Emmanuel Macron spricht.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wirbt für einen Neubeginn in der EU. Bildrechte: dpa

Appell zur Europawahl Macron-"Weckruf" an EU-Bürger

Frankreichs Präsident Macron hat vor der Europawahl die Bürger zur Rettung der Europäischen Union aufgerufen. In einem Artikel für mehrere Zeitungen mahnte Macron, Europa sei wichtiger denn je, aber in großer Gefahr.

Emmanuel Macron spricht.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wirbt für einen Neubeginn in der EU. Bildrechte: dpa

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat für eine Renaissance der europäischen Idee geworben. In einem Gastbeitrag am Dienstag für Zeitungen in allen 28 EU-Staaten sprach Macron selbst von einem "Weckruf". Die Europa-Wahlen seien eine Entscheidung über die Zukunft unseres Kontinents.

Europa war nie seit dem Zweiten Weltkrieg so nötig wie heute, aber noch nie war Europa auch in solcher Gefahr.

Aus dem Macron-Appell, den u.a. die Zeitung "Die Welt" veröffentlichte

Demokratie-Behörde und EU-Grenzschutz

Macron warnte, Nationalismus bringe den Menschen nichts, er sei ein "Projekt der Ablehnung". Konkret schlug Macron die Gründung einer europäischen Behörde zum Schutz der Demokratie zur Absicherung von Wahlen gegen Manipulationen vor sowie ein Verbot der Parteienfinanzierung aus dem Ausland.

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Nationalisten, die keine Lösungen anzubieten haben, die Wut der Völker ausnutzen. Wir dürfen nicht Schlafwandler in einem erschlafften Europa sein.

Emmanuel Macron

Zugleich warb Macron für eine Überarbeitung des Schengen-Systems sowie die Schaffung einer gemeinsamen Grenzpolizei und einer europäischen Asyl-Behörde – mit einheitlichen Regeln für Anerkennung und Ablehnung.

Macron sprach sich für eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik im Einklang mit der Nato und den europäischen Verbündeten aus und rief zur Erhöhung der Militärausgaben auf. Wirtschaftspolitisch sollten Firmen, die die strategischen Interessen der EU bedrohten, verboten werden.

Unterschiedliche Reaktionen in Brüssel

EU-Ratspräsident Donald Tusk begrüßte Macrons Aufruf für einen "Neubeginn in Europa". Er lobte auch den Vorstoß, sich besser gegen die Beeinflussung von Wahlen durch "antieuropäische Kräfte" zu wappnen.

Die EU-Kommission sprach von einem "wichtigen Beitrag zur europäischen Debatte". Ein Sprecher von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies darauf hin, dass mehrere Reformideen Macrons bereits von der EU-Kommission vorgeschlagen worden seien.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. März 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2019, 10:52 Uhr

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76 Kommentare

07.03.2019 13:34 D.o.M. 76

" ... noch nie war Europa auch in solcher Gefahr.“
"
Völlig korrekt Herr Macron! Wenn wir, das heißt also auch Sie, das Mittelmeer nicht nachhaltig dicht bekommen, dann ist Schluß mit dem Kulturrraum Europa.

07.03.2019 01:43 mark 75

Macron hat zu Hause genug zu tun.Ein zentralistisches und bürokratisches Frankreich zu reformieren.Vom jugen Italiener der eine neue Achse Berlin - Rom in der EU vorgeschlagen hat ist keine Rede.Gab es zwar "36" schon mal mit wenig Erfolg.Ich denke die EU wird und muss zusammen bleiben.Das Ende des weissen Mannes,allein Demographisch,da muss man kein Prophet sein .Nur um das "Wie" gibt es gerangel.Und die EU muss ihre Grösse und Macht einsetzen,auch gegen Nachbarn (Zukunft GB) ,wenn es ausserhalb EU attraktiver ist ( Norwegen,Schweiz),dann wird sie zerfallen.

06.03.2019 21:23 H.E. 74

Schon zu Zeiten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft sah ich mal eine Karikatur mit 1 Thron und der Rest saß auf normalen Stühlen. Raten wer auf dem Thron saß? Es war zu de Gaulles Zeiten.

06.03.2019 19:15 Fragender Rentner 73

Ist schon schlimm, wenn die einen keine Lösung haben, die erst wer verursacht hat?

Wie hieß es im Zauberlehrling?

Walle, walle oder ralle, ralle?

06.03.2019 19:12 Fragender Rentner 72

Wie giing das Lied?

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld.

Sollte GB aus der EU rausgehen, da darf Deutschland bestimmt auch schon mehr berappen?

06.03.2019 15:21 Zahlmeister 71

@56 Ralf Richter, absolut zutreffend. Schon Churchill sagte zu de Gaulle sinngemäß, Sir wenn sie von Europa reden, meinen sie Frankreich.
Der jetzige Zustand der EU hat die Polit-Elite in Brüssel zu verantworten. Über Ursache und Wirkung kein Wort. Warum auch. Schließlich wollen die gleichen Personen wiedergewählt werden. Dieses Prinzip gilt auch hierzulande.

06.03.2019 14:41 Pittiplatsch, der Liebe 70

Wer das läuten des eigenen Weckers nicht mehr wahrnimmt, für den ist die Zeit tatsächlich abgelaufen.

06.03.2019 11:18 Bingo 69

Hat Macron, den Weckruf der Gelbwesten gehört ?? Man kann auf die nächste Wahl in Frankreich gespannt sein...

06.03.2019 09:14 Lilly 68

"und einer europäischen Asyl-Behörde "

was dann wohl bedeutet, das in Brüssel entschieden wird, wer nach Sachsen kommt/kommen muss?

06.03.2019 07:03 Lilly 67

@Wo ist das Lobbyregister?

das Mann den unterschied zwischen Angriff und Verteidigung nicht erkennt?

Ist das Satire?