Yohann Piedagnel beobachtet den französischen Präsidenten Emmanuel Macron während einer Fernsehansprache.
Ein Anhänger der "Gelbwesten" verfolgt die Ansprache Macrons im Fernsehen. Bildrechte: dpa

Rede an die Nation Macron geht auf die "Gelbwesten" zu

Nach den wochenlangen Protesten der "Gelbwesten" in ganz Frankreich hat Präsident Macron Zugeständnisse an die Bewegung angekündigt. Unter anderem will er den Mindestlohn anheben und Überstunden steuerfrei machen.

Yohann Piedagnel beobachtet den französischen Präsidenten Emmanuel Macron während einer Fernsehansprache.
Ein Anhänger der "Gelbwesten" verfolgt die Ansprache Macrons im Fernsehen. Bildrechte: dpa

Nach den wochenlangen Protesten der "Gelbwesten" hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in seiner Rede an die Nation an den Zusammenhalt in der französischen Gesellschaft appelliert.

Gleichzeitig kündigte er größere Zugeständnisse seiner Regierung an die Protestbewegung an. So solle es unter anderem bei Überstunden weder Steuern noch Sozialabgaben geben, sagt Macron am Montagabend in einer Fernsehansprache.

Macron übernimmt Verantwortung

Zudem solle der Mindestlohn im Januar um 100 Euro im Monat ansteigen. Dies ist eine der Hauptforderungen der "Gelbwesten". Der Staatschef kündigte außerdem eine Entlastung für Rentner an, die über weniger als 2.000 Euro monatlich verfügen: Für sie werde 2019 die Erhöhung der Sozialabgaben ausgesetzt, sagte er.

Die Maßnahmen betreffen nach Angaben des Fernsehsenders TF1 rund zwei Millionen Haushalte in Frankreich.

Macron betonte, er übernehme für die aktuelle Krise einen Teil der Verantwortung. Die Forderungen der Protestbewegung nannte der Staatschef "legitim".

"Ich habe die Wut gehört"

Er habe die Wut der Bürger gehört und verstanden, dass es dabei nicht nur um die Ökosteuer gehe, deren geplante Anhebung seine Regierung als erstes Zugeständnis ausgesetzt hatte. "Diese Wut sitzt tiefer. Sie ist vielleicht unsere Chance", sagte der 40-jährige Präsident.

Zugleich kritisierte er die Ausschreitungen der letzten Wochen als "entfesselte Aggressionen". Es sei ihm ein Anliegen, Ruhe herzustellen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Dezember 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2018, 21:31 Uhr

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43 Kommentare

12.12.2018 16:08 Fragender Rentner 43

@DER Beobacher zu 39

Du hast es wieder mal drauf, verschiedene Fragen in einen Topf zu werfen und es zu verdrehen. :-(

Schön wäre es wenn du auf jede Frage einzeln antworten könntest?

12.12.2018 12:52 kleinerfrontkaempfer 42

Toll, habe mir heute auch gleich eine gelbe Warnweste bestellt.
Beilt euch da draußen im Land, noch sind welche zu haben.

12.12.2018 11:06 Fragender Rentner 41

@DER Beobacher zu Fragender Rentner zu 39

Nun sage nur dass das mit ihm und dem ehemaligen Investmentbanker Macron nicht stimmt?

Kam auch im Fernsehen könnte bei n-tv oder ARD/ZDF gewsen sein.

Warum hat er denn die Reichensteuer wohl abgeschafft?

Bestimmt nur für die arbeitenden Bürger, die so über die Runden jeden Monat kommen !!! :-(((

So ähnlich wie der Hr. Merz sagte man soll jeden Tag ca. 5,- bis 8,- € sparen um mal ein kleines Vermögen zu haben!

