Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch
"Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch soll sich am Montag in Malta vor Gericht verantworten. Bildrechte: dpa

Dresdner Rettungsschiff "Lifeline"-Kapitän kommt auf Malta vor Gericht

Der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" kommt auf Malta vor Gericht. Das hat der Anwalt der Dresdner Organisation "Mission Lifeline" mitgeteilt. Es gehe um Verfehlungen bei der Schiffsregistrierung.

Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch
"Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch soll sich am Montag in Malta vor Gericht verantworten. Bildrechte: dpa

Der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline", Claus-Peter Reisch, soll auf Malta vor Gericht gestellt werden. Wie der maltesische Rechtsbeistand der Dresdner Nichtregierungsorganisation "Mission Lifeline", Neil Falzon, am Donnerstag mitteilte, werden Reisch Verfehlungen im Zusammenhang mit der Registrierung des Schiffes vorgeworfen. Gerichtstermin sei am Montag.

Regierungssprecher bestätigt Vorwürfe

Ein Sprecher des Büros von Maltas Premier Joseph Muscat bestätigte die Vorwürfe, machte aber keine weiteren Angaben.

Während "Mission Lifeline" behauptet, dass die "Lifeline" unter niederländischer Flagge fahre, wird genau das von den Behörden in den Niederlanden bestritten. Das Schiff sei lediglich im Register des Wassersportverbandes eingetragen, hieß es. "Mission Lifeline"-Anwalt Falzon sagte dazu: "Wir werden unser Möglichstes tun, um diese Sache aufzuklären und sicherzustellen, dass Hilfsorganisationen nicht zum Ziel werden, weil sie Menschen in Seenot retten." Die Organisation hatte zuvor auf einer Pressekonferenz in Berlin eine "Kriminalisierungskampagne" gegen sich beklagt.

Angeblich auch italienische Anweisungen missachtet

Rettungsschiffe Lifeline im Hafen von Valetta
Das Rettungsschiffe "Lifeline" im Hafen von Valetta. Bildrechte: dpa

Reisch war nach Angaben von Falzon bereits am Donnerstag von der Polizei auf Malta verhört worden. Neben Verfehlungen im Zusammenhang mit der Registrierung des Schiffes war dem "Lifeline"-Kapitän auch vorgehalten worden, die Anweisungen der italienischen Behörden bei der Rettung der Migranten vor Libyen ignoriert zu haben. Die Regierung in Rom hatte das Schiff nach eigenen Angaben angewiesen, der libyschen Küstenwache die Bergung zu überlassen. Nach Darstellung der Helfer kam die Küstenwache aber nicht schnell genug zu Hilfe.

Die "Lifeline" hatte vor einer Woche rund 230 Migranten vor der libyschen Küste an Bord genommen. Danach hatte das Schiff versucht, die Migranten in Italien oder Malta an Land abzusetzen. Allerdings wurde das private Rettungsschiff tagelang auf hoher See blockiert, weil zunächst kein Staat bereit war, einen Hafen zuzuweisen. Schließlich durfte der Seenotretter am Mittwoch einen Hafen auf Malta anlaufen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 28. Juni 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2018, 19:43 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

65 Kommentare

30.06.2018 16:40 Querdenker 65

Zitat: „Dresdner Rettungsschiff "Lifeline"-Kapitän kommt auf Malta vor Gericht“

Sehr gut, endlich wird was getan, gegen diese *indirekten* Schlepper.

siehe „fokus Salvini Private Flüchtlingsretter im Mittelmeer haben keine Berechtigung mehr“

Zitat: „Malta schließt seine Häfen und Italien hat schon seine Häfen geschlossen. Mehr noch, wir lassen solche Schiffe nicht mehr anlegen, auch wenn sie keine Migranten an Bord haben.“

Diese Shuttle-Schiffe sind Teil des Schlepperkreislaufes und so sollte man die auch behandeln in Zukunft.

Europa sollte vor Ort in Afrika helfen mit nachhaltigen Lösungen.

30.06.2018 16:14 Klaus 64

@ { 30.06.2018 12:50 sh }
Wieso soll der Steuerzahler das bezahlen?
Dafür werden die Mittel aus dem Waffenverkauf verwendet. Und der Wirtschaftsminister der letzten Jahre wurde von der SPD gestellt. Ich bin Unionswähler.
Und jetzt mal sehen was bei dem Verfahren gegen den Kapiän der Lifeline rauskommt, das kann ja nur heiße Luft sein. FRONTEX hätte ja übernehmen können. Das haben die aber nicht gemacht. Daran kann man erkennen wie unsinnig die Anweisungen waren.

