Blick in die Veranstaltungshalle der UN-Klimakonferenz.
Blick in die Veranstaltungshalle der UN-Klimakonferenz in Bonn: Rund 3.000 Experten beraten hier zehn Tage lang über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Bildrechte: dpa

UN-Klimakonferenz Tausende Experten beraten in Bonn über besseren Klimaschutz

Bei der UN-Klimakonferenz in Bonn beraten Vertreter von fast 200 Staaten über die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Ein Schwerpunkt der Beratungen soll der internationale Handel mit Emissionsrechten sein.

Blick in die Veranstaltungshalle der UN-Klimakonferenz.
Blick in die Veranstaltungshalle der UN-Klimakonferenz in Bonn: Rund 3.000 Experten beraten hier zehn Tage lang über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Bildrechte: dpa

Mit Appellen zu konkretem Handeln im Kampf gegen die Erderwärmung hat am Montag die internationale Klimakonferenz in Bonn begonnen. UN-Klimasekretärin Patricia Espinosa rief die Vertreter von fast 200 Staaten zur vollständigen Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens auf. Sie sprach von einem "entscheidenden Moment im Kampf gegen den Klimawandel".

Schwerpunkt Handel mit Emissionsrechten

Bundesumweltministerin Svenja Schulze erklärte zum Auftakt: "Deutschland setzt sich bei den Verhandlungen für einen international starken Klimaschutz ein, der verhindert, dass die Erde für die junge Generation ein lebensfeindlicher Ort wird."

Patricia Espinosa Cantellano, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, steht in ihrem Büro auf dem UN-Campus.
UN-Klimasekretärin Espinosa: "Pariser Klimaschutzabkommen vollständig umsetzen." Bildrechte: dpa

Die SPD-Politikerin nannte als einen Schwerpunkt der Gespräche des Bonner Treffens den internationalen Handel mit Emissionsrechten. Über das Thema war auf der Klimakonferenz im vergangenen Jahr in Polen keine Einigung erzielt worden.

Nach Ansicht von Schulze sind beim Thema Emissionszertifikate klare Regeln wichtig. Es dürfe keine Schlupflöcher geben, die dazu führten, dass Klimaschutz nur auf dem Papier stattfinde. Deutschland müsse hier wieder eine Führungsrolle übernehmen.

Kritik an Bundesregierung

Weil die Bundesregierung ihre Ziele zur Reduktion des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen für 2020 verfehlen wird, hatte sie Vorfeld Kritik einstecken müssen. WWF-Klimaexperte Michael Schäfer kritisierte, Deutschland agiere beim Thema Klimaschutz eher als Bremser.

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gefordert

Der Tagebau Garzweiler bei Köln
Umweltorganisationen fordern einen schnelleren Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Bildrechte: imago/Manngold

Auch andere zivilgesellschaftliche Organisationen riefen die Regierungen weltweit zu mehr Anstrengungen für den Klimaschutz auf. So forderte die Hilfsorganisation Care einen raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und mehr Hilfen für durch die Klimakrise geschädigte Länder.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND rief ebenfalls dazu auf, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas voranzubringen. Sozial verträgliche Ausstiegspläne müssten in den neuen Klimaschutzplänen aller Länder verankert werden, forderte BUND-Vizechef Ernst-Christoph Stolper.

Vorbereitung für UN-Konferenzen in New York und Chile

Die UN-Klimakonferenz in Bonn dient der Vorbereitung des im September in New York geplanten UN-Klimagipfels sowie der nächsten UN-Klimakonferenz im Dezember in Chile. Bis zum 27. Juni wollen die rund 3.000 Konferenzteilnehmer in Bonn beraten, wie das Pariser Klimaschutzabkommen umgesetzt werden kann. Dabei soll es auch um finanzielle Unterstützungsleistungen der Industriestaaten bei Klimaschutz und Klimafolgen gehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juni 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 16:10 Uhr

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11 Kommentare

19.06.2019 15:31 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 11

@ lummox 10 "Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas" und einstieg worin? etwa in erhöhten verbrauch von seltenen erden wie neodym (Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder), die gewinnung macht ja hier keinen dreck, sondern weit weg in china oder südamerika.
##
Richtig und das dafür sogar Kinderarbeit (Afrika) benutzt wird
sieht hier auch niemand ist ja weit weg.
Was für einer Heuchler - Politik (Grün).
Und blauhaarigen Pumuckl haben da auch nichts mit zu tun
die schicken keine Kinder in Bergbaugruben.

