Zwei Kämpfer der von den USA unterstützten kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) beim Häuserkampf in Rakka.
Zwei Kämpfer der von den USA unterstützten kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) beim Häuserkampf in Rakka. Bildrechte: dpa

Syrien Kurden fassen sächsischen Dschihadisten

Die Kurdenmiliz SDF hat in Syrien einen deutschen Anhänger der Terrormiliz IS gefangen genommen. Dabei soll es sich um einen 28-Jährigen aus Sachsen handeln, der nun mit seiner Auslieferung nach Deutschland rechnen muss.

Zwei Kämpfer der von den USA unterstützten kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) beim Häuserkampf in Rakka.
Zwei Kämpfer der von den USA unterstützten kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) beim Häuserkampf in Rakka. Bildrechte: dpa

Die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben den deutschen Dschihadisten Martin L. festgenommen. Das bestätigten die Frauen des Mannes am Donnerstag in einem Überprüfungslager nahe dem ostsyrischen Dorf Baghus der Nachrichtenagentur AFP.

Spur nach Sachsen

Bei dem Inhaftierten handelt es sich offenbar um den 28-Jährigen Martin L. aus Sachsen. Nach deutschen Medienberichten hat er der IS-Religionspolizei Hisba und später dem Dschihadisten-Geheimdienst Amnijat angehört. Er soll demnach regelmäßig Kontakt zum ehemaligen IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani gehabt haben.  

Eine Frau des mutmaßlichen IS-Angehörigen sagte, sie sei mit ihrem Mann und dessen zweiter Frau vor der SDF-Offensive in der Provinz Deir Essor geflohen. Eine andere Frau des Mannes, eine 19-Jährige mit einem zwei Wochen alten Säugling, sagte, sie hätten sich ergeben. Nach Angaben der Frauen hat L. hauptsächlich als Techniker für den IS gearbeitet, aber nicht an Kämpfen teilgenommen.

Die jüngere der Frauen war nach eigenen Angaben 15 Jahre alt, als sie im März 2015 zusammen mit einer Freundin in dem vom IS kontrollierten Gebiet eintraf. Dort habe sie L. geheiratet und die meiste Zeit über in Rakka gelebt, der ehemaligen Hauptstadt des sogenannten Islamischen Staates im Norden Syriens.

L. soll wohl nach Deutschland zurück

Die Dschihadistenmiliz IS hat fast ihr ihr gesamtes "Kalifat" verloren, das sie im Sommer 2014 in Teilen des Iraks und Syriens ausgerufen hatte. Im Osten Syriens kontrollieren die Dschihadisten nur noch wenige Quadratkilometer und sind weiter auf dem Rückzug.

In den Überprüfungszentren der SDF werden Zivilisten von mutmaßlichen aktiven IS-Mitgliedern getrennt.  Die Kurdenmiliz hat hunderte ausländische Dschihadisten in ihrer Gewalt. Die kurdischen Kämpfer wollen ihnen nicht den Prozess machen, sondern sie in ihre westlichen Herkunftsländer abschieben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Februar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 08:22 Uhr