30.06.2018 13:25 AFA 63

#46 @Meine Meinung

komisch das viele deutsche geflohen sind im 3.reich und das zb viele Italiener das Land mit aufgebaut haben, aber sowas steht sicher nicht in ihrem Reichsgeschichtsbuch.

warum diese menschen fliehen?
Krieg, Hunger, keine Perspektive, Verfolgung (glaube/Hautfarbe/Geschlecht)

30.06.2018 12:50 sh 62

@45 Klaus, was für eine Logik. Sie meinen also, während sich die deutsche Waffenlobby fett frisst, selbstverständlich mit Hilfe unserer Regierung, von welcher Partei kam gleich der letzte Wirtschaftsminister, dürfen die Steuerzahler den Salat bezahlen und mit den verherenden Folgen leben. Na klar, die zuerst genannten sitzen ja in ihren gut bewachten Palästen. Merken Sie eigentlich, was Sie da so erzählen?

30.06.2018 12:45 Benutzer 61

an 53

Daumenhoch

30.06.2018 12:43 Benutzer 60

"Lifeline"-Kapitän kommt auf Malta vor Gericht

endlich

30.06.2018 12:25 Horst 1 59

an@57: Sie machen sich lächerlich mit solchen unwahren Behauptungen! Wenn Sie ordentlich lesen könnten,dann wäre Ihnen aufgefallen, dass der Kapitän den Transponder ausgeschaltet hatte. Diese Maßnahme wird diesem Kapitän noch viel Ärger einbringen!

30.06.2018 11:26 OHNEWORTE 58

Ob Mediator hier schreibt,verteidigt,lobt,verdreht ..... es gibt internationale Gesetze ,wer etwas machen darf....

Fakt ist ,Seenotrettung wie es dieses Schiff dort vornimmt ist ausschliesslich mit dem Konzept versehen Menschen in den EU-Raum zu verbringen... Das Lifeline Wassersportvereinsschiff war nicht zufaellig am Rettungsort ....sie kreuzen speziell vor der Kueste Lybiens und wissen immer genau, wo was zu retten ist..... Wie koennen Fluechtlinge Signale SOS senden vom Schlauchboot aus ???? Mit Handy ??? Dann haben sie die Telefonnummern der zufaellig anwesenden Retter... Alles Pudding was Mediator uns vorgeigt. Bitte Mediator halten Sie Menschen nicht fuer dumm... Oberlehrer gibt es schon genug,und am Chaos aendert sich nicht.

30.06.2018 10:24 Mediator an Manistbestandteildesmediensystems (51) 57

Machen sie sich bitte nicht lächerlich wenn sie hier behaupten, dass die Behörden keine Informationen darüber haben WO Flüchtlinge an Bord von Rettungsschiffen genommen werden.

Schiffe sind mit Transpondern ausgerüstet die die Position auf den Meter genau in Echtzeit melden. Weiterhin ist das Mittelmeer inzwischen einer der bestüberwachten Seeräume der Welt. Letztendlich können sie von einer EU Zentrale aus beobachten, ob die lybische Küstenwache auf einen Notruf reagiert oder ob sie Menschen ertrinken lässt.

Es ist gut, dass es Rettungsschiffe im Mittelmeer gibt, denn ohne die Berichte über deren Unternehmungen könnten sich Politiker bequem wegducken, wenn wieder ein paar tausend Menschen ertrunken sind.

30.06.2018 09:17 Olivier 56

Meine Meinung dazu ist:

Die Länge der lybischen Küste beträgt 1770 km.

Die Regierung in Rom hatte das Schiff nach eigenen Angaben angewiesen, der libyschen Küstenwache die Bergung zu überlassen. Nach Darstellung der Helfer kam die Küstenwache aber nicht schnell genug zu Hilfe.

Wie ist es möglich, das die "Rettungsschiffe" der NGO's vor der Küstenwache vor Ort sind?

Bekommen die "Rettungsschiffe" der NGO's Informationen über kommende Ereignisse?

Allein diese Frage zu klären wäre aufschlussreich, gerade im Zusammenhang mit den Sch!eppern.

Menschen zu retten ist eine gute Sache, der verlängerte Arm der Menschenschlepper zu sein nicht.

Frühere Meldungen