Theresa May
Theresa May will als Vorsitzende der konservativen Partei in Großbritannien zurücktreten. Bildrechte: dpa

Großbritannien May kündigt Rückzug an

Im Streit um den Brexit will sich die britische Premierministerin May von der Spitze der konservativen Partei zurückziehen. Premierministerin will sie so lange bleiben, bis ein Nachfolger gewählt ist. Kanzlerin Merkel und EU-Kommissionspräsident Juncker zollten May Respekt.

Theresa May
Theresa May will als Vorsitzende der konservativen Partei in Großbritannien zurücktreten. Bildrechte: dpa

Die britische Premierministerin Theresa May hat ihren Rücktritt als Chefin der konservativen Torys angekündigt. In London sagte May, sie werde das Amt am 7. Juni abgeben. Zugleich kündigte sie an, so lange Premierministerin zu bleiben, bis ihr Nachfolger gewählt sei. Der neue Tory-Chef soll auch neuer Premierminister werden.

May begründete ihre Entscheidung damit, dass es ihr nicht gelungen sei, das Parlament von ihrem Brexit-Deal mit der Europäischen Union zu überzeugen. Sie werde "für immer bedauern", dass sie nicht in der Lage gewesen sei, den Brexit zu vollziehen.

Es sei im besten Interesse des Landes, wenn ein anderer Premierminister Großbritannien aus der EU führe. May betonte, sie glaube daran, dass die Konservative Partei die Kraft zur Erneuerung habe.

Labour-Chef für Neuwahlen

Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn forderte bereits Neuwahlen. Der Labour-Chef sagte, weder May noch ihre gespaltene Partei seien in der Lage, das Land zu regieren. Wer auch immer neuer Chef der Konservativen werde, müsse das Volk über die Zukunft des Landes entscheiden lassen.

Brexit-Deal scheitert drei Mal

Das britische Unterhaus hatte den von May ausgehandelten Brexit-Vertrag mit der EU drei Mal abgelehnt. Der ursprünglich geplante EU-Austrittstermin am 29. März musste zweimal verschoben werden. Zuletzt waren bei den Torys und in der Regierung die Forderungen nach einem Rücktritt von May immer lauter geworden. Zudem traten mehrere Minister aus ihrem Kabinett im Streit um den Brexit zurück, zuletzt ihre Unterhaus-Ministerin Andrea Leadsom.

Respekt und Lob aus Berlin und Paris

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über eine Regierungssprecherin erklären, sie habe Mays Ankündigung mit Respekt zur Kenntnis genommen. Weiter hieß es, Merkel habe mit May immer vertrauensvoll zusammengearbeitet und werde das weiterhin tun, solange May im Amt sei.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lobte May für ihre "mutige Arbeit". Zugleich forderte er eine schnelle Klarstellung, wie es mit dem Brexit weitergehe.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker bedauerte Mays angekündigten Rücktritt. Eine Sprecherin sagte in Brüssel, Juncker habe die Zusammenarbeit mit May geschätzt. May sei eine mutige Frau, die er sehr respektiere. Die Sprecherin betonte zugleich, die EU setze weiter auf einen geordneten Brexit. Änderungen am Austrittsvertrag seien aber nicht möglich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Mai 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2019, 11:14 Uhr

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15 Kommentare

25.05.2019 20:55 Klaus 15

@ { 25.05.2019 17:07 Wo geht es hin? }
Auch Cameron hat Besorgtenpolitik gemacht, weshalb er auch abtreten musste. Gleiches hat May versucht und ist vorhersehbar ebenso gescheitert.
Daran kann man nach wie vor erkennen, dass unfähige britische Regierungen das Problem sind. Die EU hat damit kein Problem. :-)

25.05.2019 17:07 Wo geht es hin? 14

@Klaus - Zitat von Ihnen: "Das Problem ist nicht die EU... "Zitat Ende. Und genau da irren Sie schon wieder. Dazu muss man sich den geschichtlichen Ablauf noch mal vor Augen führen. Cameron wollte seine Macht erhalten und hat die Brexitabstimmung erst möglich gemacht. Niemand von den Unbesorgten dachte auch nur im Traum daran, dass die Abstimmung nun so ausging, wie sie ausging. Deshalb waren die ja auch unbesorgt. Wären die Etablierten besorgt gewesen, hätte es diese Abstimmung NIE gegeben. Als die Katastrophe für die Unbesorgten nun doch kam, überlegte man, wie man Nachahmer abschrecken könnte. Die Antwort war maximale Härte. DAS und eine unfähige (andere sagen verräterische) Verhandlungsführerin May ergaben eine Mischung von Unlösbarkeiten. Und darauf setzte Brüssel. Farage ist nun die Antwort.