5,- € x 30 Tage sind 150,- € pro Monat und das Gled hat bestimmt ein H4ler oder Minijober übrig !!! :-(((

12.12.2018 10:00 Frank 40

Teilzeitbeschäftigte, Arbeitslose und arme Rentner, hätten exakt gar nichts von den vorgeschlagenen Maßnahmen. Nutzen würden sie Rentnern mit mittlerer Rente, Vollzeitangestellten mit Mindestlohn und Vollzeitangestellten in großen, gutverdienenden Firmen, die ihre Überstunden steuerfrei ausgezahlt bekämen, absolut im Einklang mit Macrons neoliberaler Agenda. Interessant ist noch, daß jetzt alle Sorgen äußern über das staatliche Defizit, das durch die staatlichen Almosen in Höhe von ca. 8-10 Milliarden Euro 2019 die 3-Prozent-Grenze reißen würde, während sich in 18 Monaten niemand beschwert hat über den – weiterhin gültigen ! – Plan Macrons, die Unternehmensteuern radikal zu senken, was den Staat das Doppelte als die Almosen für Rentner und Mindestlöhner kosten wird, nämlich jährlich 20 Milliarden Euro. Und Macron hat keineswegs vor, die Löhne auf Kosten der Unternehmen zu erhöhen, denn für den 100 Euro höheren Mindestlohn und den Verzicht auf Sozialabgaben kommt der Staat auf.

12.12.2018 00:47 DER Beobacher zu Fragender Rentner 39

Soso hach, ein angeblich ehemaliger Investment-Banker nimmt Anteil an den Armutsrentnern unserer deutschen Gesellschaft und outet sich regelmäßig als Versteher der sich für diese einen Dreck interessierenden Rechtsaußenpupulisten via AfD, Pegida etc. ... Krokodilstränen?

12.12.2018 00:37 DER Beobachter @ sh 38

Schon nett. Nur interessierten sich die Rechtsaußenversteher vor dem Emporkommen der AfD etc. infolge der Flüchtlingskrise 2015 seinerzeit einen Dreck für die schon damals bestehende Armut und Armutsgefahr für Deutsche... ;)

11.12.2018 21:22 sh 37

@35 Wessi was erzählen Sie denn hier, an welcher Vergangenheit sollten wir schwer tragen. Ich wüsste nicht warum. Und wenn ein Rentner der weniger als 2000,- € hat, entlastet werden soll, dann stellt sich nur eine Frage, wie viel Menschen gibt es bei uns, die weniger verdienen und wie viel Rentner müssen Flaschen sammeln? Von 2000 € nicht zu reden. Und dieser Macron will uns zum Teilen auffordern. Wird Zeit das der abgewählt wird, genau diese Typen brauchen wir nicht. Die Zeit reift heran das sich Europa in eine andere Richtung bewegt, eine die den einfachen Menschen Rechnung trägt und keine Träumern von Vereinigten europäischen Staaten.

11.12.2018 19:26 Johny 36

Den eingeladenen Politikgrößen stand gestern abend die Furcht ins Gesicht geschrieben. Sie überschrien sich gegenseitig, die charmanten Moderatorinnen wirkten irgendwie hilflos. Der Grund für diese Panik ist wohl, dass die Politik spürt: Die sozialen Ankündigungen werden die gelbe Revolution nicht mehr besänftigen können. Verlangt werden nämlich längst nicht mehr nur soziale Maßnahmen, verlangt wird mehr Demokratie. Forderungen nach Volksentscheiden und mehr Volksbeteiligung an der Politik stehen im Raum. Das macht den oberen Zehntausend mehr Angst als alle Staatsschulden und Sozialausgaben zusammen. In D. begnügt man sich mit Petitionen...

11.12.2018 18:21 Wessi 35

@ 33 Ja...unser Land trägt, zu Recht, erstens an der Vergangenheit schwer, zweitens ist es, im Gegensatz zu Frankreich ein kulturelles Kunstprodukt, dominiert durch das die schlimme Vergangenheit verursachende Überpreussentum.
@ 32 Neid,Neid,Neid.Und für Gewalt sprechen Sie sich auch aus? Wir leben in einem europäischen Solidarsystem.Selbst solche , die nicht einmal europäische Werte achten wollen, wie Polen+Ungarn, ziehen uns ab.Frankreich profitiert in etwa so viel wie z.B. der Osten hierzulande.
@ 29 Genau das, was Sie behaupten habe ich eben nicht gesagt.Sie sollten meinen post ganz lesen.

11.12.2018 17:41 Gohlis 34

Sehr gutes und aufschlussreiches (uns Deutsche betreffend) Gespräch heute bei mdr aktuell im Radio um 12:36 Uhr (Mediathek hier: https://www.mdr.de/mediathek/radio/mdr-aktuell/index.html#). Schade, dass es nicht schriftlich und kommentierbar zur Verfügung steht. Interessierte sollten es unbedingt hören.