Nordafrika General Haftar verkündet Waffenruhe in Libyen

In Libyen hat die selbsternannte Libysche Nationalarmee von General Haftar eine Waffenruhe ausgerufen. Auch die Regierungsseite will sich daran halten. Beide Seiten folgen einem Aufruf Russlands und der Türkei.

In Libyen hat die Armee von General Chalifa Haftar eine Waffenruhe ausgerufen. Sie sollte um Mitternacht in Kraft treten. Bedingung sei, dass auch die Gegenseite sich daran halte. Jeder Bruch werde eine "harsche Antwort" nach sich ziehen.

Von der Waffenruhe profitiert vor allem die Hauptstadt Tripolis. Dort toben seit April 2019 Kämpfe. Haftar kontrolliert den Osten des Landes und will die international anerkannte Regierung in Tripolis stürzen. Er behauptet, die Hauptstadt werde von "terroristischen Truppen" kontrolliert.

Regierung akzeptiert Feuerpause

Die Regierung in Tripolis erklärte, sie akzeptiere die Waffenruhe. Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch erklärte, seine Truppen hätten jedoch das Recht, auf jeden Angriff zu antworten.

Beide Seiten folgen damit einem Aufruf der Präsidenten Russlands und der Türkei, die Kampfhandlungen einzustellen. Russland unterstützt in dem Konflikt Haftar und seine selbsternannte Libysche Nationalarmee. Die Türkei dagegen steht auf der Seite der Regierung in Tripolis. Ankara hatte trotz internationaler Kritik beschlossen, Truppen nach Libyen zu schicken.

Deutschland will vermitteln

Deutschland bemüht sich um eine politische Lösung in dem Konflikt. Geplant ist eine internationale Libyen-Konferenz in Berlin unter der Federführung der Vereinten Nationen. Ein Datum steht noch nicht fest. Ziel sind ein Waffenstillstand und ein wirksames Waffenembargo für Libyen.

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi 2011 Bürgerkrieg.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Januar 2020 | 08:00 Uhr