Heiko Maas (r, SPD), Außenminister, wird von seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, im Gästehaus des Ministers zu einem Vieraugengespräch empfangen
Maas (r.) und Lawrow wollten unter anderem über den Konflikt in der Ukraine sprechen. Bildrechte: dpa

Maas in Moskau Deutschland und Russland wollen Zusammenarbeit stärken

Wichtige Themen gibt es genug zwischen Deutschland und Russland. Beim Besuch in Moskau sprach Außenminister Maas über den INF-Vertrag, Syrien, die Ukraine – und Deutschlands neue Rolle im UN-Sicherheitsrat.

Heiko Maas (r, SPD), Außenminister, wird von seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, im Gästehaus des Ministers zu einem Vieraugengespräch empfangen
Maas (r.) und Lawrow wollten unter anderem über den Konflikt in der Ukraine sprechen. Bildrechte: dpa

Außenminister Heiko Maas hat sich am Freitag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau getroffen. Dabei sprachen sich beide für eine enge Zusammenarbeit bei internationalen Themen aus. "Wir haben in den letzten Monaten eine Vielzahl bilateraler Gespräche geführt, aber auch viele Initiativen gemeinsam gestartet", sagte Maas. "Ich halte das für den richtigen Weg." Beide Länder sollten sich bei internationalen Themen eng miteinander abstimmen. Die Gespräche mit Russland bezeichnete er als konstruktiv.

Lawrow äußerte die Hoffnung, dass sich der Austausch zwischen Deutschland und Russland weiterentwickeln werde. "Unsere Zusammenarbeit über internationale und regionale Angelegenheiten gewinnt an Breite und Aktualität", sagte Lawrow.

Bei dem Treffen gingen Maas und Lawrow auch auf die deutsche Rolle im UN-Sicherheitsrat ein. Die Bundesrepublik ist seit Januar für zwei Jahre ständiges Mitglied in dem Gremium. Als Mitglied im UN-Sicherheitsrat werde auf Deutschland "mehr Verantwortung zukommen", sagte Maas. "Dieser Verantwortung wollen wir uns stellen."

Maas fordert Russland beim INF-Vertrag zum Einlenken auf

Heiko Maas (r, SPD), Außenminister, wird von seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, im Gästehaus des Ministers zusammen mit den jeweiligen Delegationen empfangen.
Deutschland und Russland streben bei internationalen Themen eine enge Zusammenarbeit an. Bildrechte: dpa

Geplant waren Gespräche beider Politiker über die Konflikte in Syrien und der Ukraine, die russische Mitgliedschaft im Europarat sowie über die Zukunft des INF-Vertrags über atomare Mittelstreckenraketen. Der Streit zwischen Russland und den USA über den Vertrag war im vergangenen Jahr eskaliert. Maas appellierte an Russland, bei der Abrüstung einzulenken. Der sogenannte INF-Vertrag zwischen den USA und Russland habe Europa sicherer gemacht. "Er berührt unsere Sicherheitsinteressen auf elementare Art und Weise." Weiter sagte Maas: "Wir sind der Auffassung, dass Russland den Vertrag retten kann."

Außenminister reist weiter in die Ukraine

Von Moskau reist Maas direkt weiter nach Kiew, um sich mit dem ukrainischen Außenminister Pawlo Klimkin zu treffen. Beide wollen über die Lage in der umkämpften Ostukraine sprechen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Januar 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 14:38 Uhr

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18 Kommentare

20.01.2019 11:07 Jakob 18

Der Beitrag Nr. 6 von Carola sollte gelöscht werden. Ein derartiges Maß an Respektlosigkeit gegenüber einem Minister ist indiskutabel.

19.01.2019 20:15 Jürgen Förster 17

@13,
Sie haben es auf den Punkt gebracht.
Zudem hat der eine aufgeklärt, dass die amerikanischen "Freunde" ihren feststehenden Entschluss zum Bruch des INF-Vertrags mehrfach bekräftigt haben.
Ob diese Information bei dem anderen ankam?!

19.01.2019 18:16 Carolus Nappus 16

Fast richtig 007. Der eine hat gerade wieder einen Scheck erhalten, denn er an seinen Boss und dessen Kumpels weiterreichen darf. Wichtigste Fareg beim Gespräch war, ob Deutschland auch weiter fleißig und mit Hartgeld für die Gaslieferungen zahlt. Der andere konnte ihne beruhigen, dass das mit dem Wind- und Sonnenstrom usw. vor allem gemacht wird, um die Grünen zu besänftigen.

19.01.2019 17:51 Frank 15

Und während man dort redet, rollen amerikanische Kampfverbände aus Bremerhaven kommend, durch Deutschland, in Richtung Osten. Deutsche Panzer wurden ja schon in den letzten Wochen, mit der Bahn, ebenfalls Richtung Osten verbracht. Das alles, um Russland vor einem möglichen Angriff ??? abzuschrecken. Sicherlich fällt das unter vertrauensbildende Maßnahmen. Wirtschaftssanktionen alleine scheinen wohl nicht mehr auszureichen. Und sollte der INF Vertrag nicht mehr gewollt sein, werden wohl demnächst auch noch atomare Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden. Vielleicht ist es an der Zeit, über eine neue KSZE Konferenz nachzudenken, falls es denn noch Politiker geben sollte, die ein Minimum an Verstand und Weitsicht besitzen. Wir sollten uns nicht von einem Millitärbündnis in eine Situation drängen lassen, aus der es irgendwann keine politischen Auswege mehr geben könnte.

19.01.2019 16:43 007 14

@ Der Lange 13 ... Also ich finde der Eine sieht aus als hätte er das Scheckbuch in der Tasche, u der Andere hockt da wie ein Bettler vor seinem Hut ...

18.01.2019 20:29 Der Lange 13

Wenn ich mir die statements der Beiden (ohne fake-Übersetzungen) anhöre, kann ich nur sagen: der eine ist Außenminister und vertritt die Interessen seines Landes. Und der Andere ist schick angezogen.

18.01.2019 20:15 Hossa 12

Vor nicht allzu langer Zeit erhielt Herr Putin in Dresden mit großem Tamtam den St.Georg Orden überreicht .
Er macht Politik wo russische Interessen vornan stehen.
Aber statt auf Dialog wurde auf Konfrontation gesetzt.Die Sanktionen treffen mehr unsere eigene Wirtschaft.
Märkte in die man mühsam vorgedrungen war,dürften für lange Zeit geschlossen bleiben.
Mit dem russischen Bären legt man sich nicht an.Das haben schon viele versucht und sind gescheitert.

18.01.2019 19:59 Friedensfreund 11

Herr Lawrow ist etwas doppelzüngig. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er 2016 das falsche Gerücht breitgetreten hat, die deutsche Polizei habe versucht, die Vergewaltigung einer Minderjährigen zu vertuschen.

18.01.2019 19:58 Part 10

Aber Rußland hat doch schon eingelenkt beim INF-Vertrag und der US- Regierung angeboten die neuen Marschflugkörper zu Inspizieren, doch die hat plötzlich kein Interesse mehr und fordert die gänzliche Abschaffung bei der bereits erfolgten Einkesselung von Rußland. Irgendwer lässt hier doch schon wieder wichtige Tatsachen weg zum Thema...

18.01.2019 19:12 Rumsdibums 9

@2 Michael Möller
War doch in der Zusammenarbeit mit den USA bisher auch kein Problem.