EU-Verkehrsminister Bessere Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer beschlossen

Fernfahrer müssen hart im Nehmen sein. So mancher sieht seine Familie monatelang nicht. Stattdessen Nacht für Nacht in der Fahrerkabine schlafen. Damit soll nun Schluss sein, sagen die EU-Verkehrsminister.

Die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer in Europa sollen besser werden. Darauf haben sich die EU-Verkehrsminister geeinigt. Österreichs Ressortchef und derzeitiger EU-Ratsvorsitzender, Norbert Hofer, sagte, für gleiche Arbeit am gleichen Ort solle gleicher Lohn gezahlt werden.

Außerdem sollten die Fahrer ihre wöchentliche Ruhezeit nicht mehr in ihren Fahrerkabinen verbringen. Hofer sprach von einem "absoluten Kabinenschlafverbot". Eine Sprecherin stellte später klar, dass dies nur für die wöchentliche Ruhezeit gelte - nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht.

Gegen Lohn-Dumping und überfüllte Rastplätze

Der Beschluss der EU-Minister soll Lohn-Dumping erschweren. Bevor die Änderungen in Kraft treten können, muss noch eine Einigung mit dem Europa-Parlament gefunden werden.

Hofer sagte, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der etwa zwei Millionen Kraftfahrer in Europa würden verbessert. Die Missstände auf überfüllten Autobahnparkplätzen würden ebenfalls beseitigt.

Kritik von Spediteuren

Deutsche Spediteure kritisierten die Beschlüsse zum Kabinenschlafverbot als nicht praktikabel. Der Geschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands, Huster, sagte MDR AKTUELL, es sei zwar begrüßenswert, dass Lkw-Fahrer ihre gesetzliche Pause außerhalb der Fahrerkabine verbringen sollten. In manchen Fällen könne es sein, dass eine gut ausgerüstete Fahrerkabine mehr Komfort biete als ein Ein-Sterne-Motel.

Nur noch maximal vier Wochen auf Tour

Vor allem westeuropäische Staaten beklagen seit einiger Zeit, dass im Transportgewerbe Sozialdumping und unlauterer Wettbewerb herrschten. Deutschland schloss sich deshalb mit Frankreich, Italien, Österreich und anderen Staaten zusammen, um dagegen vorzugehen.

Kritisiert wurde, dass Fahrer zum Teil wochenlang unterwegs sind, ohne auch ein einziges Mal nach Hause zu kommen. Nach dem jetzigen Beschluss sollen solche Touren auf vier Wochen begrenzt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Dezember 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2018, 20:40 Uhr

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35 Kommentare

05.12.2018 19:45 CDU Wählerin 35

omG warum soll schon wieder kontrolliert werden, ist das psychische Marotte; wichtig ist das Fahrzeuge TÜV tauglich, Lenker wissen was sie tun und verantwortungsvoll handeln und natürlich ordentlich bezahlt werden wenn sie soooo weit weg von haheim Geld verdienen und öfter zu ihren Lieben kommen

05.12.2018 15:58 Fragender Rentner 34

Bessere Bedingen klingt ja gut für die LKW-Fahrer nur wer wird es kontrollieren und sich auch daran halten?

Wird schon über Jahre dabei geschummelt auf Kosten der Fahrer !!! :-(((

05.12.2018 09:35 Frührentner 33

Sind Joevy, Rajie, Roy und Ronaldo aus Manila flexibler, cleverer oder naiver als Einheimische Fahrer?
Turbokapitalismus kennt keine Hemmungen wenn es ums Überleben geht weil zu viele Speditionen sich gegenseitig Existenz rauben und so für alle der Kuchen kleiner wird des es aufzuteilen gibt.
Wichtig für alle ist das sie gut ausgebildet wurden und die Technik die ihnen anvertraut wurde verkehrstechnisch in Ordnung ist.

05.12.2018 09:21 Generation 55+ 32

Die Privatisierung der Bahn war umstritten und muss nun schauen aus den roten Zahlen zu kommen. Das kann so manches Nebengleis wie bis 1990 es viele VEB Betriebe hatten nicht mehr unterhalten werden

04.12.2018 22:52 M Jahn 31

Nur so viel Osteuropäsche Speditionen und Fuhrbetriebe haben in den letzten Jahren den Fernverkehrsmarkt für deutsche Betriebe beerdigt. Kleine und mittelständige Betriebe sind an den miesen Frachtpreisen zugrunde gegangen. Mal sehen wie die Auswirkungen durch das Kabinenschlafverbot bei der wöchentlichen Ruhezeit sein werden.Vielleicht werden dann überall Wohnmobile und Anhänger die Gewerbegebiete zieren

04.12.2018 21:15 007 30

@ Max W. - Seeing is believing... 28 ... U.a. aus diesen Gründen habe ich den Misst auch hingeschmissen. Unendlicher Druck u immer mit einem Bein im Knast mit den anderen im Krankenhaus. Es geht alles nur mit Beschiss. Die BAG jagt uns u wir spielen ständig Katze + Maus. Meine Kinder haben schon angefangen mit mir zu fremdeln u meine Frau sagt plötzlich sie zu mir.
Nö, dass muss ich mir nisch antun ...

