Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx hofft, dass die katholische Kirche durch Transparenz Vertrauen zurückgewinnen kann. Bildrechte: dpa

Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan Kardinal Marx räumt Versäumnisse der Kirchenverwaltung ein

Kein Schweigen, kein Vertuschen mehr: Der deutsche Kardinal Reinhard Marx hat beim Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ein Ende der Geheimniskrämerei um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gefordert. In seiner Rede prangerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz offen Vertuschung und Machtmissbrauch an.

Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx hofft, dass die katholische Kirche durch Transparenz Vertrauen zurückgewinnen kann. Bildrechte: dpa

Bei der Anti-Missbrauchkonferenz im Vatikan hat der deutsche Kardinal Reinhard Marx der Kirchenverwaltung eine Mitschuld an den zahlreichen sexuellen Übergriffen und Missbrauchsfällen an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche gegeben. Gleichzeitig sprach sich Marx für Offenheit und Transparenz im Umgang mit Missbrauchsfällen aus.

Transparenz ist "alternativlos"

Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sei zu einem "nicht geringen Teil" auf Machtmissbrauch in der Verwaltung der katholischen Kirche zurückzuführen, sagte Marx. Akten, die die furchtbaren Taten hätten dokumentieren können, seien nicht erstellt oder vernichtet worden. Statt den Tätern seien die Opfer "reglementiert" worden. Nicht Transparenz, sondern Taten und deren Vertuschung fügten der Kirche Schaden zu. Der Vatikan solle Zahlen und Einzelheiten veröffentlichen, damit die Menschen der Kirchenverwaltung vertrauen könnten.

114 Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz sind auf Einladung von Papst Franziskus zu einer Anti-Missbrauchskonferenz nach Rom gereist, bei welcher sie über Konsequenzen aus den weltweiten Missbrauchsskandalen der vergangenen Jahre beraten wollen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Februar 2019 | 03:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2019, 13:11 Uhr