Migration Krawalle an türkisch-griechischer Grenze

An der türkisch-griechischen Grenze ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte junge Migranten bewarfen griechische Beamte mit Steinen und Tränengasgranaten und versuchten, den Grenzzaun niederzureißen.

Griechische Sicherheitskräfte setzen Tränengas Migranten an der türkisch-griechischen Grenze in Pazarkule, Region Edirne, Türkei, ein.
Griechische Polizisten setzen Tränengas gegen Migranten an der Grenze zur Türkei ein. Bildrechte: dpa

An der türkisch-griechischen Grenze ist es erneut zu Zwischenfällen gekommen. Nach Angaben der griechischen Seite versuchten rund 500 vor allem jugendliche Migranten, den Grenzzaun niederzureißen. Das griechische Fernsehen berichtete, die Angreifer hätten Tränengasgranaten und Steine auf die Beamten der griechischen Polizei und der EU-Grenzschutzbehörde Frontex geschleudert.

Migranten werfen Steine und Tränengasgranaten

Griechische Beamte setzten starke Ventilatoren ein, um die Tränengas- und Rauchschwaden zurück auf türkisches Gebiet zu treiben. Auch setzen sie Tränengas ein. Die Krawalle dauerten etwa eineinhalb Stunden. Augenzeugen berichteten, die Angreifer seien gegen 4 Uhr morgens in ein provisorisches Lager in Pazarkule auf der türkischen Seite gegangen. Seitdem herrsche wieder Ruhe am Grenzübergang.

An der türkisch-griechischen Grenze harren seit Wochen tausende Migranten aus, die in die EU wollen. Griechenland hindert sie am Übertritt der Grenze – auch mittels Einsatz von Gewalt.

Die Türkei hatte Ende Februar erklärt, ihre Grenzen zur EU seien offen, Migranten auf dem Weg nach Europa würden nicht mehr aufgehalten. Genau das sollte die Türkei laut Flüchtlingspakt mit der EU aber tun. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Europa vor, seinen Teil der Vereinbarung nicht zu erfüllen.

Merkel bereit zur Aufstockung der EU-Mittel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Dienstag bei einem Video-Gipfel mit Erdogan zu einer Aufstockung der EU-Mittel für die Versorgung syrischer Flüchtlinge in der Türkei bereiterklärt. In der Türkei leben schätzungsweise 3,6 Millionen Syrer, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land geflohen sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. März 2020 | 12:30 Uhr