19.06.2019 12:18 lummox 10

"Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas" und einstieg worin? etwa in erhöhten verbrauch von seltenen erden wie neodym (Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder), die gewinnung macht ja hier keinen dreck, sondern weit weg in china oder südamerika.

18.06.2019 20:46 Fragender Rentner 9

Zitat von Oben: Tausende Experten beraten in Bonn über besseren Klimaschutz

Wieviele klimaschädliche Gase usw. verursachen sie in der Zeit?

18.06.2019 17:46 Dieter 8

part 7:
Jetzt schreiben sie den Unsinn mit der Rüstung schon das zweite Mal. Deutschland muss endlich in Sachen Verteidigung auf eigenen Beinen stehen und dazu brauchen wir mehr Geld und Niveau für die Bundeswehr.
Übrigens, wer seine Sachkenntnis von einem blauhaarigen Pumuckl bezieht, der keinen sauberen Satz aussprechen kann, sollte sich aus der Klimadebatte heraushalten.

17.06.2019 23:04 part 7

Aufrüstung und Kriege sind Klimakiller Nr. 1!!! Statt zwei Milliarden Euro mehr für den Rüstungsetat nach Wünschen aus den USA bis 2020, sollte dieses Geld in Aufforstung umgeleitet werden, der einzigste Weg zur Verlangsamung des Klimawandels. Wer jedoch weiterhin die Parteien unterstützt, die Kriege mit absegnen und noch nicht von Rezo deklariert wurden, der sollte sich weiterhin einlullen lassen von Sparmaßnahem die nicht die Profite von Konzernen betreffen.

17.06.2019 21:42 nasowasaberauch 6

Deutschland mit seinen 2% ist der Bremser und China, USA, Indien, Brasilien usw. stehen auf dem Gas beim Umweltschutz. Lachhaft, wenn es nicht so ernst wäre. Deutschland soll die Führungsrolle übernehmen. Ab und zu sollten wir uns aber auch umschauen ob einer folgt. Schwer vorstellbar, dass eine Vorbildfunktion die Schwellenländer bei ihrer Industrialisierung beeindruckt, sie daran Abstriche machen und auf Wohlstand verzichten.

17.06.2019 19:30 heribert54 5

Sind die USA da nicht ausgestiegen?

17.06.2019 18:03 Udo K 4

Wieso nutzt man nicht die heutige Technik und berät sich über Video-Konferenz?
Da könnte jeglicher Flug und sonstige Anreise eingespart werden, was dem Klima ohne Verzicht gut tun würde.
Dieses ewige Gerede ohne jeden echten Erfolg ist einfach nur Irrsinn.

17.06.2019 17:45 Atheist aus Mangel an Beweisen 3

Wer bezahlt und finanziert das alles?
Ich jedenfalls merke nix vom Klimawandel!
Das einzige was ich merke das sind die ständigen Einschränkungen an Energie, Vollbad, Spritpreise, Energiepass....
Vorschlag, weltweit über 2 Generationen die 1 Kind Geburtenrate durchsetzten das spart jede Menge Ressourcen.
10 Milliarden Menschen kann dieser Planet einfach nicht mit Bionahrung ernähren!

17.06.2019 16:40 heinz 2

Kann ja auch nicht funktionieren, der Handel mit Emissionsrechten, besonders an der Börse, wie denn auch, sind doch viel zu billig