Konfliktreiche Beziehungen Krisen zwischen dem Westen und Russland seit dem Kalten Krieg

Die Beziehung zwischen dem Westen und Russland wurde seit dem Ende des Kalten Kriegs bereits mehrfach auf die Probe gestellt. Die Ukraine-Krise und vor allem der Krieg in Syrien verschärften die Spannungen in den vergangenen Jahren. Zuletzt führte die Vergiftung eines russischen Ex-Spions in England zu einem diplomatischen Schlagabtausch. US-Präsident Donald Trump sieht die Beziehungen inzwischen auf einem absoluten Tiefpunkt. Ein Überblick über einige der Konflikte.

Kosovokrieg

Die Nato startet im März 1999 Luftangriffe auf Ziele in Jugoslawien, um die gezielte Vertreibung der albanischen Bevölkerung aus dem Kosovo durch die mit Moskau verbündeten serbische Truppen zu stoppen. Russland hatte das westliche Militärbündnis vor Beginn der Bombardements vor einer "Rückkehr zum Kalten Krieg" gewarnt und bricht die Beziehungen zur Nato vorübergehend ab. Als das Kosovo sich knapp neun Jahre später einseitig für unabhängig erklärt, verweigert Moskau die Anerkennung.

Nato-Osterweiterung

Nato-Manöver in Rumänien
Nato-Soldaten bei einem Manöver in Rumänien. (Archivbild) Bildrechte: Michael Mandlik

Zehn Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer treten 1999 mit Tschechien, Ungarn und Polen erstmals ehemalige Ostblockländer der Nato bei. Ungeachtet der Warnungen Russlands nimmt das Militärbündnis 2004 auch die früheren Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen sowie die osteuropäischen Länder Bulgarien, Rumänien, die Slowakei und Slowenien auf. Im Zuge der EU-Osterweiterung werden die zehn Länder in den Jahren 2004 und 2007 auch in den Kreis der Europäischen Union aufgenommen.

Raketen-Abwehrschild

2010 beschließt die Nato den sukzessiven Aufbau eines Raketenschilds in Europa und brüskiert damit Russland. Während die Nato auf den rein defensiven Charakter der Raketenabwehr verweist, fühlt sich Moskau dadurch bedroht.

Georgien-Konflikt

Im August 2008 greift Russland in den Georgien-Konflikt ein und unterstützt die beiden abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien. Der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy handelt einen Waffenstillstand mit den Konfliktparteien aus. Russland erkennt die beiden Kaukasusprovinzen anschließend als unabhängig an. Bis heute sind tausende russische Soldaten in den beiden Regionen stationiert, Georgien wertet dies als Besatzung. Wegen des militärischen Eingreifens Moskaus setzt die Nato die Treffen innerhalb des Nato-Russland-Rates für mehrere Monate aus.

Ukraine-Konflikt

2014 gliedert Russland die ukrainische Krim-Halbinsel in ihr Staatsgebiet ein. Der Westen wirft Moskau zudem vor, die Rebellen in der Ost-Ukraine, die gegen die Regierung in Kiew kämpfen, militärisch zu unterstützen. Die EU und die USA verhängen Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Die Nato setzt die militärische und zivile Zusammenarbeit mit Moskau aus und entsendet Bataillone in die Baltenstaaten und nach Polen.

nächtliche Strassenschlacht
Der Beginn des Ukraine-Konflikts: Demonstrationen und Straßenschlachten auf dem Maidan in Kiew. Bildrechte: IMAGO

Syrien

Russland steht im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Machthaber Baschar al-Assad und unterstützt die Regierungsgruppen seit Oktober 2015 auch militärisch. Im UN-Sicherheitsrat blockiert Moskau regelmäßig Resolutionen zu Syrien, bis heute legte Russland zwölf Mal sein Veto ein. Im April 2017 lässt US-Präsident Trump als Reaktion auf einen Giftgasangriff in Chan Scheichun eine syrische Militärbasis mit Raketen beschießen. Russland bricht daraufhin den Kontakt zu den USA über die sogenannte Sicherheits-Hotline ab. Im Februar 2017 werden bei US-Angriffen in Deir Essor fünf mutmaßliche Söldner aus Russland getötet.

Vorwurf der Wahlmanipulation

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja hebt im Weltsicherheitsrat die Hand.
Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja im Sicherheitsrat. Bildrechte: dpa

Russland wird vorgeworfen, sich 2016 in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt zu haben, um dem rechtskonservativen Trump zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Moskau weist die Anschuldigungen zurück. Zudem laufen in den USA Ermittlungen zu möglichen illegalen Kontakten zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung.

Affäre Skripal

Der Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal im März in Großbritannien führt zu einer diplomatischen Eiszeit zwischen dem Westen und Russland. London macht Moskau für die Tat verantwortlich. In einer koordinierten Aktion weisen dutzende westliche Staaten mehr als 150 russische Diplomaten aus, Moskau lehnt jede Verantwortung für den Anschlag ab und reagiert mit entsprechenden Gegenmaßnahmen.

Quelle: AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. April 2018 | 08:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2018, 10:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

11 Kommentare

13.04.2018 17:11 Fragender Rentner 11

Zitat von Oben: Krisen zwischen dem Westen und Russland seit dem Kalten Krieg

Was es gab Kriesen?

Oh, da habe ich wohl etwas verpaßt?

