von Kohleenergie abhängt, scherte aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, es gebe "keine Spaltung Europas", sondern nur einen Staat, der noch etwas Zeit brauche.

Das ist ein spätes, aber wichtiges Signal dafür, dass die EU eine Lokomotive bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens werden will.

Germanwatch am Freitag in Madrid

Streit um Atomkraft

Eine besondere Rolle in Madrid spielte die umstrittene Nutzung von Atomkraft. In der Gipfelerklärung heißt es nun, einige Mitgliedstaaten hätten erklärt, "dass sie als Teil ihres nationalen Energiemixes Kernenergie nutzen". Deutschland will bis Ende 2022 die letzten Meiler abschalten. Andere Länder setzen weiter auf Atomstrom, um ihre CO2-Ziele zu erreichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Dezember 2019 | 09:00 Uhr

28 Kommentare

frank d vor 40 Wochen

chrisbob: Ich weiß nicht ob sie das verstehen können.
die Temperatur Aufzeichnungen reichen grade einmal 100 Jahre zurück bei einem System Kilma das seit Millionen Jahren läuft.
Das ist genau so, als wenn sie Investitionsentscheidungen davon abhängig machen wie der Dax Kurs der letzten 5 Sekunden war.
Der Punkt ist, sie können mich gar nicht widerlegen weil es eben keine genauen Daten gibt. allerdings gibt es sehr gute Gründe an ihren aussagen zu zweifeln. Genau das ist dem Klimaguru Mann nämlich passiert, jemand sagte sehen und beim Pokern fällt in dem Moment ein Bluff auf sie tappen in die gleiche Falle, spektakulär
Sapere aude

Chrisbob vor 40 Wochen

@Wolf
Man kann das deutsche Energiesystem auch in der Art und Weise bis zum Jahr 2050 transformieren, dass 80 - 90 % der Treibhausgase eingespart werden UND die Kosten nicht höher sind als die entsprechenden Kosten unseres heutigen Energiesystems (nachzulesen in der Studie "Was kostet die Energiewende" vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, Nov. 2015).

Mein Fazit: machen, anstatt ständig zu relativieren!

Zu "Ihrer" Grünen-Expertin: wer soll das bitte gewesen sein? Ich kenne eigentlich nur Aussagen von Politikern der Grünen, die genau das Gegenteil sagen, nämlich, dass es uns viel teurer kommt, wenn wir nichts gegen den zusätzlichen Treibhauseffekt machen.

Chrisbob vor 40 Wochen

Ich halte fest: für Ihre Behauptung, die letzten Jahre seien nicht die wärmsten seit 2.000 Jahren, haben Sie keine Quelle benannt.

Das verwundert mich nicht, denn in der Paläoklimatologie fanden seit 1999 viele weitere und voneinander unabhängige Rekonstruktionen historischer Temperaturen statt. Dabei wurde eine Vielzahl an Proxydaten und unterschiedlichen Analysemethoden verwendet. Und alle kommen zum gleichen Ergebnis: dass die letzten paar Jahrzehnte die heißesten der vergangenen 500 bis 2.000 Jahre sind (abhängig von der Datenbasis und davon, wie weit die Rekonstruktionen zurückreichen).