Migranten nach der Erstürmung der Exklave Ceuta Spanien Marokko
Migranten nach der Erstürmung der spanischen Exklave Ceuta vor Marokko. Bildrechte: IMAGO

Flüchtlingspolitik Marokko lehnt Asylzentren kategorisch ab

Marokkos Außenminister Nasser Bourita hat sich eindeutig gegen Asylzentren auf dem Gebiet seines Landes ausgesprochen. Das Land lege Wert auf seine "souveräne nationale Position", sagte der Außenminister.

Migranten nach der Erstürmung der Exklave Ceuta Spanien Marokko
Migranten nach der Erstürmung der spanischen Exklave Ceuta vor Marokko. Bildrechte: IMAGO

Marokkos Außenminister Nasser Bourita hat Asylzentren auf dem Gebiet seines Landes kategorisch abgelehnt. "Marokko ist generell gegen alle Arten von Zentren. Das ist Bestandteil unserer Migrationspolitik und eine nationale souveräne Position", sagte Bourita der Zeitung "Welt".

Nasser Bourita, marrokkanischer Außenminister.
Nasser Bourita, marokkanischer Außenminister. Bildrechte: dpa

Zentren seien kontraproduktiv, meinte Bourita, auch Geldzahlungen änderten an dieser Haltung nichts. Es sei "zu einfach, zu sagen, das ist eine marokkanische Angelegenheit".

Die EU versucht, Asylzentren jenseits ihrer Grenzen zu errichten, um dort über Asylbegehren von Migranten zu entscheiden. Dazu führt sie unter anderem Gespräche mit den nordafrikanischen Ländern, die den Angaben zufolge bisher allerdings kaum vorankommen.

Nimmt die EU Marokko nicht ernst?

Marokkos Außenminister kritisierte, die EU mache das Migrationsproblem größer, als es tatsächlich sei. "Migration umfasst drei Prozent der Weltbevölkerung, wovon 80 Prozent legal sind", sagte er. "Wir sprechen also nur von 20 Prozent aus diesen drei Prozent." Es gebe einen politischen Kontext, der das Problem größer mache, als es in Wirklichkeit sei.

Zugleich warf er Europa eine unklare Haltung gegenüber seinem Land vor: "Sind wir echte Partner oder nur ein Nachbar, vor dem man Angst hat?" Länder wie Marokko, die in Sicherheits- und Migrationsfragen so wichtig seien, sollten eine größere Rolle spielen. Man könne Marokko nicht um Mithilfe bei Migration und im Kampf gegen Terrorismus bitten und das Land ansonsten wie ein Objekt behandeln.

Marokko rückt in den Fokus

Marokko ist neben den nordafrikanischen Nachbarländern Algerien, Tunesien und Libyen eines der wichtigen Transitländer für afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Zuletzt verlagerten sich die Flüchtlingsrouten vermehrt in den Westen Nordafrikas, Richtung Marokko und Algerien.

Von dort versuchten Migranten nach Spanien zu gelangen, da Staaten wie Italien oder Malta zuletzt keine Flüchtlinge mehr aus Libyen - dem bisherigen Haupttransitland - aufgenommen haben.

Landkarte Afrika mit den gekennzeichneten Ländern Marokko, Algerien und Tunesien
Die EU will Asylzentren in den nordafrikanischen Staaten Marokko, Algerien und Tunesien schaffen - und den Ländern im Gegenzug viel Geld zahlen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Oktober 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2018, 00:29 Uhr

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32 Kommentare

07.10.2018 23:17 goffman 32

@ Mittelsachse 27:
1. Auf dem Foto sehe ich Menschen. Ich sehe nichts, was es mir erlauben würde, mir ein Urteil von diesen Menschen zu machen. Hätte das Foto keinen Untertitel, wüssten Sie nicht einmal das es Migranten sind.
2. Migration ist nicht Wünsch Dir was. Menschen migrieren. Haben sie schon immer gemacht und werden sie auch immer tun. Das kann niemand verhindern. Die wichtige Frage ist: wie soll der rechtliche Rahmen dazu aussehen. Wem wollen wir welche Chancen geben, wem wollen wir wie helfen und was machen wir mit Menschen, die zu uns kommen und denen wir nicht helfen wollen. Und das Ganze bitte im Rahmen der Menschenrechte, internationalen Bestimmungen und unserem Grundgesetz.

04.10.2018 10:39 Beate G. 31

An Brennabor:bin ich auch für---lasst sie alle,alle nach Deutschland kommen,denn WIR SCHAFFEN DAS!!!!

04.10.2018 10:30 Thore 30

Um Doppelkommentare zu vermeiden, schließe ich mich dem Beitrag von @Winfried #1 uneingeschränkt an !
Hervorheben möchte ich aus dem Artikel das Bild, denn es zeigt genau, auf welches Klientel an "Einwanderern" sich Europa, vor allem die BRD, gefasst machen kann !

04.10.2018 09:31 Wachtmeister Dimpfelmoser 29

@ 23:25 | Mittelsachse: Das ist keine Frage des Sich-Wünschens - das ist eine Frage des Davon-Profitierens. Und von denen gibt es mehr als Sie denken.

04.10.2018 08:26 winfried an(25) und (26) 28

(25) Der Artikel besagt aber auch, dass von den 240 Mio. gesamt, 48 Mio. sog. "Illegale" sind.
Verbleiben also "nur" noch 192 Mio. "Legale",
und
(26) die bei der Einreise sowe späteren Anerkennung "herauszufiltern" und anschließend zu versorgen, bis wann eigentlich(?), sind Behörden und DE zwischenzeitlich sicher mehr als in der Lage.
Mit Ihren Worten (26) "Wir Schaffen auch das".
Wir müssen lediglich im Hamsterrad schneller treten, im Prinzip uns mehr Mühe geben.
Und die Koalition sorgt inzwischen dafür, dass uns der "Antrieb" nicht ausgeht.
Bitterer Sarkasmus aus !

03.10.2018 23:25 Mittelsachse 27

Um Himmels Willen, es kann sich doch kein normaler Mensch die Leute vom ersten Foto nach Europa wünschen oder doch?

03.10.2018 20:18 Fragender Rentner 26

@Brennabor zu 25

Wetten das wir dies auch schaffen werden.

03.10.2018 17:49 Brennabor 25

Schickt einfach die 3% Weltbevölkerung, dass heißt
die 240.000.000 Menschen nach Deutschland.

03.10.2018 17:34 Scharf 24

"Nationale Souveränität" klingt das nicht herrlich?
Während hier daran gearbeitet wird die nationale Souveränität der europäischen Völker zu vernichten, macht sich das "kleine" Marokko stark und pocht mit geschwellter Brust auf seine nationale Souveränität. Respekt. Mal sehen, wann dort der nächste Putsch stattfindet?

03.10.2018 16:47 Lisa 23

Wer sich gewaltsam Zutritt zu einem souveränen Staat verschafft hätte bei mir jegliches recht auf Aufenthalt verwirkt.

Aber in Deutschland sind sie willkommen.

Schande noch eins