Ermittlungen Angreifer von London war verurteilter Terrorist

Beim Messerattentäter von London handelt es sich nach ersten Ermittlungen um einen wegen Terrorismus vorbestraften Ex-Häftling. Der 28-Jährige war erst vor einem Jahr aus dem Gefängnis freigekommen.

Passanten auf der London Bridge überwältigen Attentäter - Mann nimmt Angreifer Messer weg
Passanten (rechts im Bild) überwältigten auf der London Bridge den Attentäter. Ein Mann nahm dem Angreifer das Messer ab. Bildrechte: dpa

Der Attentäter von London war der Polizei bekannt und hatte Verbindungen zu islamistischen Terrorgruppen. Wie der Chef der britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, mitteilte, handelt es sich um den 28-jährigen Usman K., der 2012 wegen einer terroristischen Straftat verurteilt worden war.

Vorzeitige Entlassung unter Auflagen

Der Angreifer, der am Freitag zwei Menschen im Zentrum der britischen Hauptstadt getötet hat, war laut Polizei vor einem Jahr unter Auflagen vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Nach Informationen der "Times" kam er frei, weil er zugestimmt hatte, eine elektronische Fußfessel zu tragen.

Premierminister Boris Johnson nannte es "einen Fehler, schweren und gewalttätigen Kriminellen zu erlauben, vorzeitig aus dem Gefängnis zu kommen".

War es ein Einzeltäter?

Der 28-Jährige K. lebte den Ermittlungen zufolge zuletzt in der Grafschaft Staffordshire in Mittelengland. Dort gab es nach Angaben von Anti-Terror-Chef Basu Durchsuchungen. Die Polizei geht von einem terroristischen Motiv aus. Es wurde ein Krisenstab einberufen.

Der Verdächtige trug bei seiner Messerattacke am Freitagnachmittag eine Sprengstoffattrappe. Nach einer Rangelei mit Passanten auf der London Bridge war er von Polizisten erschossen worden. Bei dem Angriff auf der Themse-Brücke wurden drei weitere Menschen verletzt. Zunächst war von einem Einzeltäter die Rede.

Zweiter Angriff an der London Bridge binnen 30 Monaten

Der Angriff weckt Erinnerungen an den Anschlag vom 3. Juni 2017, als drei Attentäter auf der London Bridge mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast waren und anschließend im angrenzenden Ausgehviertel wahllos auf Menschen eingestochen hatten. Acht Menschen starben, 48 weitere wurden verletzt. Die Polizei erschoss die drei Attentäter.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2019 | 03:00 Uhr

16 Kommentare

der Uwe vor 35 Wochen

Lieber MDR: Da Sie schon den Begriff " aufwiegen" verwenden um evtl. mir zu unterstellen dass ich dieses und jenes Verbrechen ""gegenrechnen / abgleichen"" wolle , muß ich ( um Ihren Begriff aufzunehmen) Sie in Kenntnis setzen, dass ich BEIDE Verbrechen IN EINER WAAGSCHALE sehe. Das Problem , beide Seiten gleichermassen zu ächten , sehe ich an anderer Stelle , aber nicht bei mir.

MDR-Team vor 35 Wochen

Lieber Nutzer,

1.) Ein schreckliches Verbrechen wiegt ein anderes nicht auf. Bitte unterlassen Sie Ihren Whataboutismus.
2.) In Deutschland findet die Religionsfreiheit ebenfalls ihre Grenzen in Recht und Gesetz. Sollte eine Straftat aus religiösen Gründen verübt worden sein dann ist es: Eine Straftat.

Die MDR.de-Redaktion

der Uwe vor 35 Wochen

...na da versuche ich es mal auf ein Neues:
Wir erinnern uns an den Attentäter von Halle, der sein " Leitmotiv" im Gedankengut des Nationalsozialismus' sah, und dies auf perverse Art verwirklichte. Wenn man so will, genau wie der Diktator Hitler es in "seinen Schriften" niedergeschrieben hatte.
Nun haben wir einen ( schon mal verurteilten!!!) Attentäter in London , der sich ( und viele weitere vor und mit ihm) AUCH wiederum auf eine Ideologie und "seine Schriften" beruft um Unschuldige zu töten.
Was läuft hier falsch,- Das eine sind nationalistische und rassistische Verbrechen,- DAS ANDERE WIRD ALS "Religionsfreiheit" und als unantastbar betrachtet.
....so lieber MDR , nun zensiert mal schön, es kommt " Hitler" in meinem Text vor....