Trumps Zwei-Staaten-Lösung Lambsdorff: Nein der Palästinenser ist ein Fehler

Die Palästinenser haben den Vorschlag von US-Präsident Trump für eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel abgelehnt. Der FDP-Außenexperte Lambsdorff sieht den Vorstoß dagegen als Chance für einen neuen Dialog.

Demonstranten tragen während eines Protestes vor dem Quartier des Sonderkoordinators der Vereinten Nationen für den Nahost-Friedensprozess (UNSCO) eine als US-Präsident Trump verkleidete Strohpuppe, an deren Armen eine israelische und eine US-amerikanische Flagge hängen.
Palästinenserproteste gegen US-Präsident Trump und dessen Allianz mit Israel. Bildrechte: dpa

Der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff hält die Kritik am Nahostplan von US-Präsident Donald Trump für übertrieben. Lambsdorff sagte MDR AKTUELL, der Plan biete die Chance für neue Gespräche. Man sollte ihn nicht überhöhen, aber auch nicht gleich in Bausch und Bogen verdammen.

Trump-Plan eine Chance geben

Zur Kritik, dass Trumps Plan einseitig sei und den Palästinensern zu viel abverlange, sagte Lambsdorff, das sei nicht ganz richtig. Der Plan erkenne das Recht auf einen palästinensischen Staat an. Er erkenne an, dass dieser Staat eine vergleichbare Größe mit den Gebieten in den Grenzen von 1967 haben müsse. Das bedeute, dass auch die Israelis Land abgeben müssten.

Dass das eine völlig einseitige Lösung ist, bei der die Palästinenser komplett unter die Räder kommen, das kann man so nicht sagen.

FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff

Außerdem sieht der Plan aus Sicht von Lambsdorff vor, dass die Hauptstadt des palästinensischen Staats in Ostjerusalem liegen solle. Allerdings müsse man abwarten, was das alles im Detail bedeute.

Palästinenser müssen sich bewegen

Lambsdorff, der auch Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag ist, nannte es einen Fehler, dass die palästinensische Seite den Nahost-Plan sofort abgelehnt habe.

Das Problem sei, dass die Palästinenser bisher auch wirklich sehr gute Angebote immer abgelehnt hätten. Inzwischen seien sogar ihre Freunde, wie beispielsweise Ägypten, etwas genervt davon, dass man mit den Palästinensern kaum reden könne. Die palästinensische Seite sollte sich den Plan im Einzelnen angucken. Sie müsse ihn nicht akzeptieren. Aber ein sofortiges Nein, ohne darüber zu sprechen, sei ein Fehler.

Kritik aus Berlin

Dagegen kritisierte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, Trumps Nahost-Initiative. Der Plan enthalte völkerrechtswidrige Elemente, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. So wäre eine Anerkennung der Souveränität Israels über die palästinensischen Siedlungsgebiete nicht mit dem Völkerrecht vereinbar. Trumps Plan habe neue Probleme aufgeworfen, statt zur Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern beizutragen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Januar 2020 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2020, 13:01 Uhr

11 Kommentare

jochen1 vor 3 Wochen

Was mischt sich der Lambsdorff in innere Angelegenheiten fremder Staaten ein ?
Soll sich besser um unser eigenes Land kümmern - dafür wird er bezahlt.
An deutschem Wesen soll wohl die Welt genesen ?

ralf meier vor 3 Wochen

Während die deutschen Vertriebenen sich in ihrer ganz großen Mehrheit für die Versöhnung eingesetzt haben, werden die Palästinenser bis heute von einer korrupten Führung aufgehetzt und das so erfolgreich, das es regelmäßig Freudentänze gibt, wenn arabische Terroristen mal wieder einen Anschlag verübt haben. Diese korrupte Führung kann dank UNO und EU Mitteln mit diesem Hass gut leben. Siehe dazu:

Neues Deutschland 11.09.2006: ' Politik 9/11 - .... Nach erstem Jubel ist alles schlimmer geworden'

mena-watch: Palästinenser geben korrupter Führung Schuld an Lebensumständen

Süddeutsche zeitung 25.03.2019 : 'Palästinenser:Schläge für die Hungrigen'

PS: Leider nicht mehr gefunden habe ich das Interview einer palästinensischen Terroristin in einem arabischen Sender, indem Sie freudestrahlend und unter Applaus vom Bombenanschlag auf einen israelischen Schulbus berichtete.

H.E. vor 3 Wochen

@mattotaupa - Ja, leider wurde Rabin von einem Israeli ermordet, aber Arafat hat schon vorher alles abgelehnt. Und an dem 1. Krieg waren die Palästinenser nicht beteiligt, aber sie haben auch alles aber auch gar alles abgelehnt.