Polizei vor Restaurant Zizzi in Salisbury
In Salisbury wurden in einem Restaurant Spuren eines Nervengifts gefunden, mit dem Skripal vergiftet worden sein könnte. Bildrechte: dpa

Fall Skripal May: Moskau wohl verantwortlich für Giftanschlag auf Ex-Spion

Die britische Premierministerin Theresa May hält Russland für "höchstwahrscheinlich" verantwortlich für den Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Skripal und seine Tochter. Nun hat sie ein Ultimatum ausgesprochen und den russischen Botschafter einbestellt.

Polizei vor Restaurant Zizzi in Salisbury
In Salisbury wurden in einem Restaurant Spuren eines Nervengifts gefunden, mit dem Skripal vergiftet worden sein könnte. Bildrechte: dpa

Nach Angaben der britischen Premierministerin Theresa May ist Russland "höchstwahrscheinlich" für das Attentat mit einem Nervengift auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter verantwortlich. Die Regierungschefin sagte dies am Montag im Parlament in London.

Der Anschlag sei mit einer Sorte Nervengift ausgeführt worden, die in Russland entwickelt worden sei. Es sei "von militärischer Qualität".

Ultimatum bis Dienstagabend

Sergej Skripal während seines Spionage-Prozesses 2006 in Moskau.
Sergej Skripal während seines Spionage-Prozesses. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Zugleich stellte die britische Staatschefin Moskau ein Ultimatum zu einer Erklärung zum Anschlag. Der russische Botschafter wurde einberufen. May sagte, entweder sei Russland verantwortlich oder habe zugelassen, dass das Gift in fremde Hände gerate. Moskau müsse sich bis Dienstagabend gegenüber der Organisation für das Verbot chemischer Waffen äußern.

Bislang hat Russland jede Verwicklung in den Fall zurückgewiesen. Der Zustand Skripals und seiner Tochter ist weiterhin lebensbedrohlich, aber stabil.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. März 2018 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2018, 18:49 Uhr

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29 Kommentare

14.03.2018 01:19 Hans 29

Diplomatisch sehr geschickt von Frau May, ihre Verdächtigungen rausposaunen und als Tatsachen zu präsentieren. Frau May, wessen Lobby vertreten sie.

13.03.2018 15:36 Wolfgang Nawalny 28

Immer wieder erstaunlich mit welcher Verbissenheit die Behauptungen gepflegt werden, dass die eine Seite nur aus Lüge bestehe und die andere ist der alleinige Heilsbringer.

Mit etwas Logik, Menschenverstand und Völkerwissen ist diese Ideologie schnell enttarnt. Praxis hilft auch!

Schon beim "alten Zausel Marx" kann man sich treffend über die "unsanften" Phasen des Systems informieren, die "unsere" NATO nun zunehmend inszeniert und praktiziert. Über die Gründe gibt er auch die Auskunft.

13.03.2018 14:10 Ullrich 27

"..Öffentlich antwortete Putin noch im März 2014 auf die Frage, ob er erwäge, dass die Krim sich Russland anschließe: „Nein, das erwägen wir nicht.“ Und weiter: „Wir werden eine solche Entscheidung nicht herbeiführen oder solche Gefühle wecken.“ Im Mai 2014 hatte Putin auch abgestritten, dass überhaupt russische Armeeangehörige in das Geschehen dort eingegriffen hätten. Schon im Juni 2014 hatte er es jedoch zugegeben..." Quelle FAZ DER KREML UND DIE WAHRHEIT
Putins Lügen
VON THOMAS GUTSCHKER
AKTUALISIERT AM 22.06.2014
Insofern bin ich auf die Erklärung, wir von May gefordert, der Russen gespannt.

13.03.2018 14:09 Meckersack 26

@Matze: Was den für eine Verschwörungstheorie? Glauben Sie denn wirklich Putin würde seine Atomwaffen nicht modernisieren und sogar abrüsten, wenn es die Nato nicht geben würde? Es geht um Macht Optionen. Die Russen wollen notfalls über allen internationalen Gremien stehen können. Über der UNO, der Weltbank, der WADA des IOC etc.. Es geht um das Recht des Stärkeren, bei der Ausübung nationaler Interessen. Den Westen für alles Unheil in der Welt verantwortlich mach, das ist eine Verschwörungstheorie!

13.03.2018 14:05 Peter B. 25

@Ullrich: Man muss ja nicht gleich ein Freund des Herrn Putin sein, wenn man hinterfragt, wem das Ganze nützen würde. Russland verstehen ist was anderes, als alles gut zu finden, was dort passiert. Lisa hat sich erledigt und sie hatten zugegeben, sich geirrt zu haben. würde ich mir hier auch manchmal wünschen. die Krim ist wieder ein Kapitel für sich. Viele Menschen, die auf ihr leben, sind ganz zufrieden, wie es jetzt ist und waren vorher durch die Ukraine auch nicht wirklich bevorteilt worden, eben weil viele Russen dort wohnen, aber schon Jahrhunderte lang. Möglicherweise haben sie Recht mit ihrer Aussage, was die Bildung angeht. Aber ist es schlimm, wenn man die Bildung nicht von der Zeitung mit den gleichnamigen Buchstaben übernimmt. Ich schäme mich jedenfalls dafür nicht. Auch deshalb finde ich es von den Engländern nicht richtig, von Russland Aufklärung zu erwarten, aber den Zugang zu den Daten und Proben zu verweigern, zumal andere ebenfalls Möglichkeiten hätten daran zu kommen

13.03.2018 13:56 Ullrich 24

@Matze #23
Stimmt Russland hat schon lange einen Militärstützpunkt auf der Krim. Sie wissen aber ganz genau, dass es um russische Truppen außerhalb des Stützpunkte während der Okkupation der Krim geht. Putin hat dort behauptet, dass kein Militär auf der Krim aktiv war. Nach der Okkupation erklärte Putin sinngemäß -natürlich waren russische Truppen auf der Krim aktiv! Insofern versuchen sie abzulenken von der Expansionspolitik der Russen.

13.03.2018 13:23 Matze 23

@21: Sie verbreiten Fake News. Russland hatte schon immer Truppen, 16000 Mann, (lt.Vertrag mit der Ukraine) auf der Krim. Prüfen Sie es nach.

13.03.2018 13:03 Matze 22

@18 Meckersack: Sie sind wirklich naiv, tut mir leid. Aber sie können weiter an ihren Verschwörungstheorien arbeiten.

13.03.2018 12:44 Ullrich 21

An alle Russland/Putin Freunde - vergleicht einmal die russische Reaktion in diesem Fall mit z.B. dem Fall Lisa und mit den Erklärungen zur Krim (haben keine Truppen auf der Krim) und der Wahrheit, die sich kurze Zeit später herausgestellt hat.
Ich kann einfach nicht verstehen, wie man einen Russland so unkritisch gegenüber stehen kann. Die Ursachen müssen aber im Bildungssystem vor 89 liegen!

13.03.2018 12:18 Peter B. 20

Russland hat den Engländern angeboten, bei der Aufklärung behilflich zu sein und um Zugang zu den Unterlagen und Proben gebeten, zumal die Tochter russische Staatsbürgerin ist. England hat abgelehnt. Warum wohl? Noch irgendwelche Fragen....?