25.05.2019 15:05 Wessi 13

Das Problem und der Fehler von May waren, daß sie immer nur auf die Bexiteers geschielt hat+nicht einkalkulierte, daß die Abstimmung sehr knapp war.Seitens der Brexteers hatte man überhaupt keinen Plan was man machen sollte, wenn der Brexit durchkäme.Und ausserdem meint man noch immer sehr arrogant man könne die EU dominizieren.Das Denken der britischen Oberschicht ist partiell 1945 stehen geblieben.Diese Oberschicht ist größtenteils dieselbe.Bestes Beispiel ist Rees-Mogg.Ausserdem ist in GB viel weniger Koalitionsfähigkeit vorhanden als bei uns, die Maßstäbe sind unterschiedlich.

25.05.2019 14:10 Klaus 12

@ { 25.05.2019 12:35 Wo geht es hin? }
Natürlich weiß ich das. Aber macht das die Sache besser?
Das Gegenteil ist der Fall, das macht die Sache noch viel schlimmer. Sie weiß nicht was sie will, eben Besorgtenpolitik. Das kann nur in einem Desaster enden, aber zumindest das Ziel hat sie erreicht. :-)

25.05.2019 12:56 Klaus 11

Das Problem ist nicht die EU, sondern unfähige britische Regierungen. Die bekommen noch nicht mal den Brexit gebacken, sind hoffnungslos zerstritten und wissen nicht was sie wollen. Das Konzept einer Besorgtenregierung.
Mit Vollgas gegen die Wand und der Nachfolger, wer auch immer das sein wird, wird es nicht besser machen. Besorgte können nichts gut machen.

25.05.2019 12:35 Wo geht es hin? 10

@Klaus - Zitat von Ihnen: "Aber so geht Besorgtenpolitik, da musste selbst May weinen." Zitat Ende. Dass May aber persönlich GEGEN den Brexit gestimmt hat, wissen Sie aber doch schon - oder etwa nicht? Das widerum würde Ihre ständige Verwechslung von besorgt und unbesorgt erklären...

25.05.2019 10:47 Klaus 9

@ { 24.05.2019 12:26 Morchelchen }
Ja, so viele Abstimmungen hintereinander zu verlieren, das ist wirklich eine einzigartige Leistung.
Aber so geht Besorgtenpolitik, da musste selbst May weinen.

25.05.2019 10:43 Klaus 8

@ { 24.05.2019 13:47 Heinz }
Aber genau deswegen ist sie ja kläglich gescheitert.
Wer immer nur die eigenen Interessen sieht, der kann mit anderen keine Lösung finden.
Europa lebt davon, dass alle Interessen berücksichtigt werden.
May wollte nur ihr Interessen durchboxen und das noch höchst emotional, das konnte nicht gut gehen. Nach drei Jahren keinen Schritt weiter, das ist mehr als ein Armutszeugnis. Aber das ist das Resultat einer Besorgtenpolitik, die wir sicherlich nicht brauchen.

25.05.2019 07:11 Federico 7

" Genug ist genug !"
Der Rücktritt war überfällig.
Diese Politikerin war ist keine " Lady."
Sie hat ihrem Land geschadet
und auch ihre politischen Freunde
gehören ins " politische Abseits."
Auch die " gehandelten " Nachfolger
sind für einen " geordneten BREXIT "
unfähig.
Vielleicht ist , nicht nur die" politische Klasse" , nach der Europawahl klüger.
Im Grunde genommen gibt es
nur eine Lösung für dieses
" englische Desaster", Neuwahlen!

24.05.2019 17:36 Sonja 6

@ 5 kannst du voll und ganz vergessen die mit ihre Lügen geht nach ihrer noch vollen Amtszeit dann nach Brüssel und würd weiterhin ihr Unheil
verrichten, so sieht es aus, Wetten ??