13.04.2018 15:49 Fragender Rentner 10

Zitat von Oben: Krisen zwischen dem Westen und Russland seit dem Kalten Krieg

Für mich gibt es nur eine durchgängige Krise, seit der Russe nicht mehr mit dem Westen mitspielt. :-)

Spielverderber. :-)

12.04.2018 19:43 Frank 9

@ 6 Klaus Immer schön bei der Wahrheit bleiben. Im aktuellen offiziellen Kurzbericht
der OPCW zum Fall Skripal steht weder das Wort Russland noch russisch. Auch zur Herkunft steht kein Wort in diesem Kurzbericht. Leute wie Sie sind es, die deratige Fakes weiterverbreiten. Sie sollten sich einfach einmal besser informieren. Diesen von ihnen verbreiteten Unfug haben heute auch schon Spiegel und Welt ohne Überprüfung von AFP übernommen. Es war eine Falschmeldung. LESEN sie den Originalbericht, bevor sie hier solchen Unsinn schreiben.

12.04.2018 18:06 Fred 8

zu 4 Ich war auch seit 1989 auf der Straße, für ein anderes Deutschland, Freiheit und Selbstbestimmung. Vorher, wurde ich wegen gleichen Ansinnens mit einem Berufsverbot belegt. Uns ging es damals, das werden sie ja auch wissen, um friedliche Veränderungen in Ostdeutschland. In unseren Diskusionen haben die Fragen zu Krieg und Frieden, neben der individuellen Freiheiten, eine wichtige Rolle gespielt. Übrigens spiegelte sich dieses Thema auch an den runden Tischen und in Bonner Politikkreisen wieder. Für uns war es wichtig, dass Deutschland, auch nach einen Anschluß an die BRD friedliebend bleibt und die Grenzen geachtet und der Umgang mit unseren Nachbarn friedlich verläuft. Kohl und sein Aussenminister haben uns diese Zusage, gegeben. Damit war auch für die, die nicht nur der Banane nachgerannt sind, eine Wiedervereinigung ein gangbarer Weg. Übrigens bezweifele ich, dass ohne diese Versprechen es überhaupt zu einer Wiedervereinigung gekommen wäre.

12.04.2018 17:10 pkeszler 7

@OHNEWORTE: " Haben Sie schon einmal eine Quelle gefunden,dass die DDR Chemiewaffen vernichtet wurden,die fuer Hamburg,oder,Bonn bestimmt waren ???"
Ich habe auch nicht behauptet, dass es Chemiewaffen waren, die in der DDR produziert wurden. Aber ich weiß, dass Forschungen diesbezüglich auch hier durchgeführt wurden. Und außerdem haben wir bei der Zivilverteidigung mit der Analyse solcher Waffen gearbeitet. Also seien Sie vorsichtig, anderen Leuten Unfug vorzuwerfen und sie zu verleumden..

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

12.04.2018 14:51 Klaus 6

Das Hauptproblem ist, dass auf beiden Seiten (Russland und USA) Krawallmacher an der Macht sind. Zuerst kommt das eigene Geschäft und dabei geht man auch über Leichen.
Das wird sich so schnell nicht ändern. In den 90ern dachte man noch, jetzt wird alles gut, aber von dieser Situation sind wir mittlerweile sehr weit entfernt.
Die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat mittlerweile ja auch bestätigt, dass das Gift im Fall Skripal aus Russland stammt. Da Russland nicht zu seiner Verantwortung steht, wird sich die Sache auch nicht beruhigen.
Ich sehe da kaum Hoffnung, dass sich die Situation kurz- oder mittelfristig verbessert.

12.04.2018 14:38 OHNEWORTE 5

12.04.2018, 13:44 | pkeszler
Ich war Berufssoldat ....... auch etwas hoeher , aber was Sie hier verkuenden ist Schwachfug ....
Wenn Sie tatsaechlich bei der NVA dienten,wird Ihnen die ABC Ausbildung vermittelt worden sein,aber nicht die Ausbildung fuer den Chemiewaffeneinsatz. Haben Sie schon einmal eine Quelle gefunden,dass die DDR Chemiewaffen vernichtet wurden,die fuer Hamburg,oder,Bonn bestimmt waren ???? Wenn ja , bestimmt eine englische,franzoesische,oder amerikanische Information.... aus dem Baron Muenchhausen Studio.

12.04.2018 14:29 pkeszler 4

@Fred: "Wenn man sich den Weg der Wiedervereinigung seit 1990 anschaut, müßte diese Aufzählung anders beginnen. Die DDR-Bevölkerung wurde beruhigt und geködert,"
Ich weiß nicht, was Sie für die Wiedervereinigung getan haben. Ich und viele andere meiner damaligen Kollegen wurden weder beruhigt noch geködert. Wir haben damals für die Wende und die Wiedervereinigung in Versammlungen und auf Demonstrationen mit Erfolg gekämpft.

12.04.2018 13:44 pkeszler 3

Wir wurden doch schon früher bei der DDR-Armee auf den Einsatz von Sarin, Soman und Tabun vorberitet. Diese Gifte sind so gefährlich, dass man sie auch heute nicht so einfach in Russland vernichten kann.

12.04.2018 13:20 Fred 2

Warum wurde der Atikel von AFP so übernommen? Er strozt nur so von Halbwahrheiten und Weglassungen und einseitigen Sichtweisen.
Wenn man sich den Weg der Wiedervereinigung seit 1990 anschaut, müßte diese Aufzählung anders beginnen. Die DDR-Bevölkerung wurde beruhigt und geködert, indem die damaligen Westpolitiker unter anderem zugesichert hatten, das die Ostgrenzen Deutschlands Bestand haben werden und ein friedliches Miteinander auch mit den Ostblockländern Ziel sein werde.
Und nun sollte AFP eine neue Liste erstellen, die die Wortbrüche des Westens gegenüber der Russischen Förderation mit aufnimmt.
Eben, das was in den Artikel nicht steht, ist wichtig! Ist Journalismus nur noch Transatlantisches Kasperletheater?

Mehr zum Thema