04.12.2018 18:19 Max W. - Seeing is believing... 29

@04.12.2018 10:48 kleinerfrontkaempfer (Logistiker verdienen weniger,)

In diesem Punkt irren sie ganz gewaltig. Ich kenne mehr als ein Linie fahrendes Unternehmen, dass liebend gerne auf die Bahn gehen würde - aber dort wurde mit voller Absicht seit Jahrzehnten(!) nicht investiert und wenn zu wenig und in irgendwelche Prestigeobjekte. Es fehlt das rollende Material, es fehlen die Terminals, die Kapazitäten, die zweiten und dritten Gleise, die Infosysteme, die wirtschaftlichen Preise, die Lokführer, die Triebfahrzeuge, die anfahrbaren Verkehrsflächen, die Technik, die Verladetechnik, es gibt nicht einmal einen reibungslosen(!) kontinentalen Verkehr innerhalb der EU. Und das liegt einzig und allein an den Lobbyisten, die der sog. Bürger alle Jahre wiederwählt.

04.12.2018 18:12 Max W. - Seeing is believing... 28

@04.12.2018 14:57 007 (Diese Eurokraten haben alles nur keine Ahnung, u davon doppelte Menge. Mir ist es im Fernverkehr nur selten gelungen, mit Ablauf meiner Lenkzeit, auf einem bestimmten Parkplatz zu stehen. Da wird jede Minute der kostbaren Lenkzeit voll ausgenutzt. Es kann niemand früh am Tag schon sagen wo er zum Feierabend mit seinem Truck steht. So einen Unfug können nur Bürokraten aus kaspern.)

Der einzige Zweck dieser "Vorschläge" ist das Vortäuschen sozialverträglicher Brüsseler Politik. Nichts davon wird gegen den Willen des Kapitals auch nur im Ansatz umgesetzt werden. Sonst wären schon längst wenigstens(!!!) die geltenden Bestimmungen endlich durchgesetzt.

Wenn ich ihnen meine diesbezüglichen Erlebnisse mit alleine rumänischen und ukrainischen Spediteuren referiere, werde ich hier gesperrt, darauf dürfen sie Gift nehmen. Was nichts daran ändert, dass sie Alltag in Schland sind. Zum Nutzen der Profiteure und zum Schaden aller anderen.
Danke SPD!

04.12.2018 18:05 Max W. - Seeing is believing... 27

@04.12.2018 11:08 DB (Mein Mann ist seit 30 Jahren von sonntags bis freitags auf`m Bock. Der hat sich kaputt gelacht, als er das gelesen hat.)

Nicht nur ihr Mann. Es macht mich nur noch wütend, in welch platter, durchschaubarer und kreuzverlogener Manier hier mal wieder populistischer Billigfrass unter's Volk geschmissen werden soll. Bis heute stehen LKW aus gewissen Nachbarländern verbotenerweise tagelang und über die WE auf Raststätten und Parkplätzen und absolut NIEMAND setzt die geltenden Vorschriften durch. Von ständig unterlaufenen Kabotageregelungen, Scheinselbstständigkeit, Leiharbeit zwecks Lohndrückung, der steten Mißachtung der Überholverbote etc. auf deutschen BAB und und und garnicht erst zu reden. Mir ist in SH ein Unternehmen bekannt, das u. a. philippinische(!!!) Leiharbeiter auf dem Bock einsetzt - Danke SPD für das Einleiten dieser "Entwicklung" - auf das Geschwätz zu deren Vertuschung verzichte ich.

04.12.2018 16:00 Sabine 26

Das die Ausländischen LKW Fahrer wochenlang unterwegs sind, machen sie doch selber mit und warum sind sie so lange unterwegs, weil sie hier in Deutschland ihre Touren fahren und auch noch preiswerter als Deutsche Speditionen es fahren lassen könnten. Wenn deutsche Fahrer ins Ausland fahren, ist es nur mal hin zum laden und ausladen, oder umgekehrt und wieder zurück und sind am Wochenende wieder zu hause. Die Politiker sollen das verbieten, das die ausländische Speditionen, ihre Touren nur hier in Deutschland fahren. Dann wäre das Problem, das sie Wochenlang unterwegs sind, vom Tisch.
Alle Speditionen in den EU Ländern, müssten hauptsächlich in ihren Ländern fahren. Dann wäre nicht nur das Parkplatzproblem eingeschränkt, dann wären sie auch jedes Wochenende zu hause.