Madrid Weltklimakonferenz: Fronten verhärtet

Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid ist das Plenum am Sonntagvormittag zu seiner Abschlusssitzung zusammengekommen. Die EU und weitere Länder wollen klarere und höhere Zugeständnisse für den Klimaschutz, die USA, Australien, Brasilien und Indien blockieren das.

Teilnehmer hören eine Rede zur Eröffnung der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid.
Bei der Klimakonferenz in Madrid ist noch kein Ende in Sicht. Bildrechte: dpa

Bei der Weltklimakonferenz in Madrid ist das Plenum am Sonntagvormittag zu seiner Abschlusssitzung zusammengekommen. Die Fronten in der spanischen Hauptstadt blieben bis in die frühen Morgenstunden verhärtet. Noch nie hat eine UN-Klimakonferenz ihre Beratungen so lange überzogen wie in diesem Jahr.

Die EU und weitere Entwicklungs- und Schwellenländer kritisierten den Entwurf für eine Abschlusserklärung als nicht ausreichend.

Kritik: Kein klarer Aufruf zu höheren Klimaschutzzielen

Laut Unterhändlern fehlt in dem Text ein klarer Aufruf zu höheren Zusagen beim Klimaschutz. Es werde nicht deutlich gemacht, dass die nationalen Klimaschutzziele zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens deutlich angehoben werden müssten. Beobachter erklärten, die USA, Australien, Brasilien und Indien verwässerten die Texte.

Die chilenische Präsidentschaft der Konferenz in Madrid teilte mit, dass der Abschlusstext noch einmal überarbeitet wird. Den knapp 200 Staaten soll ein neuer, ehrgeizigerer Entwurf vorgelegt werden. Dieser werde aufnehmen, was von der überwiegenden Zahl der Staaten gefordert werde. Chile rief die Staaten zu Kompromissbereitschaft auf.

Schulze: Sehr schwierige Situation

Bundesumweltministerin Svenja Schulze zeigte sich besorgt über den Verhandlungsstand. Es sei "eine sehr ernste und sehr schwierige Situation". Schulze sagte, in Madrid seien "viele, die verstanden haben". Deswegen könne es "nicht sein, dass diejenigen, die bremsen, dass die hier das Ergebnis dieser Weltklimakonferenz entscheiden".

Die Organisation "Brot für die Welt" bezeichnete den Verhandlungsstand als Katastrophe. Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller sagte, "jetzt muss messbar und ehrgeizig reduziert werden". Kein Staat dürfe sich mehr aus der Verantwortung stehlen.

Auch Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisierte den Mangel an Fortschritten bei der Weltklimakonferenz am Abend scharf. Es sehe so aus, als würde die Konferenz gerade scheitern, twitterte sie. "Was auch immer passiert: Wir werden niemals aufgeben. Wir haben gerade erst angefangen", schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterer Aufschub nicht vorgesehen

Die Präsidentschaft der UN-Klimakonferenz setzt weiter darauf, die Verhandlungen zu einem Abschluss zu bringen. "Wir sehen keinen Aufschub vor", antwortete der Koordinator Andrés Landerretche auf die Frage, ob die Aushandlung der Verhandlungsthemen möglicherweise vertagt werde. Die Weltklimakonferenz hatte eigentlich am Freitagabend nach zwölf Verhandlungstagen enden sollen. Am Samstagnachmittag stand jedoch fest, dass um mehr als einen Tag überzogen wird. Auch am späten Samstagabend war noch kein Ende der Verhandlungen in Sicht. Beobachter rechneten nicht mit einem schnellen Durchbruch.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Dezember 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2019, 10:07 Uhr

25 Kommentare

Denkschnecke vor 4 Wochen

Das mit dem Schnee und dem Weltklima habe ich Herrn Kohfeld schon vor einem Jahr mit einigem Einsatz versucht zu erklären.
Wenn Sie etwas über Klimawandel lernen wollen, sehen Sie sich die langjährige Entwicklung des arktischen Eises an.

Denkschnecke vor 4 Wochen

So viel Unfug wie Smilies.
Den sauren Regen haben wir eben NICHT mehr, weil einmal in der Geschichte Deutschlands eine größere Umweltschutzmaßnahme gegriffen hat!
Die steuerliche Förderung des Diesels ist viel älter als das Umweltargument.
Die Feinstaubproblematik des Dieselmotors hat erst einmal wenig mit dem Klimawandel zu tun (obwohl sekundär Feinstaub sehr wohl treibhausaktiv ist) sondern mit der Gesundheit von Menschen in Ballungsräumen.
Und was wollen Sie jetzt mit Elektrosmog??

frank d vor 5 Wochen

Peter: sind ihnen Stilmittel wie Ironie Sarkasmus und Zynismus wirklich fremd ?
Peter sie sollten ihren Beitrag nochmals lesen, der Klimawandel läuft seit jahrmillionen aktuell am Ausgang einer Eiszeit wird es wärmer, das ist natürlich.
Sie können versuchen den Klimawandel zu stoppen oder gar zurückzudrängen. Aber das wäre dann wirklich wiedernatürlich. Ich wundere mich nur das all die tollen sich nicht einigen konnten sehr seltsam wo es doch ein Notstand ist ? Wie wäre es wenn wenigstens sie voran gehen mit gutem Beispiel werden sie Klimaneutral ;-)
Sapere Aude